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Knastware für den Klassenfeind

Häftlingsarbeit in der DDR, der Ost-West-Handel und die Staatssicherheit (1970-1989)

Tobias Wunschik

Buchcover: Knastware für den Klassenfeind; Nachweis: Vandenhoeck & Ruprecht

Analysen und Dokumente - Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten, Band 37
364 Seiten
1. Auflage, Göttingen 2014
Vandenhoeck & Ruprecht
Preis: 30,00 Euro
ISBN 978-3-525-35080-5

Inhalt

IKEA, Quelle, ALDI - viele westliche Firmen ließen in der DDR produzieren. 250 ostdeutsche Betriebe beschäftigten neben "freien" Arbeitern aber auch Häftlinge, darunter politische Gefangene. Diese verdienten daran kaum, den Profit machten die Westkonzerne sowie SED-Firmen als Zwischenhändler.

Tobias Wunschik belegt mit neuen Aktenfunden, wie die Gefangenen ausgebeutet wurden und welche Firmen davon profitierten. Er beschreibt das Geschäft mit der Ware aus den DDR-Haftanstalten als Teil des innerdeutschen Handels.

Weitere Informationen zur Buchreihe und zum diesem Titel auf der Website des Verlags Vandenhoeck & Ruprecht.

Zum Autor/Herausgeber

Tobias Wunschik
Dr., Jahrgang 1967, Politikwissenschaftler; Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Arbeitseinsatz von Gefangenen
2.1 Konzeption und Prioritäten
2.2 Schwerpunkte des Arbeitseinsatzes und Zahl der Häftlingsarbeiter
2.3 Arbeitseinsatz innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern
2.4 Strukturelle Probleme
2.5 Die Amnestien
2.6 Die Betriebsangehörigen als Feind und Freund

3 Die Arbeitsbedingungen
3.1 Politische und kriminelle Häftlinge
3.2 Arbeitszeiten und Schichten
3.3 Arbeitsschutz
3.4 Unfälle
3.5 Motivation der Gefangenen und Zwangsmaßnahmen
3.6 Streiks und Sabotage
3.7 Die Entlohnung der Gefangenenarbeit
3.8 Normerfüllung

4 Der Westexport der Produkte aus Häftlingsarbeit
4.1 Die deutsch-deutschen Wirtschaftskontakte in der Ära Honecker
4.2 Sofas aus Waldheim - die Rivalen Kamprad und Lämmerzahl
4.3 Zement aus Rüdersdorf - belieferten Häftlinge die Senatsreserve von Westberlin?
4.4 Strumpfhosen aus Hoheneck - "Sayonara" bei ALDI, "Petit Chat" bei Woolworth
4.5 Werkzeugkästen aus Halle als Exportschlager - Stasi in die Produktion
4.6 Küchenherde für Quelle, Fernseher für Neckermann - weitere Haftanstalten, Betriebe und Abnehmer von Waren aus dem DDR-Strafvollzug
4.7 Blutplasma aus Gräfentonna
4.8 Das Bekanntwerden der Westexporte aus der Häftlingsarbeit, die Rolle der Staatssicherheit und die Treuhandstelle für den Interzonenhandel

5 Zusammenfassung

Anhang
Tabelle 17: Haftorte mit Arbeitseinsatz von Gefangenen (1973-89)
Abkürzungen
Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Tabellen
Register der Orte, Firmen und Institutionen

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