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Geschichte der DDR

Vom Volksaufstand 1953 über den Mauerbau bis zur Rolle der Stasi in der Friedlichen Revolution: Über die Menüleiste links erreichen Sie Themendossiers zu wichtigen Etappen der DDR-Geschichte, sie werden nach und nach ergänzt.

Im Grenzstreifen zwischen Ost-und West-Berlin, circa 1980, die Aufnahme ist Teil einer umfangreichen Dokumentation des Grenzverlaufs durch das MfS rund 20 Jahre nach dem Mauerbau.Im Grenzstreifen zwischen Ost-und West-Berlin. Die Aufnahme ist Teil einer umfangreichen Dokumentation des Grenzverlaufs durch das MfS rund 20 Jahre nach dem Mauerbau. Quelle: BStU MfS HA I Fo 1

Die DDR-Geschichte im Überblick: Am 7.10.1949 wurde auf sowjetisches Betreiben auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Mit Rücksicht auf gesamtdeutsche Optionen gab sich der ostdeutsche Teilstaat formal zunächst bürgerlich-demokratisch: Die Verfassung lehnte sich eng an die Weimarer Reichsverfassung an, der Staat war föderalistisch gegliedert, fünf politische Parteien waren zugelassen. In Wirklichkeit lag die politische Macht von Anfang an ausschließlich bei der kommunistischen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die von der sowjetischen Besatzungsmacht unterstützt wurde.

1952 propagierte die SED den „Aufbau des Sozialismus“ und gestaltete die DDR systematisch nach sowjetischem Vorbild um. Dazu gehörten nun ein zentralistischer Staatsaufbau und die Auflösung der Länder, Enteignung privater Unternehmen zugunsten verstaatlichter Betriebe, die gegen den Widerstand vieler Bauern durchgesetzte Kollektivierung der Landwirtschaft, der Kampf gegen die Kirchen, die Marginalisierung des traditionellen Bürgertums und die Förderung einer neuen Elite aus bislang unterprivilegierten sowie politisch als zuverlässig angesehenen Bevölkerungskreisen.

In der DDR-Verfassung von 1968 verankerte die SED ihren Führungsanspruch. Die übrigen Parteien ordneten sich in jeder Hinsicht der SED unter, die somit faktisch eine Ein-Parteien-Herrschaft ausübte. Freie Wahlen ließ die SED nie zu. Das DDR-Parlament, die Volkskammer, blieb deshalb politisch unbedeutend, eine politische Opposition war nicht zugelassen.

Am 8.2.1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gebildet, eine Geheimpolizei, die sich als „Schild und Schwert“ der SED verstand. Das MfS verfolgte die Menschen, die Widerstand gegen das neue politische System leisteten und überwachte mit einem immer weiter ausgebauten Spitzelsystem die Bevölkerung. Dennoch entlud sich die große Unzufriedenheit mit der SED-Herrschaft am 17. Juni 1953 in einem landesweiten Volksaufstand. Die Menschen forderten den Rücktritt der Regierung, freie und geheime Wahlen und die Einheit Deutschlands. Nur durch den Einsatz sowjetischer Truppen konnte der Aufstand niedergeschlagen werden. Etwa 100 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Zudem verließen zwischen 1949 und 1961 rund 2,7 Millionen Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik. Um die Flüchtlingswelle zu stoppen, ließ die SED-Führung am 13.8.1961 eine Mauer um West-Berlin errichten und schloss damit die letzte offene Grenze zwischen beiden deutschen Staaten. Nachfolgend perfektionierte die DDR die Überwachung ihrer Grenzen, so dass die Menschen faktisch eingesperrt waren. Zugleich markierte der Mauerbau die „innere Staatsgründung“ der DDR, da sich die DDR-Bürger nun dauerhaft mit diesem Staat arrangieren mussten und die Macht der SED sowie die Existenz der DDR auf lange Frist gesichert schienen. Kurze Phasen kulturpolitischer Liberalisierung und wirtschaftlicher Experimente wechselten mit Rückschritten.

Außenpolitisch kam es im Zuge der neuen Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt seit 1969 zu einer Phase der Entspannung zwischen Ost und West. Am 21.12.1972 schlossen die DDR und die Bundesrepublik den Grundlagenvertrag mit dem Ziel „normaler gutnachbarlicher Beziehungen zueinander auf der Grundlage der Gleichberechtigung“. Die DDR wurde nun erst als Staat weltweit anerkannt. Innenpolitisch setzte die SED in dieser Phase weiterhin auf Repression. Das MfS wurde personell aufgestockt, anstelle offener Unterdrückung traten flächendeckende Überwachung und vorbeugende geheimpolizeiliche Maßnahmen gegen potenziell widerständiges Verhalten.

Nachdem Erich Honecker am 3.5.1971 das Amt des SED-Generalsekretärs von Walter Ulbricht übernommen hatte, versuchte er durch eine neue Wirtschafts- und Sozialpolitik den Lebensstandard anzuheben und damit die Bevölkerung für die SED-Politik zu gewinnen. Doch viele DDR-Bürger verglichen ihre Situation mit der in der Bundesrepublik, wo die Menschen politische Freiheiten und einen höheren Lebensstandard genossen. Dagegen erwies sich die SED wiederholt als reformunfähig. Sie unterstützte ab 1968 die Niederschlagung des Prager Frühlings, bürgerte 1976 den Regimekritiker Wolf Biermann aus und stellte sich schließlich auch gegen die sowjetische Reformpolitik, die Michail Gorbatschow als neuer Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ab Mitte der achtziger Jahre einleitete.

Als Reaktion auf die politische und wirtschaftliche Stagnation gründeten sich seit Anfang der achtziger Jahre überall in der DDR kleine, unabhängige Oppositionsgruppen, die im Herbst 1989 den Massenprotesten der DDR-Bevölkerung gegen die SED-Diktatur den Weg bereiteten. Nachdem Ungarn am 10.9.1989 seine Grenze nach Österreich für DDR-Bürger öffnete, flohen wie vor 1961 wieder Zehntausende in den Westen. Da sich die sowjetische Führung, anders als 1953, weigerte, das SED-Regime notfalls auch militärisch zu stützen, ließ sich der Zusammenbruch der DDR nicht mehr aufhalten.

Der Fall der Berliner Mauer am 9.11.1989 markierte symbolträchtig das Ende der deutschen und europäischen Teilung. Am 20. September 1990 stimmten die beiden deutschen Parlamente dem Einigungsvertrag zu, einen Tag später der Bundesrat. Mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung am 3.10.1990 war die Geschichte der DDR vorbei.

Die DDR im Blick der Stasi (ZAIG-Berichte)

Online-Publikation geheimer Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des MfS an die Partei- und Staatsführung der DDR. Der Link führt zur Datenbank.

Stasi Mediathek

Stasi-Akten online lesen: www.stasi-mediathek.de