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"Die Gedanken sind frei"

Die Außenstelle Leipzig des BStU zeigt bis zum 2. Juni Bilder von Uwe Fehrmann

Wie sich persönliche Erfahrungen mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR und Kunst eindrucksvoll miteinander verbinden lassen, konnten man einmal mehr in der Außenstelle Leipzig des BStU erfahren. Anlass war eine Vernissage im Rahmen der Reihe "Kunst im Lesesaal".

Die Themen Überwachung sowie Unterdrückung von Freiheit ziehen sich wie ein "roter Faden" durch einen Bilderzyklus des Malers Uwe Fehrmann. Aber auch die Überwindung der Unfreiheit sowie der heutige Umgang der Gesellschaft mit der Vergangenheit greift der Künstler in seinen Werken auf. Zur Eröffnung der Ausstellung "Die Gedanken sind frei" am Abend des 24. Januar 2013 erläuterte er den Gästen mehr über den Hintergrund seiner Bildmotive.

Uwe Fehrmann beim Erläutern seiner Bilder in der Außenstelle des BStU in Leipzig.Uwe Fehrmann beim Erläutern seiner Bilder in der Außenstelle des BStU in Leipzig. Quelle: BStU Leipzig / Maximilian Schulz

Befragt nach seiner Vita und seinen persönlichen Erfahrungen mit der SED-Diktatur und der Stasi, erzählte Uwe Fehrmann von seiner Flucht in die streng bewachte Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag im Jahr 1984. Die Erfahrung, in der DDR kein Leben nach eigenen Vorstellungen führen zu können und das Bewusstsein der geistigen Unfreiheit in der damaligen politischen Situation veranlassten ihn zu diesem dramatischen Schritt.

Nach Verhandlungen zwischen Bonn und Ost-Berlin erhielt er eine Zusicherung auf Ausreise in den Westen, war allerdings gezwungen, zunächst in die DDR zurückzukehren. Dort wurde er stundenlang durch die Stasi verhört. Bevor er schließlich 1985 in die Bundesrepublik ausreisen durfte, eröffnete die Stasi eine "Operative Personenkontrolle" mit dem Decknamen "Fähre" zur Aufklärung und Überwachung von Uwe Fehrmann und seiner Familie.

Der Stasi-Maßnahmeplan zur operativen Personenkontrolle (OPK) "Fähre" vom 9. November 1984 zur Überwachung der "Familie F."Der Stasi-Maßnahmeplan zur operativen Personenkontrolle (OPK) "Fähre" vom 9. November 1984 zur Überwachung der "Familie F." Quelle: BStU Leipzig, MfS, AOPK 11226/85, S.5, Bl. 8

Nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik ließ sich der gebürtige Ost-Berliner in Hamburg nieder und gestaltete zunächst Bühnenbilder und Plakate für Theater und Fernsehen. So war Uwe Fehrmann unter anderem in der künstlerischen Mitgestaltung des Musicals "Cats" in Hamburg involviert, bevor er sich als freischaffender Künstler in Hamburg betätigte.

Uwe Fehrmann.Uwe Fehrmann. Quelle: BStU Leipzig / Maximilian Schulz

Viele Jahre vergingen bis Uwe Fehrmann die Schatten der Vergangenheit einholten und er seine Erfahrungen mit der DDR und ihrem Staatssicherheitsdienst mit seinem Bilderzyklus "Die Gedanken sind frei" verarbeitete. Dabei lassen die in den Jahren 2010 und 2011 entstandenen Gemälde den Betrachter an den persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Gedanken des Künstlers teilhaben und lösen Assoziationen zu eigenen Erlebnissen und Erfahrungen aus.

Viele der Besucher der Ausstellungseröffnung nutzten überdies die Gelegenheit, die in unmittelbarer Nähe zum Bilderzyklus "Die Gedanken sind frei" zu sehende Ausstellung "Freiheit für meine Akte" zu studieren. Sie dokumentiert Mittel und Methoden der DDR-Geheimpolizei anhand von Fotos und Akten. Für viele Besucher der Vernissage rundete dies den Abend in der BStU-Außenstelle Leipzig ab.

Die Ausstellung "Die Gedanken sind frei" ist noch bis zum 2. Juni 2013 in der BStU-Außenstelle Leipzig zu sehen.

Bildmotiv MauerflutungBildmotiv Mauerflutung Quelle: BStU Leipzig / Maximilian Schulz


Mit Geocaching der Geschichte auf der Spur

In Sachsen werden Geocaches in verschiedenen Workshops erstellt. Das Projekt soll Geschichten aus den Stasi-Akten vermitteln. Ausführliche Informationen finden sie auf www.untoldstories.de.

Antragsformular

Hier können Sie sich den Antrag auf persönliche Akteneinsicht herunterladen.

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