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Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit

Teil 3: Statistiken
Helmut Müller-Enbergs unter Mitarbeit von Susanne Muhle

Mit Datenbank auf CD-ROM
1024 Seiten
Ch. Links Verlag
Preis: 39,90 Euro
ISBN 978-3-86153-441-9
urn:nbn:de:0292-2012012009

Inhalt

Das Ministerium für Staatssicherheit verfügte über einen gigantischen Apparat, der geheimpolizeilich und nachrichtendienstlich die innere wie äußere Sicherheit der DDR garantieren sollte. Mit der Studie "Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Teil 3: Statistiken" von Helmut Müller-Enbergs liegt erstmalig ein Nachschlagewerk vor, das auf empirischer Grundlage Antworten auf die Fragen gibt: Wie viele inoffizielle Mitarbeiter gab es seit 1950? Wie viele Frauen waren darunter? Wie war dieses Netz in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland verteilt? Wie alt waren die heimlichen Informanten in der Regel? Welche Herkunft und politischen Motive hatten sie? Wie lange waren sie IM und aus welcher sozialen Schicht stammten sie vor allem?

Der Band ist im Ch. Links Verlag erschienen und über den Buchhandel zu beziehen.

Zur Handhabung der IM-Statistiken

Aus rund 620 000 gesichteten Daten wurden für diese Arbeit die relevanten ermittelt und in einem einheitlichen Schema dargestellt. Dieses folgt stets den Bezeichnungen des MfS für die IM-Kategorien, die allerdings über die Jahre hinweg verändert wurden. Entsprechend wurden die im Anhang ausgewiesenen Schemata angepasst. Berücksichtigung finden ausschließlich exakte Daten, die einer Diensteinheit und einem Zeitpunkt zugeordnet werden können. Publizierte Daten ohne überprüfbare Provenienz wurden selbst dann nicht übernommen, wenn auch sonst keine Angabe zur Diensteinheit vorliegt. Die Herkunft einer jeden Zahl im Schema ist in der Fußnote als »Quelle« ausgewiesen. Aus Platzgründen erschien die Zitation des vollständigen Aktentitels verzichtbar.

Das Datenschema zur Anzahl der IM je MfS-Diensteinheit ist in der Regel in vier Spalten untergliedert und wird bei Anfall von Teildaten in einem Jahr mit einem grau unterlegten Summenfeld abgeschlossen. So wird die Summe der IMS, IMB, IME und FIM (zur Erläuterung der IM-Kategorien vergleiche Kapitel 2.5, S. 53 f. im Buch) im grau unterlegten Feld »∑ (1)« abgebildet. Die einzelnen Summen werden für ein Jahr insgesamt kumuliert, wenn die entsprechenden Teildaten bekannt sind oder von vornherein deren Summe vorliegt. Diese Angaben werden in der rechten Spalte »∑ (1, 2, GMS)« zusammengetragen und treffen eine Aussage zur Gesamtzahl der IM einer Diensteinheit im definierten Jahr. Der schematische Aufbau und die Spaltenanordnung orientieren sich an Überlieferungsgegebenheiten. Das MfS selbst hat mitunter nur einzelne Zusammenfassungen erstellt oder für dokumentierbar befunden.

In der vorliegenden Datei werden zunächst die Gesamttabellen, dann – soweit Daten vorhanden sind – die Hauptabteilungen und Abteilungen mit ihren jeweiligen Unterabteilungen, Referaten, dann die Bezirksverwaltungen mit ihren Kreisdienststellen und schließlich die Vorgänge der Hauptverwaltung A und ihrer Abteilungen XV in den Bezirksverwaltungen gelistet. Unterhalb dieser Ebene erfolgt die Reihenfolge der Diensteinheiten nach ihrer numerischen Selbstbezeichnung oder alphabetisch. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde auf eine Anordnung nach Zuständigkeiten innerhalb des MfS verzichtet.

Soweit hilfreich oder bekannt, wird zu Diensteinheiten eine Aufgabenerläuterung gegeben. Die Quellen für diese Ausführungen befinden sich stets in der Fußnote unter »Literaturhinweis«. Dort sind auch weiterführende Publikationen genannt, die detailliertere Angaben über die Aufgabe einer Diensteinheit bieten oder weitergehende Analysen zu den statistischen Angaben enthalten. Da diese dem Leser lediglich eine erste Orientierung bieten sollen, erfolgte eine Auswahl; Vollständigkeit ist nicht angestrebt.

Aufgenommen sind in die Schemata nur in MfS-Unterlagen verzeichnete Daten und solche, die addierbar sind. Originaldaten finden sich in Normalschrift, errechnete Daten sind kursiv gesetzt. Sofern keine Zahl für das im Schema vorgesehene Feld aufgefunden wurde, bleibt es frei. Wird aus den Unterlagen ersichtlich, dass kein IM einer bestimmten Kategorie in einem Jahr geführt wurde, ist das Feld mit »0« belegt. Statistiken des MfS weisen mitunter für den gleichen Zeitpunkt unterschiedliche Zahlen aus. Überwiegend handelt es sich dabei um Nachmeldungen. Außerdem fanden sich Zahlendreher und Übertragungsfehler, die durch Mitarbeiter des MfS entstanden sind. Derartige Sachverhalte werden im Feld »Abweichungen« kenntlich gemacht. Eingang in die Tabelle und in die Berechnungen fanden die Angaben mit der größeren Plausibilität. Sofern dieses Kriterium nicht anwendbar war, wurde grundsätzlich der niedrigeren Angabe gefolgt.

Die einzelnen Datensätze sind nach ihrem Datum sortiert, wobei Zeitangaben in der Regel denen des MfS folgen. Nur in den Fällen, in denen die Staatssicherheit den 1. Januar als Erhebungszeitpunkt angab, wurde zur besseren Lesbarkeit der Tag davor, der 31. Dezember eingetragen. Angesichts der binnen eines Jahres mitunter beachtlichen Schwankungen der Anzahl der IM in einer Diensteinheit wurde in der Regel der 30. Juni und der 31. Dezember als Stichtag gewählt. War eine Angabe für ein Jahr auf diese Weise nicht zu ermitteln, wurden hilfsweise dazwischen liegende Zeitpunkte unter Angabe des Datums berücksichtigt.

In der Regel geben die Daten Auskunft über die Zahl der DDR-IM. In einzelnen Fällen konnten jedoch auch solche gefunden werden, die zwischen DDR-IM und denen im »Operationsgebiet«, also meist in der Bundesrepublik Deutschland, differenzierten. In solchen Fällen wurde eigens ein Schema für diese IM angefügt.

Berlin, April 2012

Helmut Müller-Enbergs

Zum Autor/Herausgeber

Helmut Müller-Enbergs
Dr., Jahrgang 1960, Dipl. Politologe; wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU.

Susanne Muhle (Mitarbeiterin)
Jahrgang 1980, Historikerin; seit 2003 Praktika und Werkverträge beim BStU, seit September 2010 wissenschaftliche Volontärin der Stiftung Berliner Mauer.

IM-Statistiken als PDF

Die hier verfügbare PDF-Datei beinhaltet den kompletten statistischen Anhang des Verlagswerkes: Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3: Statistiken (PDF, 11MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

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