Navigation und Service

Das Ministerium für Staatssicherheit und die Mauer

Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Am 9. November 1989 ging ihre Geschichte als eine Konsequenz der Friedlichen Revolution in der DDR zu Ende. Die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in den BStU-Archiven erlauben einen vielfältigen Blick auf die Sperranlagen und ihre zum Teil todbringenden Folgen.

Anfang der 60er Jahre flüchteten abertausende Menschen aus der DDR. Das Land stand wirtschaftlich und politisch vor dem Ruin. Die Staatsmacht wusste sich angesichts der desolaten Lage nicht anders zu helfen, als das eigene Volk einzusperren. Eine unüberwindbare Mauer sollte die Massenflucht stoppen und der SED die Macht im Land sichern. Der sowjetischen Unterstützung gewiss begann das Regime am 13. August 1961 seinen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen.

Eine zentrale Rolle spielte dabei die DDR-Geheimpolizei. Das Ministerium für Staatssicherheit kümmerte sich im Auftrag der SED um alle neuralgischen Punkte: Es sicherte den Bau der Mauer ab, spürte Mauer-Kritiker und Fluchtwillige auf und sorgte, auch in den Folgejahrzehnten, für die Vertuschung von Todesschüssen durch DDR-Grenzer.

Dieser Themenschwerpunkt illustriert mit Videos und Audio-Dateien, Texten und Dokumenten die Rolle des MfS in der Zeit des Mauerbaus und danach. Im Besonderen widmet sich der Schwerpunkt Fluchtgeschichten - gelungenen wie gescheiterten, die das MfS verheimlicht hat. Dieses Special wird nach und nach mit weiteren Dokumenten aus den BStU-Archiven ergänzt. Die Angebote finden Sie in den Rubriken links neben diesem Text. Neu ist folgende zusätzliche Quellensammlung mit zahlreichen Stasi-Dokumenten über die innerdeutsche Grenze und den Mauerbau:

Grenzsicherungsanlagen

Online-Quellensammlung "MfS und Grenze"

Blick ins Weisungsgeflecht zur Sicherung der DDR-Grenze

Eine umfassende Quellensammlung zur innerdeutschen Grenze. Sie zeigt die Vielzahl der zu diesem Thema im Archiv überlieferten Dokumente des MfS und anderer staatlicher Stellen der DDR.

weiterlesen: Online-Quellensammlung "MfS und Grenze" …

Die Mauer in der Bernauer Straße Anfang der 80-er Jahre ; Nachweis: DVD "Feindbilder - die Fotos und Videos der Stasi", bpb/BStU 2. Auflage 2009

Dokumentation: Mauer und Grenze

Kein Flash-Plugin vorhanden

Feindbilder an Mauer und Grenze

Eine Filmdokumentation in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung

Ausschnitte aus Stasi-Filmen und Fotodokumenten über den Alltag an der Mauer. In dem 17-minütigen Video sind u.a. Ausschnitte aus Lehrfilmen über den Dienst an der innerdeutschen Grenze sowie Dokumente zu gelungenen und misslungenen Fluchten zu sehen. Das Material gewährt auch Einblick in die Feindbilder der Grenzer und zeigt, wie ausführlich das MfS Vorkommnisse an der Mauer archiviert hat.

weiterlesen: Feindbilder an Mauer und Grenze …

Gedenkstein für Günter Litfin am Friedrich-List-Ufer

Wie die Stasi das erste Maueropfer Günter Litfin verunglimpft hat

Am 24. August 1961 wurde der erst 24 Jahre alte Günter Litfin beim Versuch, schwimmend den Westsektor Berlins zu erreichen, erschossen. Das MfS startete eine Verleumdungskampagne.

Um die Unmenschlichkeit der Todesschüsse auf Günter Litfin zu vertuschen, versuchte die Staatssicherheit das Opfer zu verleumden und zu kriminalisieren.

weiterlesen: Wie die Stasi das erste Maueropfer Günter Litfin verunglimpft hat …

Eine von mehr als 60 Schleusen entlang der innerdeutschen Grenze, auf einer Karte markiert vom MfS.

Unsichtbare Löcher in der Mauer

Agentenschleusen zwischen Ost und West

Die Stasi selber wusste am besten, wie man unerkannt durch die hoch gesicherte innerdeutsche Grenze schlüpfen konnte. Mit einem ausgeklügelten System an „Grenzschleusen“ nutzte sie die Möglichkeit, unerkannt Agenten zwischen Ost und West passieren zu lassen.

weiterlesen: Unsichtbare Löcher in der Mauer …

Ausstellungsplakat

Täuschen und Vertuschen

Die Stasi und die Mauertoten - Eine Sonderausstellung

In einer kleinen Sonderausstellung im Stasi-Museum zeigt die Stasi-Unterlagen-Behörde an vier ausgewählten Beispielen die Strategien und Methoden der Stasi, die sie im Auftrag der SED anwandte, um die Todesfälle an der Mauer zu vertuschen: Dazu gehörte die detailgenaue Verfälschung der Todesursache und die lückenlose Überwachung der Angehörigen. Die Schauvitrinen aus dem ehemaligen Bildungszentrum des BStU können bei Bedarf für Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden.

weiterlesen: Täuschen und Vertuschen …

Bildungsmaterial

Die Abteilung Bildung und Forschung des BStU bietet kostenlos Lehrmaterial an. Dieses ermöglicht, anhand von Fallbeispielen aus den Stasi-Unterlagen, mehr über die Folgen der Teilung Deutschlands und über den Alltag im Schatten der Mauer zu erfahren. Themen sind unter anderem verhinderte Fluchten junger Leute, sowie die Bestrafung einer 12. Schulklasse in Anklam im Jahr 1961.