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Samstag, 17. Januar 2015, 11.00 - 19.00 Uhr, Berlin

Bürgertag

Demokratie statt Diktatur

25 Jahre Ende der Stasi

Vor 25 Jahren verschafften sich erstmals mutige Demonstranten Zugang zur Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit. Es war der Beginn der Besetzung des bis dahin streng bewachten Geländes in Berlin-Lichtenberg. Bürgerinnen und Bürger retteten Akten der DDR-Geheimpolizei Stasi vor der Vernichtung und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Download: Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Programmflyer zum Bürgertag des BStU (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Eine Menschenmenge bei der Besetzung der Stasi-Zentrale in der Normannenstraße, Plakate und Fahnen werden mitgeführt.Besetzung der MfS-Zentrale am 15. Januar 1990 in der Normannenstraße Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft / Rolf Walter

Zum Jubiläum dieses historischen Ereignisses lädt der BStU zum Bürgertag in der ehemaligen Stasi-Zentrale ein. Das Stasi-Museum am Dienstsitz von Minister Erich Mielke wird mit einer neuen Dauerausstellung wiedereröffnet. Das Archiv mit den Stasi-Unterlagen steht ganztägig für einen Rundgang offen. Ein vielfältiges Programm gibt Einblicke in die Arbeitsweise der Geheimpolizei.

Das aktualisierte Programm:

Die neue Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur"

Zum Bürgertag öffnet um 11.00 Uhr die neue Dauerausstellung von ASTAK e.V. und BStU im Stasi-Museum in "Haus 1" ihre Türen. Dokumente, Fotos, Film- und Tonaufnahmen sowie Objekte der Stasi geben Einblick in die Geschichte, Funktion und Arbeitsweise der SED-Geheimpolizei und zeigen, was das für Menschen bedeutete. Besuchen Sie die Ausstellung und das original erhaltene Büro Erich Mielkes im Rahmen eines individuellen Rundgangs oder einer der regelmäßigen Führungen. Darüber hinaus informieren die Ausstellungsmacher über besondere Exponate, Fälle, Daten und Themenaspekte.

  • "Haus 1", Beginn des Rundgangs ab Foyer

Blick in die Ausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur"Blick in die neue Ausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" im Stasi-Museum Quelle: BStU / Kulick

Gespräch mit den Machern der neuen Dauerausstellung

Die Ausstellungskuratoren Dr. Gabriele Camphausen (BStU) und Jörg Drieselmann (ASTAK e.V.) berichten über Entstehung und Anliegen von "Staatssicherheit in der SED-Diktatur". Sie beantworten Fragen zu den Exponaten und erzählen die Geschichten hinter der neuen Dauerausstellung am Dienstsitz Erich Mielkes. Zudem stehen Ihnen die Gestalter der Schau, Christine Kitta und Dr. Christian Dirks (W 22), für Gespräche zur Verfügung.

  • 15.00 Uhr, "Haus 1", 3. OG, Raum 312

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Offenes Stasi-Archiv

Das Archiv des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen steht ganztägig allen Besuchern offen. Der Rundgang gibt einen Eindruck vom Innenleben der DDR-Geheimpolizei mit ihren 111 Kilometern erhaltenen Dokumenten, vielen Videos, Fotos und Tonaufnahmen. Erfahren Sie mehr über das komplexe Karteisystem, die Akten in den Magazinräumen und die Restaurierungswerkstatt. Außerdem können Sie beim Archivrundgang in Aktenbeispielen lesen.

  • Ganztägig, "Haus 7", Eingang im 3. OG

Um 14.00 und um 16.00 Uhr finden darüber hinaus Archivführungen in Gebärdensprache statt. Bei Interesse melden Sie sich bitte im Vorfeld unter archivfuehrungen@bstu.bund.de an.

  • Treffpunkt: "Haus 7", 4. OG, Foyer

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Bürgerberatung und Antragstellung auf persönliche Akteneinsicht

Fast sieben Millionen Anträge und Ersuchen gingen seit 1992 bei der Stasi-Unterlagen-Behörde ein. Auch heute noch stellen jeden Monat über 5.000 Menschen einen Antrag auf Akteneinsicht, wollen Forscher und Medienvertreter zu Themen recherchieren. Beim Bürgertag können Sie sich dazu beraten lassen und unkompliziert Anträge stellen. Wichtig: Bitte bringen Sie dafür ein gültiges Personaldokument mit!

  • Ganztägig, "Haus 7", Erdgeschoss, Räume 004, 005, 022, 023, 024, 025

Stasi-Akten im ArchivBlick in die Aktenregale im Stasi-Archiv in Berlin. Quelle: BStU

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Podiumsdiskussionen in "Haus 22"

11.30 Uhr: "Macht das Tor auf!" – Die Besetzung der Stasi-Zentrale und ihre Folgen

Bürgerrechtler verhinderten vor 25 Jahren die Vernichtung der Akten und setzten deren Öffnung durch. Ob sich der Einsatz gelohnt hat, diskutieren die Zeitzeugen:

  • Vera Lengsfeld, Zeitzeugin
  • Dr. Harald Terpe, MdB
  • Stephan Konopatzky, BStU
  • Thomas Heise, Spiegel TV
  • Staatssekretär David Gill, Chef des Bundespräsidialamtes
  • Moderation: Robin Lautenbach, ARD

13.00 Uhr: Stasi ohne Ende? Die Zukunft der Stasi-Akten

Wie sieht die Nutzung der Stasi-Akten in der Zukunft aus? Wie soll man mit den darin enthaltenen Informationen umgehen, wie sollen die Akten erhalten werden? Die Zukunft des Stasi-Archivs diskutieren:

  • Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
  • Ulrike Poppe, LAkD Brandenburg
  • Jörg Drieselmann, ASTAK e.V.
  • Thomas Krüger, Präsident Bundeszentrale für politische Bildung
  • Rainer Wagner, UOKG e.V.
  • Moderation: Sven Felix Kellerhoff, Die Welt

Luftaufnahme von "Haus 1" der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg.Luftaufnahme von "Haus 1" der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Hier befindet sich auch der Bürotrakt des langjährigen Stasi-Chefs Erich Mielke. Quelle: BStU / Thomas Rosenthal

14.30 Uhr: Von der "Stasi-Stadt" zum "Campus für Demokratie"? Zukunftsvisionen für die ehemalige Stasi-Zentrale

Welche Szenarien sind für das Areal der Geheimpolizei in Berlin-Lichtenberg vorstellbar? Kann aus der einstigen Schaltzentrale der Repression in der SED-Diktatur heute ein Ort der Aufklärung über Diktatur und
Widerstand werden? Es diskutieren:

  • Constanze Cremer, Geschäftsführerin Stattbau
  • Prof. Dr. Sybille Frank, TU Berlin
  • Tom Sello, Robert-Havemann-Gesellschaft
  • Dr. Anna Kaminsky, Bundesstiftung Aufarbeitung
  • Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
  • Moderation: Sven Felix Kellerhoff, Die Welt
  • Einführungsvortrag zur Verortung des Geländes im Stadtraum: Dr. Christian Halbrock, BStU

16.00 Uhr: Stasi und NSA. Gibt es Lehren aus der Vergangenheit?

Die Datenspeicherung durch Geheimdienste und Unternehmen entfachte eine neue Debatte um Überwachung, Selbstzensur und den Wert von Freiheit in der digitalen Gesellschaft. Welche Lehren lassen sich aus der SED-Diktatur ziehen? Und wie verändert Datenüberwachung heute Menschen und Gesellschaft?

  • Dr. Alexander Dix, Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit
  • Dr. Roger Engelmann, BStU
  • Dr. Sandro Gaycken, Direktor des Digital Society Institute, ESMT Berlin
  • Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand Transparency International Deutschland e.V.
  • Markus Löning, Stiftung Neue Verantwortung
  • Moderation: Harald Asel, InfoRadio, rbb

Ein Stasi-Mitarbeiter beim Abhören von Telefongesprächen an seinem ArbeitsplatzEin Stasi-Mitarbeiter beim Abhören von Telefongesprächen an seinem Arbeitsplatz Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, Nr. 308

17.30 Uhr: Rock und Revolution: DDR-Subkultur und die Stasi

Jugend, Musik und Staatsmacht standen in der DDR immer im Widerspruch. Die Stasi versuchte zu steuern, sorgte für Zensur, Bespitzelung und Verhaftungen. Über die Sehnsucht nach Freiräumen in einer Diktatur diskutieren:

  • Mark Reeder, Musiker und Produzent
  • Michael Boehlke, Punk-Archiv Substitut
  • Kai-Uwe Kohlschmidt, Sandow
  • Dr. Bernd Florath, BStU
  • Moderation: Anja Caspary, Radio Eins, rbb

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Vorträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BStU

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BStU informieren ganztägig zu aktuellen Forschungs- und Archivthemen. Folgende Vorträge aus den Abteilungen Archiv und Auskunft finden in "Haus 7", Erdgeschoss, Raum 026 statt:

  • 11.30 Uhr: Akten, Fotos, Filme, Töne. Die Hinterlassenschaft der Staatssicherheit, Susanna Wurche, Dr. Jens Niederhut
  • 12.30 Uhr: Forschen im Stasi-Unterlagen-Archiv,
    Rüdiger Droysen von Hamilton
  • 13.30 Uhr: Auf Schritt und Tritt – die Fotos der Stasi, Katrin Rübenstrunk
  • 14.30 Uhr: Aufarbeitung vs. Datenschutz – StUG for Beginners,
    Harald Both
  • 15.30 Uhr: Das Gedächtnis der Staatssicherheit – Aufgaben, Entwicklung und Personal der Abteilung XII des MfS,
    Dr. Philipp Springer
  • 16.30 Uhr: "Freiheit für meine Akte!" – Die Öffnung der Stasi-Akten 1992, Martin Griese
  • 17.30 Uhr: Manuelle Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten,
    Rüdiger Sielaff
  • 18.30 Uhr: Wege zur Aufarbeitung in anderen Ländern, Harald Both

Die Forschungsabteilung des BStU informiert in "Haus 7", 1. OG, Raum 127 über folgende Themen:

  • 12.00 Uhr: "Fasse Dich kurz! Der grenzüberschreitende Telefonverkehr der Opposition in den 1980er Jahren und das MfS in der DDR",
    Dr. Helge Heidemeyer im Gespräch mit Arno Polzin
  • 13.00 Uhr: Der Einfluss der Stasi auf politische Prozesse in der Ära Honecker, Christian Booß
  • 14.00 Uhr: Brennpunkt Chemie. Die Reaktion der Staatssicherheit auf Wirtschafts- und Umweltkrisen im Bezirk Halle,
    Mark Schiefer, Martin Stief
  • 15.00 Uhr: MfS contra BND. Der deutsch-deutsche Geheimdienstkrieg, Prof. Dr. Daniela Münkel, Dr. Elke Stadelmann-Wenz
  • 16.00 Uhr: Die DDR im Blick der Stasi. Die geheimen Berichte an die SED-Führung 1953–1989, Prof. Dr. Daniela Münkel, Dr. Henrik Bispinck
  • 17.00 Uhr: Politische Denunziation in der DDR, Dr. Anita Krätzner
  • 18.00 Uhr: Die AIDS-Verschwörung, Dr. Douglas Selvage

Mitarbeiter der Internetredaktion des BStU präsentieren in "Haus 1", 3. OG, Raum 312, die neue "Stasi-Mediathek" anhand folgender Beispiele:

  • 12.30 Uhr: Stasi-Akten im Internet: Der Schauprozess gegen den Grenzpolizisten Manfred Smolka in der neuen "Stasi-Mediathek", Norman Kirsten, Sascha Plischke
  • 16.30 Uhr: Stasi-Akten im Internet: Das Udo Lindenberg-Konzert 1983 im Palast der Republik in der neuen "Stasi-Mediathek",
    Norman Kirsten, Sascha Plischke

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Angebote für Jugendliche

Projektwerkstatt mit Bildungsangeboten für junge Menschen

In der multimedialen Projektwerkstatt informiert das Bildungsteam über kostenlose Angebote für junge Menschen. Dazu zählen eine Poster-Ausstellung speziell für Schulen, Auszüge aus Archivdokumenten ("Quellen für die Schule") sowie Unterrichtsmaterialien, etwa zum Thema "Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter". Für Schülerprojekttage gibt es ein GPS-basiertes Educaching-Projekt auf dem Stasi-Gelände. Am Bürgertag können Sie hier bei einem Quiz, Wissenstests und einem Würfelspiel Ihre Kenntnisse zur DDR-Staatssicherheit erproben.

  • Ganztägig, "Haus 1", 4. OG, Raum 418

Schüler beim Studium der "Quellen für die Schule"Schüler beim Studium der "Quellen für die Schule" Quelle: BStU

14.30 Uhr: Geländeführung für Jugendliche - "Mielkes Revier"

Wo saß Stasi-Chef Erich Mielke? Wo hatte das Ministerium seine Krankenstation, wo seine Funkabwehrstation? In welchem Gebäude schmiedete der Agent Stiller den Plan, geheime Informationen an den Westen zu verraten? Für junge Menschen lässt der Rundgang über das historische Gelände der Stasi-Zentrale Geschichte lebendig werden.
(Dauer: ca. 60 min)

  • Treffpunkt: "Haus 1", 4. OG, Raum 418

Die Stasi-Unterlagen-Behörde als Arbeitgeber: Azubis stellen ihre Arbeit vor

  • Ganztägig, "Haus 7", 3. OG, Raum 321

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Weitere Angebote

  • Manuelle und virtuelle Rekonstruktion vernichteter Stasi-Unterlagen
    (Ganztägig, "Haus 7", 3. OG, Raum 327)
  • Hörstationen mit Stasi-O-Tönen, Tonwerkstatt
    (Ganztägig, "Haus 7", 2. OG)
  • Themenraum: die Stasi-Zentrale im heutigen Berlin-Lichtenberg
    (Ganztägig, "Haus 7", 2. OG, Raum 227)
  • Vorführungen von Dokumentarfilmen
    ("Haus 7", 6. OG, Raum 604)
  • Filme des ARD-Magazins "Kontraste" über das Ende von Mauer und Staatssicherheit
    (Ganztägig, "Haus 7", 2. OG, kleiner Flur links)
  • Überwachungs-, Vernehmungs- und Schulungsfilme der Stasi
    (Ganztägig, "Haus 7", in den Paternostern)
  • Markt der Möglichkeiten
    (Ganztägig, "Haus 7", Erdgeschoss bis 4. OG)
  • Geländeführungen "Mielkes Revier"
    (Jeweils 11.30, 13.30, 15.30 Uhr, Treffpunkt: Eingang von "Haus 7)
  • Führung "Stasi am Ende: Auf den Spuren der Besetzer des 15. Januar 1990" (17.30 Uhr, Treffpunkt: Eingang von "Haus 7")
  • Weitere Ausstellungen:
    "Stasi Ohn(e)Macht. Die Auflösung der DDR-Geheimpolizei"
    "Kämpfen an der Seite der Genossen. Die Frauen der DDR-Staatssicherheit"
    "Überwachen. Verfolgen. Verängstigen"
    (Jeweils ganztägig in "Haus 7")
    "Lernt polnisch"
    (Ganztägig in "Haus 22")
  • Lehrerfortbildungen
    (Jeweils 11.30 und 15.30 Uhr in "Haus 1", 4. OG)
  • Buchverkauf durch die "Buchhandlung89"
    (Ganztägig, "Haus 22", Erdgeschoss)
  • Eine Zeitreise 1914–2014
    (Ganztägig auf dem Hof der ehemaligen Stasi-Zentrale)

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Die ehemalige Stasi-Zentrale ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit der U-Bahnlinie 5, Haltestelle Magdalenenstraße, zu erreichen. Der Umstieg in die U-Bahnlinie ist unter anderem in der nahe gelegenen S- und U-Bahnhaltestelle Frankfurter Allee möglich.Die ehemalige Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ist vom Alexanderplatz aus mit der U-Bahnlinie 5 zu erreichen, Haltestelle Magdalenenstraße. Zugänge zum Gelände gibt es auch von der Rusche- und Normannenstraße aus. Quelle: Pralle Sonne

Medienpartner

  • Der Tagesspiegel
  • InfoRadio vom rbb

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Der Eintritt ist frei.

Zeit Samstag, 17. Januar 2015, 11.00 - 19.00 Uhr

OrtDer Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Ehemalige Stasi-Zentrale

Ruschestraße 103
10365 Berlin

Veranstalter Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: (030) 23 24-71 94
Fax: (030) 23 24-71 79
E-Mail: veranstaltungen@bstu.bund.de

Mitveranstalter

  • ASTAK e.V.
  • Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
  • Bezirksamt Lichtenberg