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Samstag, 17. Juni 2017, 16.00 - 22.00 Uhr, Berlin

Aktionstag

Aufruhr in der Diktatur

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Folgen

Der 17. Juni 1953 ist ein Schlüsselereignis der DDR-Geschichte: Nur wenige Jahre nach Gründung der DDR kam es in fast 700 Städten und Gemeinden zu Demonstrationen und Streiks. Was als Protest von Bauarbeitern begann, entwickelte sich rasch zu einem Volksaufstand.

Demonstranten gehen am 17. Juni 1953 mit Fahnen durchs Brandenburger TorDemonstranten gehen am 17. Juni 1953 mit Fahnen durchs Brandenburger Tor Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, B 145 Bild-00203065

Die Ereignisse trafen das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genauso unvorbereitet wie die SED-Führung. Nur durch das Eingreifen des sowjetischen Militärs konnte der Aufstand niedergeschlagen werden.

Die Erhebung und das Versagen des Sicherheitsapparats lösten ein tiefsitzendes Trauma bei den Machthabern der DDR aus. In der Folge wuchs die Stasi zu einem umfassenden Überwachungs-, Disziplinierungs- und Repressionsapparat, der seine Methoden im Laufe der Jahrzehnte verfeinerte. Dennoch war sie im Herbst 1989 nicht in der Lage, die Friedliche Revolution zu stoppen.

Filme, Vorträge, Gespräche und Führungen am Ort der ehemaligen Stasi-Zentrale nehmen die Ereignisse vom 17. Juni in den Blick und fragen nach den Folgen des Aufstandes. Welche Lehren zog die Stasi aus ihrem Versagen? Was bewirkte die niedergeschlagene Rebellion bei den Menschen? Welche Parallelen lassen sich zu Aufständen der jüngsten Vergangenheit ziehen?

Aus dem Programm:

16.00 Uhr: Eröffnung ("Haus 22")
Gespräch mit Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Dr. Hubertus Knabe (Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen), Tom Sello (Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.) und Bernd Lippmann (Vorsitzender des Trägervereins für das Stasimuseum)
Impulsvortrag: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Folgen, Dr. Roger Engelmann (Historiker beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen / BStU)

16.00 Uhr: Podiumsdiskussion "Träume und Traumata gescheiterter Revolutionen" ("Haus 22")
Welche Parallelen haben der 17. Juni und Aufstände in Diktaturen heute? Es diskutieren Dina El-Sharnouby (Politikwissenschaftlerin), Sinisa Sikman (Politaktivist vom Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies), Roland Jahn, Moderation: Dagmar Hovestädt (Pressesprecherin des BStU)

17.30 Uhr: Führung "Stasi-Minister Erich Mielke und der 17. Juni 1953" (vor "Haus 1")
Wie beeinflusste der Volksaufstand den späteren Aufstieg von Erich Mielke? Sonderführung durch die historische Minister-Etage im Stasimuseum, Sven Behrend (Politikwissenschaftler, Stasimuseum)

18.00 Uhr: Vortrag "Im Goldenen Käfig. DDR-Anwälte in der Ära Honecker" ("Haus 22")
Vorstellung einer neuen wissenschaftlichen Studie über die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, DDR-Rechtsanwälte im Sinne des Idealbildes vom "sozialistischen Anwalt" zu formen, Dr. Christian Booß (Forscher beim BStU)

18.30 Uhr Geländeführung "Vom Finanzamt zur Stasi-Stadt" (Vor "Haus 22")
Führung zur Entwicklung und zum fortwährenden Ausbau der Stasi-Zentrale nach dem Volksaufstand

18.30 Uhr Führung "Das Innenleben einer Geheimpolizei" (vor "Haus 7")
Rundgang durch das Stasi-Unterlagen-Archiv

19.00 Uhr Führung "Die vollendete Revolution" ("Haus 22")
Eine Kuratorenführung durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall" setzt den 17. Juni mit der Friedlichen Revolution 1989/90 in Beziehung.

19.00 Uhr Vortrag "Der 17. Juni im Spiegel der Stasi-Unterlagen" ("Haus 22")
Präsentation von Akten, Fotos und Tondokumenten zum 17. Juni in der "Stasi-Mediathek des BStU"

19.30 Uhr Vortrag Die Stasi im Westen - Struktur und Ziele der MfS-Auslandsspionage ("Haus 22")
Prof. Dr. Daniela Münkel (Historikerin beim BStU)

20.00 Uhr Gespräch Westarbeit der Stasi zwischen Fiktion und Wirklichkeit ("Haus 22")
Vorführung der ZDF-Agentenserie "Der gleiche Himmel" (3), vorab Expertengespräch mit der Historikerin Prof. Dr. Daniela Münkel und dem Autor und Regisseur Florian Hartung, Moderation: Dagmar Hovestädt

Lageplan der ehemaligen Stasi-ZentraleLageplan der ehemaligen Stasi-Zentrale Quelle: BStU

Weitere Programmangebote:

  • Der 17. Juni 1953 im Film - Ausgewählte Fernsehfilme und Dokumentationen über den 17. Juni, Terrasse "Haus 22"
  • Bildungswegweiser zum 17. Juni 1953 - Pädagogische Angebote für die schulische und außerschulische Bildung, "Haus 22"
  • Virtueller Rundgang durch das Stasi-Gefängnis - Virtuelle Reise durch das frühere Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen, "Haus 22"
  • Bürgerberatung und Antragstellung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen (Bitte ein gültiges Personaldokument mitbringen), "Haus 22"
  • Info-Tisch der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V., "Haus 22"
  • Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" im Stasimuseum, "Haus 1" (geöffnet bis 20 Uhr)
  • Gefangenentransporter - Ausstellung von zwei DDR-Gefangenentransportern, ausgestattet mit mobilen Hörstationen. Ehemalige politische Häftlinge berichten über ihre Erfahrungen, Innenhof
  • "Wo landeten die inhaftierten Aufständischen des 17. Juni?" - Shuttle-Transfer um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Treffpunkt im Innenhof
  • "Revolution und Mauerfall" - Open-Air-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft
  • Spezialitäten von Street-Food-Anbieter "Milchmädchen"

Der Eintritt ist frei.

Zeit Samstag, 17. Juni 2017, 16.00 - 22.00 Uhr

OrtStasi-Zentrale
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Veranstalter Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: (030) 23 24-89 18
Fax: (030) 23 24-71 79
E-Mail: veranstaltungen@bstu.bund.de

Mitveranstalter

  • Stasi-Museum Berlin
  • Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen
  • Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
  • UOKG - Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.