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Dauerausstellung, Erfurt

Sicherungsbereich DDR

Geschichte, Struktur, Methoden und Arbeitsweise des MfS im Bezirk Erfurt

Die ständige Ausstellung der Außenstelle Erfurt zeichnet die geschichtliche Entwicklung des Staatssicherheitsdienstes nach und dokumentiert einige seiner regionalen Aufgaben im ehemaligen Bezirk Erfurt. Dazu zählten insbesondere die Sicherung der Staatsgrenze zur Bundesrepublik und die Überwachung der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.

Die Schwerpunkte im Einzelnen:

Geschichte des Staatssicherheitsdienstes

Die historischen Wurzeln des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), wie der offizielle Name lautete, reichen bis in die Zeit vor Gründung der DDR. So existierten bereits Vorläufer-Organisationen mit geschulten Mitarbeitern als am 08. Februar 1950 das MfS per Gesetz ins Leben gerufen wurde. Im Laufe der Jahre breitete sich die Stasi flächendeckend im Bezirk Erfurt aus - bis das Ministerium schließlich in jedem Kreis eine eigene Dienststelle unterhielt. Die Mitarbeiterzahlen stiegen dabei kontinuierlich.

Zum Zeitpunkt der Auflösung des MfS im Februar 1990 arbeiteten in der Bezirksverwaltung Erfurt 2915 hauptamtliche Mitarbeiter, die 8672 inoffizielle Mitarbeiter steuerten. Diese gesamte Entwicklung wird auf mehreren Schautafeln dargestellt.

Ausstellungstafel über Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDRIn der Mitte dieser Ausstellungstafel ist Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, zu sehen. Der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) treu ergeben leitete er den Geheimdienst von 1957 bis 1989 im Sinne der Partei. Quelle: BStU, Außenstelle Erfurt

Transitüberwachung

1972 trat das deutsch-deutsche Transitabkommen in Kraft, das Reisen von Westdeutschland nach Westberlin erleichtern sollte. Ein Verlassen der vorgegebenen Transitstrecken, meist Autobahnen, war den Reisenden verboten, ebenso das Mitnehmen von Personen, die nicht im Transit reisten. In der Folge wurden die Autobahn-Rastplätze im Bezirk Erfurt schnell zu Orten, an denen sich DDR-Bürger mit ihren Freunden und Verwandten aus dem Westen trafen. Für die Stasi war dies ein gewichtiger Grund, die Transitstrecken besonders intensiv zu überwachen und zu kontrollieren.

In der Ausstellung werden die verschiedenen Überwachungsmethoden der Stasi dargestellt – so zum Beispiel getarnte Beobachtungsstellen an den Rastplätzen sowie "fahrende Beobachtungsstützpunkte".

Karte der früheren Transitstrecke (heute Autobahn A4) von Eisenach bis Gotha Auf der Karte ist ein Teil der früheren Transitstrecke (heute Autobahn A4) von Eisenach bis Gotha abgebildet. Die Autobahn war in Beobachtungsabschnitte eingeteilt, welche die Stasi-Beobachter regelmäßig in Zivil-Fahrzeugen abfuhren. Verdächtige Fahrzeuge und Personen wurden fotografiert und genaue Berichte zu Ihrem Verhalten angefertigt. Quelle: BStU, BV Erfurt, Abt. VIII, S 548, S. 11

Grenzsicherung

Die Überwachung der Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik begann bereits im Hinterland, in der so genannten 5-Kilometer-Sperrzone. In den hier liegenden Grenzorten kontrollierte die Stasi das Leben. Dazu arbeitete sie eng mit Kräften der Transportpolizei, der Volkspolizei und politisch zuverlässigen Personen aus der Zivilbevölkerung, den sogenannten Grenzhelfern, zusammen. Für die Untersuchung von Fluchtversuchen und geglückten Republikfluchten war das MfS jedoch allein zuständig.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Grenzabschnitte, deren Sicherung und Überwachung.

Grenzzaun bei Ifta, Kreis EisenachGrenzzaun bei Ifta, Kreis Eisenach, aus. Er bestand aus einem Streckmetallzaun, zusätzlich gesichert mit Elektroabweisern, Signaldrähten und Stacheldraht. Quelle: BStU, BV Erfurt, AS 1/85, Bd. 155, S. 51

Weitere Ausstellungsstücke

Verschiedene Exponate aus der Stasi-Hinterlassenschaft vervollständigen die Ausstellung: So zum Beispiel vom MfS verwendete Fototechnik, die in Handtaschen und sogar in eine Gießkanne eingebaut wurde, um verdeckt zu fotografieren.

Ausstellungsexponate: Einbruchswerkzeuge der StaatssicherheitAusstellungsexponate: Einbruchswerkzeuge der Staatssicherheit Quelle: BStU, ASt. Erfurt

Gezeigt wird ferner Einbruchs- und Überwachungstechnik - z.B. Nachschlüssel-Sätze für die "gewaltlose konspirative Öffnung" von Schlössern aller Art.

Musterakten veranschaulichen die Arbeitsweise des MfS hinsichtlich der Überwachung von Personen und der Anwerbung inoffizieller Mitarbeiter.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeitentäglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

DauerDauerausstellung

OrtInformations- und Dokumentationszentrum Erfurt
Haus 19
Petersberg
99084 Erfurt

Veranstalter BStU, Außenstelle Erfurt
Petersberg Haus 19
99084 Erfurt
Telefon: (03 61) 55 19-0
Fax: (03 61) 55 19-47 19
E-Mail: asterfurt@bstu.bund.de