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09.07.2018 - 31.08.2018, Gera

Ausstellungseröffnung

Kaderschmiede Sport

Kinder- und Jugendsportschulen im Fokus der Staatssicherheit

Die Ausstellung "Kaderschmiede Sport" zeichnet den Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) in der DDR nach. Sie zeigt die geheime Einflussnahme des MfS auf den Schulunterricht, das Training und die gesundheitliche Betreuung an diesen Sportschulen. Beachtung findet auch das Verabreichen "unterstützender Mittel" (Doping). Nicht zuletzt wird die Tätigkeit Inoffizieller Mitarbeiter (IM) dargestellt, die gezielt Informationen an die Staatssicherheit lieferten. Oft kamen sie aus den Reihen der Schüler, Erzieher, Lehrer, Trainer und Ärzte.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Kinder- und Jugendsportschulen "Dr. Richard Sorge" in Altenberg und "Arthur Becker" in Dresden. Dokumente geheimpolizeilicher Tätigkeiten aus anderen Bezirken belegen den Einfluss des MfS auf alle Kinder- und Jugendsportschulen der DDR.

Kinder beim RollschuhlaufKinder beim Rollschuhlauf Quelle: BStU, MfS, BV Dresden, SV Dynamo, Nr. 4

Kinder- und Jugendsportschulen in der DDR

Die aus politischen Gründen sehr hohen Ziele im Leistungssport erforderten ein ausgefeiltes System der Suche, Auswahl und des Förderns von jungen Sporttalenten. Das setzte bereits im frühen Kindesalter an.

Ziel war eine frühzeitige Aufnahme der Talente in ein Trainingszentrum bzw. in einen Trainingsstützpunkt, der sogenannten 1. Förderstufe. Hier wurden Kinder gezielt für die 2. Förderstufe, die Aufnahme an eine Kinder- und Jugendsportschule, vorbereitet. Als Spezialschulen boten sie die Voraussetzungen, den Schulunterricht und das hohe Trainingspensum koordinieren zu können.

Medizinisch betreut

Trotz der großen Verantwortung gegenüber dem Sportler und seinem Gesundheitszustand kam es auch zum Einsatz der "unterstützenden Mittel". Das geschah teilweise ohne Wissen der Sportler, so zum Beispiel im Fall der Turnerin Dagmar Kersten.

Sie ist eine der erfolgreichsten Turnerinnen der DDR. Mit neun Jahren kam sie 1979 an die Kinder- und Jugendsportschule "Heinrich Rau" in Berlin. Sie trainierte beim Sportclub (SC) Dynamo täglich sechs Stunden sechs Tage in der Woche. Zur Leistungssteigerung erhielt sie unter anderem Vitamintabletten. Erst später erfuhr sie, dass sich unter diesen Tabletten auch Anabolika und Psychopharmaka verbargen. Dagmar Kersten ist heute anerkanntes DDR-Dopingopfer.

Dagmar Kersten beim Wettkampf im GesprächDagmar Kersten beim Wettkampf Quelle: Dagmar Kersten

Der Eintritt ist frei.

ÖffnungszeitenMontag - Donnerstag 08.00 - 17.00 Uhr und Freitag 08.00 - 14.00 Uhr

Dauer 09.07.2018 - 31.08.2018

OrtBStU, Außenstelle Gera
Haus 3
Hermann-Drechsler-Straße 1
07548 Gera

Veranstalter BStU, Außenstelle Gera
Hermann-Drechsler-Straße 1
07548 Gera
Telefon: (03 65) 55 18-0
Fax: (03 65) 55 18-42 19
E-Mail: astgera@bstu.bund.de

MitveranstalterBStU, Außenstelle Dresden
Riesaer Straße 7
01129 Dresden