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Friedliche Revolution und Mauerfall

Online-Angebote des Stasi-Unterlagen-Archivs

40 Jahre lang teilte eine stark gesicherte Grenze Deutschland in zwei Teile. Eine Mauer verlief mitten durch Berlin. Als sich die Menschen in der DDR dagegen und die Zustände in ihrem Land zu wehren begannen, reichte ein Jahr aus, um das herrschende SED-Regime zu stürzen. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, wenig später war die DDR Geschichte. Dokumente aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv erlauben vielfältige Einsichten in den Verlauf dieser Friedlichen Revolution.

Die Berliner Mauer am Brandenburger Tor im Jahr 1989.Die Berliner Mauer am Brandenburger Tor im Jahr 1989. Quelle: BStU, MfS, HA I, Fo, Nr. 365, Bild 33 (Ausschnitt)

Die Friedliche Revolution war Teil des allgemeinen gesellschaftlichen Aufbruchs innerhalb des Ostblocks in den 80er Jahren. In der DDR forderten oppositionelle Kräfte Veränderungen nach dem Vorbild von Glasnost und Perestroika (russisch für: Offenheit und Umgestaltung) in der Sowjetunion. Es entstanden Bürgerrechts-, Ausreise- und Umweltbewegungen. Jugendliche, Kirchenmitglieder, Künstler und Intellektuelle fanden dort eine Plattform, um Kritik am System zu äußern.

Die SED-Führung reagierte darauf mit einer Verhärtung ihrer politischen Linie und schottete sich zunehmend vom eigenen Volk und dessen Problemen ab. Die erstarrten Denk- und Führungsstrukturen machten nicht nur staats- und gesellschafts-, sondern auch wirtschaftspolitische Veränderungen unmöglich. Hinzu kamen außenpolitischer Druck und massive wirtschaftliche Probleme. Die Enttäuschung in der Bevölkerung wuchs und auch viele SED-Mitglieder begannen sich von ihrer Partei zu entfremden.

Demonstrationszug vor dem Palast der Republik am 4. November 1989Demonstrationszug vor dem Palast der Republik am 4. November 1989 Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo, Nr. 1021, Bild 14 (Ausschnitt)

Gleichzeitig entfaltete sich eine erhöhte Risikobereitschaft innerhalb der Oppositionsgruppen. Nachdem Bürgerrechtler nachweisen konnten, dass das offizielle Ergebnis der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 von knapp 99 Prozent nicht den Tatsachen entsprach, kam es zu offenen Protesten. Das brutale Vorgehen der Stasi dagegen wiederum ließen weite Teile der Bürgerbewegung und der Bevölkerung zunächst resignieren. Eine direkte Folge dessen war das Anwachsen der Ausreisewelle im Sommer 1989.

Der Druck auf die SED-Führung wuchs, auch die Reisebeschränkungen zu lockern. Die Verkündung des veränderten Reisegesetzes führte dazu, dass sich am 9. November 1989 Tausende an den Grenzanlagen im geteilten Berlin versammelten und so den Fall der Mauer herbeiführten. Der Besetzung von Stasi-Dienststellen der Stasi folgte schließlich die Auflösung der DDR-Geheimpolizei. Ihren Abschluss fand die Friedliche Revolution in den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990.

Transparente vor der Volkskammer am 4. November 1989.Transparente vor der Volkskammer am 4. November 1989. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo, Nr. 1021, Bild 2 (Ausschnitt)

Das Stasi-Unterlagen-Archiv hat verschieden Online-Schwerpunkte zusammengestellt, die an Hand von Videos, Texten und Dokumenten die Rolle der Stasi während der Friedlichen Revolution beleuchten.

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Die Zeugnisse der Revolution in der Sammlung zeigen das Geschehen aus Sicht der DDR-Geheimpolizei und dokumentieren vor allem Ereignisse, welche die Stasi als Angriff auf die Stabilität des SED-Staates wertete. Darüber hinaus geben sie Einblicke in das Innenleben des Stasi-Apparates.

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Der Revolutionskalender zeichnet die Anbahnung und den offenen Ausbruch der revolutionären Krise aus der Perspektive der Staatssicherheit dokumentarisch nach. Die Webseite ist chronologisch gegliedert. Auf eine kurze Erläuterung der Problematik folgt eine Auflistung von Dokumenten zum jeweiligen Thema.

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