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"...Im Mittelpunkt meines Landes"

Jugendliche suchen ihr ganz persönliches Verhältnis zu den Farben Schwarz, Rot und Gold

Wehe, sie wurde beschädigt oder verdreckt. Wer in der DDR die Landesfahne missachtete, konnte schnell Probleme mit der Staatsmacht bekommen. Dies und noch mehr erfuhren Schüler bei Workshops in den BStU-Außenstellen Dresden und Leipzig. Ihr Titel: "Farbwerte".

Der Graffitikünstler Christian Höhn gibt eine erläuternde EinführungDer Graffitikünstler Christian Höhn erläutert den Jugendlichen auf welch unterschiedliche Weisen sie ihre ganz persönliche Fahne gestalten können. Quelle: BStU

Anlässlich des 200-jährigen Geburtstags der deutschen Farben entwickelte der Berliner Kommunikationsberater Robert Eysoldt 2009 das Projekt "Farbwerte". Ursprünglich setzten sich internationale Künstler inhaltlich und gestalterisch mit der schwarz-rot-goldenen Fahne auseinander und drückten ihre Assoziationen zu Deutschland und seiner Fahne aus. Es entstanden eindrucksvolle Ergebnisse, die in einer Ausstellung präsentiert wurden. Zusammen mit dem Soziokulturellen Zentrum Steinhaus e. V. in Bautzen entwickelte Robert Eysoldt dieses Projekt nun für Schüler innerhalb des Landesprogramms "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" weiter.

Individuelle Geschichten ergründen

Insgesamt umfasst "Farbwerte" zehn Projekttage an zehn verschiedenen Schulen und anderen Orten mit 200 Teilnehmern. Dabei sollen 200 individualisierte Fahnen entstehen, die am Ende in einer Ausstellung in Berlin gezeigt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, den jungen Menschen Informationen zu den Themen Demokratie und Gesellschaft sowie zur Entstehung und dem Umgang mit der deutschen Fahne in Zeiten politischer Umbrüche zu vermitteln. Im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklungen sollen sich die Jugendlichen aktiv und kreativ mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen. Mittelpunkt der Projekttage war somit nicht nur die deutsche Fahne, sondern die individuelle Geschichte der jungen Teilnehmer und deren persönliche Einstellung zu Deutschland.

Gestaltung der individuellen Fahnen im Lichtgraben des Innenhofs der Außenstelle LeipzigIm Lichtgraben des Innenhofs der BStU-Außenstelle Leipzig konnte die Jugendlichen mit Farben, Spraydosen und Stiften ihre ganz persönliche Fahne erschaffen und dabei ihre Assoziationen zu Deutschland ausdrücken. Quelle: BStU

Bevor die Jugendlichen selbst kreativ werden konnten, erhielten sie allgemeine Informationen über Fahnen und ihre Bedeutung sowie über die Wirkung von Farben. Genauer betrachtet wurde die Herkunft und Geschichte der Flagge der Bundesrepublik Deutschland. Wichtiger Bestandteil des geschichtlichen Abrisses war die Periode von 1949 bis 1990. Denn die Gründung der beiden deutschen Staaten brachte nicht nur die Teilung Deutschlands, sondern auch verschiedene Staatsflaggen mit sich.

Die Bedeutung der Staatsflagge in der DDR

Mitarbeiter der Behörde erklärten die Bedeutung der Fahne in der DDR und veranschaulichten durch Beispiele aus Stasiakten, welcher Stellenwert ihr von staatlicher Seite beigemessen wurde. Auch der Umgang mit Menschen, die durch "Missachtung staatlicher Symbole" ins Fadenkreuz des Staatssicherheitsdienstes der DDR gerieten, wurde anschaulich thematisiert. Erstaunt waren viele Jugendliche darüber, dass die DDR bis zum 1. Oktober 1959 dieselbe Flagge nutzte wie die Bundesrepublik Deutschland. Während die Mitarbeiter der Außenstelle Dresden die Projektdurchführung in einer Schule in Radebeul begleiteten und dort ihren Vortrag hielten, wurde der Vortrag in Leipzig in der Außenstelle gehalten und mit einem Rundgang durch das Archiv abgerundet.

Die Teilnehmer des Projekttages in Leipzig präsentieren ihre KunstwerkeDie Teilnehmer des Projekttages in Leipzig präsentieren ihre Kunstwerke und schildern ihre Beweggründe für die Gestaltung ihrer Fahne. Quelle: BStU

Im Anschluss war die Kreativität der Jugendlichen gefragt. Ihre Aufgabe war es, ein Emblem für die deutsche Fahne zu gestalten, wobei sie hauptsächlich ihre individuellen Lebensgeschichten, ihre Träume, Wünsche und Ängste in Verbindung mit ihrem Heimatland darstellen sollten. Zuvor hatten sie unter Anleitung von Graffiti-Sprayern eine Platte schwarz-rot-golden grundiert, in deren Mitte das entworfene Symbol oder der Spruch aufgesprüht wurde. Mit Unterstützung eines Werbetexters verfassten die Teilnehmer einen Text zu ihrer jeweiligen Fahne, der die Idee schriftlich verdeutlichen sollte. Anschließend wurden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Zum Abschluss wurden die Projekttage mit den Schülern ausgewertet.

Aufgrund der positiven Resonanz werden die BStU-Außenstellen Dresden und Leipzig das Projekt "Farbwerte" im Lauf des Jahres fortsetzen.

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Teaser-Video zum Projekt "Farbwerte" in den Außenstellen Dresden und LeipzigQuelle: Reno Rössel / Steinhaus e.V.

Mit Geocaching der Geschichte auf der Spur

In Sachsen werden Geocaches in verschiedenen Workshops erstellt. Das Projekt soll Geschichten aus den Stasi-Akten vermitteln. Ausführliche Informationen finden sie auf www.untoldstories.de.

Antragsformular

Hier können Sie sich den Antrag auf persönliche Akteneinsicht herunterladen.

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