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Mittwoch, 08. November 2017, 18.15 Uhr, Berlin

Kolloquium

Ein Geist geht um in Arabien – Wie die Deutschen ihren Kommunismus in den Jemen brachten

Eine interdisziplinäre Fallstudie zum intensiven Engagement der DDR im einzigen marxistisch-leninistischen Staat der arabischen Welt – der Volksrepublik Jemen

Referentin: Dr. Miriam M. Müller (Hamburger Institut für Sozialforschung)

Auf Grundlage umfassender Archivarbeit geht die Autorin der Frage nach: Warum gerade Jemen? Wie und warum kann sich eine diesem Land, seiner Geschichte, Kultur und Gesellschaft derart fremde Ideologie festsetzen? Und was genau hatte die DDR dort, "am Ende der Welt", zu suchen?

Dabei argumentiert Müller mit Bezug auf die gesamte arabische Welt gegen den noch immer vorherrschenden Konsens, es habe im Machtbereich der Sowjetunion keine eigenständige Außenpolitik des SED-Staates geben können. Für den Südjemen diagnostiziert die Autorin eine DDR-eigene Außenpolitik des State- und Nation-Buildings unter sozialistischen Vorzeichen. Diese zielte weit über die drei von Müller selbst für die Länder des "Global South" identifizierten langfristigen Strategien Ost-Berlins hinaus. Als "Musterländle" habe die DDR ihr System als Blaupause in den Südjemen übertragen wollen.

Die Autorin zeichnet detailliert das Bild eines arabischen Staates, dessen Einheitspartei, Sicherheitsapparat, Jugend- und Frauenverbände, ja selbst die Kindergärten über mehr als eine Dekade hinweg nach DDR-Vorbild funktionierten. Mit dieser provokativen These will Müller ein zeithistorisches Thema mit politikwissenschaftlicher Methode packen. Ob und wie ihr das gelungen ist, wird nach ihrem Vortrag zur Diskussion gestellt.

Der Eintritt ist frei.

Zeit Mittwoch, 08. November 2017, 18.15 Uhr

OrtDer Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Besucherraum/Foyer, Haus 31, Erdgeschoss
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin

Veranstalter Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: (030) 23 24-88 01
Fax: (030) 23 24-88 09
E-Mail: GZ.BF@bstu.bund.de