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Hauptabteilung III

Funkaufklärung und Funkabwehr

Andreas Schmidt

Buchcover: Hauptabteilung III von Andreas Schmidt; Nachweis: BStU

246 Seiten
Berlin 2010
BStU
Preis: 5,00 Euro
ISBN 978-3-942130-06-6
urn:nbn:de:0292-97839421300667

Inhalt

Das MfS-Handbuch "Anatomie der Staatssicherheit" besteht aus einzelnen Teillieferungen, die sich mit der Struktur und Arbeitsweise des MfS am Beispiel einzelner Diensteinheiten und bestimmter Schwerpunktthemen befassen.

Die Hauptabteilung III mit den ihr nachgeordneten Abteilungen III in den Bezirken war unter dem Leitbegriff "Elektronischer Kampf des MfS" innerhalb des Staatssicherheitsdienstes der DDR für die Funkaufklärung und Funkabwehr zuständig. Zu ihren Aufgaben gehörte es, aus den Funk- und Fernmeldeverbindungen der Bundesrepublik und Westberlins möglichst viele und hochwertige Gesprächsinhalte abzuschöpfen. Ziel dieser Lauschangriffe konnten Informationen der Bundesregierung, der Landeskabinette, der Parteien und Medien, der Bundeswehr, der Rüstungsindustrie, der Führungsgremien der NATO, der westdeutschen Geheimdienste und der Polizei sein. Aber auch auf dem Gebiet der DDR wurde die Abteilung aktiv und sollte etwa illegale Funksendungen aufklären und deren Urheber ermitteln.

Die nun vorliegende Teillieferung des MfS-Handbuchs "Hauptabteilung III: Funkaufklärung und Funkabwehr" beschreibt die Geschichte dieser vielfach auftragnehmenden Abteilung und ihrer Vorläufer von den Gründungsjahren des MfS bis zu seiner Auflösung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Strukturentwicklung der im September 1989 zuletzt an die 2.400 Mitarbeiter umfassenden Hauptabteilung und die funktechnischen Mittel und Methoden, die jeweils zum Einsatz kamen.

Andreas Schmidt hat unter anderem detailliert quantifiziert, wie viele Funk- und Telefonverbindungen potentiell von der Staatssicherheit abgehört werden konnten. Zahlreiche Organigramme und Karten dokumentieren den organisatorischen Aufbau der Diensteinheit und die räumliche Verteilung ihrer Stützpunkte auf dem Gebiet der DDR und darüber hinaus.

Zum Autor/Herausgeber

Andreas Schmidt
Jahrgang 1962; wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

Inhaltsverzeichnis

Prolog: Das Instrument "Funk" in der DDR

  1. Überblick: Funkaufklärung, Funkabwehr, Funkgegenwirkung, Funkkontrolle

  2. Endzustand

    2.1 Das Stützpunktsystem im Jahr 1988

    2.2 Aufgaben, Stützpunkte, Struktur
    2.2.1 Begriffe und Verflechtungen

    2.3 Organisation und Aufgaben der Abteilungen
    2.3.1Stellvertreterbereich O: Die Abteilungen 1, 12, 13, 6, 15 und T/4
    2.3.2 Stellvertreterbereich I: Die Abteilungen 2, 7, 8, 9 und 16
    2.3.3 Stellvertreterbereich F: Die Abteilungen F/1, F/2, F/3, F/4 und 14
    2.3.4 Stellvertreterbereich S: Die Abteilungen 3, 4, 5, 10 und 11
    2.3.5 Stellvertreterbereich T: Die Abteilungen T/1, T/2, T/3 und T/N

  3. Kaderbestand

    3.1 Hauptamtliche Mitarbeiter

    3.2 Inoffizielle Mitarbeiter

  4. Aufgabenfelder

    4.1 Funkaufklärung: Informationsgewinnung
    4.1.1 Arbeitsrichtung 1: Leitungen (Kabel) zwischen Westberlin und der Bundesrepublik (Aufgaben V und R)
    4.1.2 Arbeitsrichtung 2: Richtfunk, Telefonfunk, Satellitenfunk, Glasfaserkabel (Aufgaben L und R)
    4.1.2.1 Quelle Richtfunk (TA 500)
    4.1.2.2 Quelle Autotelefon (TA 10) und Funknetze von Sicherheitsbehörden
    4.1.2.3 Quelle Satellitenfunk: "Saturn" und "Pyramide"
    4.1.2.4 Quelle Glasfaserkabel: Saphir A/2
    4.1.2.5 Quelle Ultrakurzwellen-(UKW)-Funk
    4.1.2.6 Quelle Kurzwellen-(KW)-Funk
    4.1.2.7 Plan der Quellenbearbeitung
    4.1.2.8 Quellenlage im September 1989
    4.1.2.9 Auswertung der Informationen und Dossierarbeit
    4.1.3 Arbeitsrichtung 3: Informationsgewinnung innerhalb der Bundesrepublik und Westberlins sowie aus Amateurfunkverbindungen und Speichern (Aufgabe L)
    4.1.3.1 Arbeitsgruppe "Windrose" und Stützpunkte im Ausland
    4.1.3.2 Quelle "Charly" in Westberlin
    4.1.3.3 Quelle "Urwald"
    4.1.3.4 "Zugriff" mittels Funk- bzw. Autotelefon
    4.1.3.5 "Einblick" mittels Datenfunkterminal
    4.1.3.6 "Schutz"
    4.1.3.7 "Aster" – "Kiefer" – "Ritter"
    4.1.3.8 "Panorama"
    4.1.3.9 Offensiver Einsatz von Technik
    4.1.4 Arbeitsrichtung 4: Aktionen "Vorstoß", "Relais", "Speicherzugriff"
    4.1.4.1 "Vorstoß"
    4.1.4.2 "Relais"
    4.1.4.3 "Speicherzugriff" ("Labyrinth")
    4.1.5 Arbeitsrichtung 5: Rechentechnik und Speicher bei der Informationsgewinnung und Auswertung
    4.1.5.1 Das System der Operativen Zielkontrolle
    4.1.5.2 Stimmendatenbank: Projekt "Phonothek"
    4.1.5.3 Datenverarbeitungsprojekt "Funkabwehr"
    4.1.5.4 Datenverarbeitungsprojekt "Fahndung West"
    4.1.5.5 Datenverarbeitungsprojekt "Rufnummer"
    4.1.5.6 Datenverarbeitungsprojekt "Wertigkeit"
    4.1.5.7 Datenverarbeitungsprojekt "Observation"
    4.1.5.8 Datenverarbeitungsprojekt "Antrags- und Genehmigungsverfahren"
    4.1.5.9 Datenverarbeitungsprojekt "Funkamateure"
    4.1.5.10 Datenverarbeitungsprojekt "Spannungsfall"
    4.1.5.11 Datenverarbeitungsprojekt "Quellenübersicht"
    4.1.5.12 Datenverarbeitungsprojekt "Schutz"
    4.1.5.13 Datenverarbeitungsprojekt "Signalerkennung" (SEDAT)

    4.2 Funkabwehr
    4.2.1 Kurzwellen-Funkabwehr: Der Funkabwehrdienst des MfS im Apparat der Koordination (AdK)
    4.2.2 Operation "Hamster"
    4.2.3 UKW-Funkabwehr: Automatisierte Stützpunkte

    4.3 Funkgegenwirkung: Aktive Maßnahmen

    4.4 Funkkontrolle
    4.4.1 Zusammenarbeit mit anderen Stellen in der DDR
    4.4.2 Abteilung Funkelektronischer Kampf (FEK)
    4.4.3 Verwaltung Operativ-taktische Aufklärung (VOTA)
    4.4.4 Funkaufklärung beim Kommando Grenztruppen (KGT)
    4.4.5 Abteilung Spezial Information (SPIN) der Verwaltung Aufklärung
    4.4.6 Abteilung Aufklärung beim Kommando Volksmarine (KVM)
    4.4.7 Agenturfunkdienst der Verwaltung Aufklärung
    4.4.8 Verwaltung Nachrichten
    4.4.9 Zentralamt für Funkkontroll- und Messdienst (ZFK)
    4.4.10 Frequenzbüro
    4.4.11 Abteilung Nachrichten der Zollverwaltung
    4.4.12 Sicherungsbereich Amateurfunk: Zusammenarbeit mit der Deutschen Post (DP); der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), Abteilung Nachrichtenausbildung; dem Radioclub der DDR und der Abteilung Funk der Polizei

  5. Entwicklungsgeschichte

    5.1 Die Entstehung der Funkabwehr des MfS ab 1950
    5.1.1 Bildung der Abteilung F im Jahr 1955
    5.1.2 Die Struktur der Abteilung F im Jahr 1957
    5.1.3 Struktur und Aufgaben der Abteilung F im Jahr 1976
    5.1.4 Mitarbeiterstand der Abteilung F von 1954 bis 1970

    5.2 Bildung der Abteilung III
    5.2.1 Zäsur: Streitpunkt Kurzwellenspektrum
    5.2.2 Strategie Punktsystem: Funkaufklärung
    5.2.3 Von der Koordinierungsgruppe Funk zur Abteilung III
    5.2.4 Organisationsstruktur im Jahr 1971
    5.2.5 Ausbau der technischen Basis
    5.2.6 Abschöpfung der Funkbrücken und grenzüberschreitenden kabelgebundenen Nachrichtenverbindungen

    5.3 Bildung der HA III: Zentrales Führungsorgan des ELOKA
    5.3.1 Anpassung der Struktur im Jahr 1986
    5.3.2 Das Institut für wissenschaftlich-technische Entwicklung (IWTE)
    5.3.3 Das Institut für Technische Untersuchungen (ITU)
    5.3.4 Anpassung der Struktur im Jahr 1988

  6. Letzte Entwicklungen im Jahr 1989

  7. Anhang

    7.1 Weitere Tabellen und Organigramme

    7.2 Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen und Organigramme

    7.3 Abkürzungen

    7.4 Danksagung

    7.5 Quellengrundlage zur Karte Stützpunktsystem der HA III

    7.6 Legende zur Karte Stützpunktsystem der HA III
     
    Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Stützpunktsysteme der HA III (Nord-Süd-Verlauf) zur Funkaufklärung, Funkabwehr und Sicherung der Funkhoheit der DDR im Jahr 1989 (PDF, 10MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

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