Navigation und Service

40 Dinge

Fundstücke aus 40 Jahren Stasi

In unserer Youtube-Serie Serie "40 Dinge" erklärt der Historiker Dr. Springer die Geschichten zu 40 Fundstücken aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv. Die Videos basieren auf der BStU-Publikation "Verschluss-Sachen".

1950 - Ein Umschlag voller "Hetzbuchstaben"

Am 10. Juli 1950 fanden drei Volkspolizisten in Leipzig auf der Straße verteilt 30 aus rosafarbenem Papier ausgeschnittene Buchstaben "F". Die Volkspolizisten stellten das Papier sofort sicher. Das "F" stand für "Freiheit", und war Anfang der 50er Jahre durch westliche Flugblätter und Broschüren als Symbol in DDR-Oppositionskreisen populär geworden. Eine zufällige Festnahme brachte die das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) auf die Spur von mehreren Studenten. Ein sowjetisches Militärgericht verhängte schwere Strafen gegen sie.

1963 - Ein Kronkorken unter Spionageverdacht

Der Technische Direktor des VEB Berliner Brauereien hatte dem DDR-Ministerrat über Probleme des Betriebs mit Flaschenverschlüssen berichtet. Der Fall landete bei der Stasi, die sich intensiv mit der Angelegenheit beschäftigte. Sie vermuteten, die schlechten Kronkorken könnten eine Folge westlicher Sabotage sein. Der in den Akten der Geheimpolizei überlieferte Kronkorken lässt sich durchaus als Beispiel für die Rolle des MfS in der Wirtschaft der DDR betrachten.

1964 - "Puckelrussisches Hängebauchschwein"

Mit der beschrifteten Metallschiene ("Puckelrussisches Hängebauchschwein") wollten Arbeiter des VEB Betonwerk Berlin-Grünau ihren Kollegen Willi S. beleidigen. Er galt unter den Kollegen als Außenseiter. Die Geheimpolizei übernahm die Ermittlungen, weil sie eine gegen die Sowjetunion gerichtete Tat vermutete.

1977 - Der Kiez des kleinen Erich

Wie gelangte eine Bilderserie des West-Berliner Stadtteils Wedding in das Stasi-Unterlagen-Archiv? Sie waren das Geschenk eines alten Weggenossen an Stasi-Chef Erich Mielke zu seinem 70. Geburtstag. Denn dort, im Wedding, war Mielke einst aufgewachsen - eine Heimat im Westen, die der DDR-Minister nun nicht mehr besuchen konnte.

1985 - "Agentenschleuse" und "Gespensteröffnung"

Der Bahnhof Friedrichstraße war die wichtigste Grenzübergangstelle in Berlin zwischen 1961 und 1990. Als Grenzübergangsstelle hatte der Bahnhof für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) eine zentrale Bedeutung. Hier mussten Fluchtversuche verhindert werden und hier erfasste das MfS bei den Passkontrollen Daten der Reisenden. Aus Furcht vor westlichen Geheimdiensten, aber auch um Vorbereitungen für Fluchtversuche zu erschweren, war das Fotografieren am Bahnhof nicht erlaubt. Fotografische Quellen zur Geschichte des Bahnhofs aus diesen Jahren stammen deshalb fast ausschließlich aus den Hinterlassenschaften des MfS.

Zum Youtube-Kanal

Stasi-Unterlagen-Archiv auf Youtube

Bürgerberatung

In der Zentralstelle des BStU in der Karl-Liebknecht-Straße in Berlin beraten Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerberatung telefonisch oder persönlich zu Fragen der Akteneinsicht.

weiterlesen: Bürgerberatung …

Stasi Mediathek

Stasi-Akten online lesen: www.stasi-mediathek.de