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Samstag, 19. August 2017, 18.00 Uhr, Berlin

Lange Nacht der Museen

Ganz Ohr

Radio Glasnost und Überwachungstechniken der Stasi

Von 1950 bis 1990 war das Ministerium für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg ansässig. Von hier beaufsichtigte Stasi-Minister Erich Mielke den riesigen Überwachungsapparat der DDR. Die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" schildert die perfiden Methoden, mit denen die Bevölkerung bespitzelt wurde. Eine Sonderausstellung zeigt Produkte aus den Werkstätten des Operativ-Technischen Sektors (OTS). Die Ausstellung "Ausgestellt in Berlin" informiert über die "Büros für Reise- und Besuchsangelegenheiten" der Stasi.

Ein Themenschwerpunkt des Abends bildet Radio Glasnost. Die Sendung verband von 1987 bis 1989 auf offiziellen und heimlichen Wegen die Ost-Berliner Opposition mit Unterstützern in West-Berlin - und die Stasi hörte mit.

Mitarbeiter der Stasi in Diensträumen mit Funk- und TelefonüberwachungstechnikMitarbeiter der Stasi in Diensträumen mit Funk- und Telefonüberwachungstechnik Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, Nr. 299, Bild 27

Aus dem Programm:

18:00 Uhr, Kinderführung, Dauer ca. 45 Minuten
Was waren die Aufgaben der Stasi und warum gibt es darüber ein Museum? Auf einer Entdeckungstour der besonderen Art können Kinder und Jugendliche (ab 10 Jahren) mehr über die Aufgaben und Methoden der Stasi erfahren.
Treffpunkt im Museumsfoyer

18:00, 20:00 und 22:00 Uhr, Archivführung, Dauer ca. 45 Minuten
Die Führung "Innenleben einer Geheimpolizei – Unterwegs im Stasi-Unterlagen-Archiv" gibt einen Eindruck von der Sammelwut der Geheimpolizei.
Treffpunkt vor dem Museum

18:30 und 21:30 Uhr, Gespräch: Aufstand im Äther, Dauer ca. 30 Minuten
Die Zeitzeugen Stephan Krawczyk und Bodo Wolff berichten über den DDR-Piratensender "Schwarzer Kanal". Er lieferte erstmals Berichte der DDR-Opposition im Rundfunk – ungekürzt und unzensiert.
Terrasse von Haus 22

19:00 Uhr, Geländeführung durch "Mielkes-Revier", Dauer ca. 45 Minuten
Christian Booß (Vorsitzender des Bürgerkomitees "15. Januar" e.V.) führt durch das Areal der Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg und gibt Einblick in die verschiedenen Aktivitäten und Abteilungen der Staatssicherheit, die an diesem Ort mehrere Jahrzehnte tätig waren.
Treffpunkt vor dem Museum

19:30 und 21:00 Uhr, Vortrag: Der Operativ-Technische Sektor – die Zauberwerkstatt der Stasi? Dauer ca. 30 Minuten
Der Operativ-Technische Sektor der Stasi war das Entwicklungszentrum für Geräteentwicklung wie Agentensender, Abhörtechnik und Spionagekameras. Der Experte Detlev Vreisleben stellt in einem reich bebilderten Vortrag die Arbeit des OTS vor und gewährt einen Einblick in die vielfältige Stasi-Überwachungstechnik.
Stasimuseum, 3. Obergeschoß, Raum 3.12

19:30 und 22:30 Uhr, Gespräch: Außer Kontrolle, Dauer ca. 30 Minuten
Zeitzeugen nennen sie eine einzigartige Ost-West-Kooperation made in Berlin: Radio Glasnost. Ausgestrahlt vom West-Berliner Kanal "Radio 100" mit Sitz in Schöneberg war die Sendung bis November 1989 ein Sprachrohr der DDR-Opposition. Die Zeitzeugen Dieter Rulff und Bodo Wolff berichten, warum sie sich für das Programm engagierten. Wie aber gelangte das Material von Ost nach West?
Terrasse von Haus 22

"Radio Glasnost" wurde vom alternativen Westberliner Radiosender "Radio 100" ausgestrahlt."Radio Glasnost" wurde vom alternativen Westberliner Radiosender "Radio 100" ausgestrahlt. Quelle: BpB / ARD Kontraste "Auf den Spuren einer Diktatur"

20:00 Uhr, Geländeführung: Die Stasi gegen Radiomacher aus dem Untergrund, Dauer ca. 60 Minuten
Die Sonderführung dreht sich um die Abteilungen der Geheimpolizei, die auf Radiomacher aus dem Untergrund angesetzt waren. Sie sollten die Sendungen von Radio Glasnost verhindern.
Treffpunkt vor dem Museum

20:30 Uhr, Führung: Mit dem "Chef" unterwegs, Dauer ca. 45 Minuten
Jörg Drieselmann (Direktor des Stasimuseums) führt durch die Dauerausstellung des Stasimuseums.
Treffpunkt im Museumsfoyer

20:30 und 23:30, Vortrag: Störsender gegen "Staatsfeinde", Dauer ca. 30 Minuten
Die Stasi hörte jede Sendung von Radio Glasnost mit. Ein Vortrag zeigt, wie die Geheimpolizei gegen die "Hetz- und Verleumdungskampagnen" vorging - und dabei versuchte, das Radio aus dem Untergrund mit Störsendern zum Verstummen zu bringen.
Terrasse von Haus 22

21:00, 23:00 und 01:00, Zeitzeugenführung: Aufbruch, Revolution, Mauerfall, Dauer ca. 45 Minuten
Zeitzeugenführung zum Thema Radio Glasnost durch die Open- Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall".
Treffpunkt vor Haus 22

21:30 Uhr, Geländeführung: Auf den Spuren des 15. Januars 1990, Dauer ca. 45 Minuten
Carlo Jordan, Mitglied des Runden Tisches, führt Sie in einer exklusiven Tour über das Gelände der ehemaligen Zentrale der Staatssicherheit. Als Zeitzeuge berichtet er während des Rundgangs über die Erstürmung am 15. Januar 1990.
Treffpunkt vor dem Museum

ab 23:00 Uhr, Filmausschnitte aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv, durchgehend bis 02:00 Uhr
Begleitend zur Sonderausstellung "Ausgestellt in Berlin" können Videoausschnitte aus den Tagesnachrichten angesehen werden. Sie dokumentieren die Arbeit der "Büros für Besuchs- und Reiseangelegenheiten".
3. Obergeschoß, Raum 3.12

00:00 Uhr, Geländeführung: Mit der Taschenlampe unterwegs in "Mielkes Revier", Dauer ca. 45 Minuten
Das bis 1989 abgeriegelte Gelände, seine Geschichte und Ausdehnung sind Thema der Nachtführung. Sie erfahren Details zu einzelnen Gebäuden und Abteilungen des Ministeriums für Staatssicherheit, die darin tätig waren.
Treffpunkt vor dem Museum

00:30 Uhr, Filmvorführung: "Der verfassungsfeindliche Verfassungsschutz", Dauer ca. 45 Minuten
Der Stasi-Schulungsfilm der "Hauptabteilung II" hat die Unterstützer von "Radio Glasnost" in West-Berlin im Visier. Sie seien, so behauptete das MfS in dem Film, Mitarbeiter westlicher Geheimdienste. Damit sollte der Eindruck entstehen, die DDR-Opposition sei "fremdgesteuert".
Terrasse von Haus 22

Lageplan der ehemaligen Stasi-ZentraleLageplan der ehemaligen Stasi-Zentrale Quelle: BStU

Durchgängige Programmangebote:

Führung: Unterwegs im Museum
Kurzführungen in Deutsch und Englisch durch die Dauerausstellung geben einen Einblick in die Arbeitsweise und Methoden der Staatssicherheit.
Treffpunkt im Museumsfoyer

Sonderausstellung: Ausgestellt in Berlin / Hergestellt in Berlin
Das Stasimuseum präsentiert Objekte aus dem Arbeitsalltag der "Büros für Besuchs- und Reiseangelegenheiten". Die fünf von der Stasi im Westteil Berlins betriebenen Büros waren dafür zuständig, Anträge von Bürgern aus West-Berlin für Besuche in Ost-Berlin und der DDR zu bearbeiten. Im zweiten Teil der Sonderausstellung zeigen wir Produkte aus den Werkstätten des Operativ-Technischen Sektors (OTS) der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen. Der OTS entwickelte und baute die vielfältigen Werkzeuge für die geheimen Aktionen des Ministeriums für Staatssicherheit.
Stasimuseum, 3. Obergeschoß

Hinter den Kulissen: Einblicke in das Stasi-Unterlagen
Im Stasi-Unterlagen-Archiv in Berlin lagern rund 43 Kilometer Schriftgut. Wie arbeitete die Stasi? Wie sieht eine Stasi-Akte aus? Interessierte können Kopien von zerstörten Akten selbst zusammensetzen.
Haus 22, Obergeschoß

Bürgerberatung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen
Bitte bringen Sie für die Antragstellung auf Akteneinsicht ein gültiges Personaldokument mit.
Haus 22, Obergeschoß

"Undichte Stellen"
Projektion historischer Fotos, Töne und Videos zu Radio Glasnost
Innenhof der Stasi-Zentrale

Radio Glasnost und die Stasi
Dokumente über die Sendereihe zum Durchklicken in der Stasi-Mediathek
Haus 22, Obergeschoß

Best of Radio Glasnost
In Haus 22 gibt es Mitschnitte aus 27 Sendungen von Radio Glasnost auf die Ohren.
Haus 22, Obergeschoß

Spezialitäten vom Grill
Der Berliner "Thüringer aus Apolda" kümmert sich mit Köstlichkeiten um das leibliche Wohl der Besucher.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Museen der Kulturprojekte Berlin GmbH. Das Museum ist an den Shuttle-Service angeschlossen.

Eintrittspreise für die Lange Nacht der Museen: 18 Euro, ermäßigt: 12 Euro
Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.

Zeit Samstag, 19. August 2017, 18.00 Uhr

Ende Sonntag, 20. August 2017, 02.00 Uhr

OrtStasi-Museum Berlin
Haus 1
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Veranstalter Kulturprojekte Berlin GmbH
Klosterstraße 68
10179 Berlin
Telefon: (030) 24 74 97 00
E-Mail: info@kulturprojekte-berlin.de

Mitveranstalter

  • ASTAK e.V.
  • BStU
  • Bürgerkomitee "15. Januar" e.V.
  • Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

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