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Mittwoch, 22. März 2017, 15.00 - 18.00 Uhr, Frankfurt

Führung und Lesung

Das Gesundheitswesen und die Stasi

15.00 - 16.00 Uhr Bürgerberatung

16.00 - 17.15 Uhr Vortrag und Gespräch
Referent: Rüdiger Sielaff, BStU

StetoskopQuelle: BStU

Für die "operative Sicherung" des Gesundheitswesens in der Bezirksstadt war die Stasi-Hauptabteilung bzw. Abteilung (auf Bezirksebene) XX/1 zuständig.

Aus den Stasi-Unterlagen wird die umfassende Überwachung insbesondere des Bezirkskrankenhauses Frankfurt (Oder) deutlich. Das MfS war durch offizielle und inoffizielle Kontakte über berufliche und persönliche Details der Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesens umfassend informiert.
Darüber wurde in sog. Parteiinformationen kontinuierlich an die SED-Bezirksleitung berichtet:

Angehörige der medizinischen Intelligenz des Bezirkes seien in kirchlichen Akademikerkreisen tätig und würden in sog. freien Diskussionen über "Erschwernisse der ärztlichen Berufsausübung" sowie über Fragen der Friedenssicherung und des Umweltschutzes sprechen.

Verschiedene Inoffizielle Mitarbeiter berichten aus Gesundheitseinrichtungen von der Dialyse bis zur ITS (Intensivstation), vom Transfusionswesen, der Stomatologie bis zur SMH (Schnelle Medizinische Hilfe). Sie berichten auch vom Fehlen teurer NSA-Medikamente, über Blätter mit negativem Inhalt im Zentrallabor oder von Westfreunden und Westfernsehen

"Beim Einsatz (von) IM wird sichtbar, dass besonders Ärzte als IM nur bedingt einsetzbar sind ... Bessere Erfolge (...) konnten IM, die zu den Bezugspersonen gehören, erzielt werden“, heißt es in den Stasi-Unterlagen.

Um die ideologische Grundhaltung des mittleren medizinischen Personals sei es schlecht bestellt. Die Ärzte dort seien zwar grundsätzlich "zu Problemen der Friedenserhaltung (interessiert), jedoch wird nach wie vor eine prowestliche Einstellung (….) deutlich."

17.15 - 18.00 Uhr Archivführung

Mitarbeiterinnen führen Sie durch das Archiv, in dem ca. 7.700 laufende Meter Unterlagen, darunter 1,6 Millionen Karteikarten aufbewahrt werden. Der Rundgang dauert 45 Minuten.

Zu sehen sind in den Magazinräumen des Archivs z.B. die Gleitregalanlagen, in denen die Stasi-Unterlagen verwahrt werden. Dem Besucher werden die unterschiedlichsten Aktenkategorien erläutert, die von der Stasi nach genauen Dienstanweisungen spezifiziert wurden.

Einige wichtige Karteien, die vom MfS erstellt wurden und noch heute als Grundlage für die Recherchen zur Akteneinsicht dienen, sind u.a.:

  • die Personenkartei,
  • die Vorgangskartei,
  • die Straßenkartei und
  • die Decknamenkartei.

Mit ihnen kann festgestellt werden, ob der Antragsteller z.B. Mitarbeiter der Stasi war oder als Betroffener mit entsprechenden Maßnahmen von der Stasi bearbeitet wurde.

Der Eintritt ist frei.

Zeit Mittwoch, 22. März 2017, 15.00 - 18.00 Uhr

OrtBStU, Außenstelle Frankfurt (Oder)
Fürstenwalder Poststraße 87
15234 Frankfurt

Veranstalter BStU, Außenstelle Frankfurt (Oder)
Fürstenwalder Poststraße 87
15234 Frankfurt
Telefon: (03 35) 60 68-0
Fax: (03 35) 60 68-24 19
E-Mail: astfrankfurt@bstu.bund.de