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Fallbeispiele für Kleingruppen

Arbeitsbögen und Dokumente

Ausgewählt aus unseren "Quellen für die Schule" finden Sie hier ein kompaktes Angebot aus Arbeitsbögen, thematisch für die Arbeit in Kleingruppen gegliedert. Die zur Bearbeitung der Arbeitsbögen nötigen Dokumente aus Stasi-Unterlagen sind den Arbeitsblättern jeweils angefügt. Die punktgenaue Vorbereitung ermöglicht eine schnelle, intensive Erforschung des Themas. Ein Unterrichtsvorschlag für drei Doppelstunden "Stasi" anhand der Arbeitsbögen und Dokumente ergänzt das Angebot.

Schüler beim Studium der "Quellen für die Schule"Schüler beim Studium der "Quellen für die Schule" Quelle: BStU

Der Unterrichtsvorschlag ist geeignet ab Klassenstufe 9. Er kann durch Variation der Kleingruppengröße und Anzahl von Fallstudien an die jeweilige Anzahl Lernender angepasst werden. Vorwissen zur Geschichte der DDR sollte vorhanden sein.

Die Arbeitsblätter und Dokumente zu den "Fallbeispiele für Kleingruppen"

Alle Dokumente sind Auszüge aus Akten des Ministeriums für Staatssicherheit. Sie sind für den Gebrauch im Unterricht vorbereitet. Namen wurden ggf. anonymisiert und geändert.

Lernziele:

  • das Kennenlernen der Aufgaben und Methoden der Stasi
  • das Einordnen der Stasi als wesentliches Herrschaftselement der SED
  • ein fundiertes Sach- und Werturteil der Schülerinnen und Schüler über die Stasi

Jugendliche Inoffizielle Mitarbeiter (IM) – IM "Shenja"

1980 unterschrieb eine damals 17-jährige Schülerin eine Verpflichtungserklärung als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM). Auch als Lehramtsstudentin für Deutsch und Geschichte in Dresden und Jena gab sie bereitwillig Informationen über Studenten und Dozenten an den Staatssicherheitsdienst weiter. Die Akten zeigen, wie "Shenja" angeworben wurde, und ihre Zusammenarbeit mit der Stasi.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 1.1 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 1.2 (PDF, 1MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 1.3 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Flucht aus der DDR – "Versuchter Grenzdurchbruch zweier Schüler"

Im Dezember 1979 beschlossen die 15 Jahre alten Schüler Tom und Olli (Namen frei erfunden), aus der DDR in die Bundesrepublik zu fliehen. Ihr Plan scheiterte: Tom wurde erschossen, Olli verhaftet und zu einer mehrmonatigen Jugendstrafe verurteilt. Neben dem Fluchtversuch schildern die Akten ausführlich die Bemühungen der Stasi, die Tötung zu verheimlichen.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 2.1 (PDF, 557KB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 2.2 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 2.3 (PDF, 1MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

"DDR eingesperrt" - Jugendliche im Stasi-Visier am Beispiel des Operativen Vorgangs (OV) "Signal"

Anfang September 1985 entdeckte die Polizei sieben auf Hauswände geschriebene Losungen in der Rostocker Innenstadt. Das junge Ehepaar Ute und Gunnar und ihre Freundin, die Medizinstudentin Dörte, wurden als Urheber ermittelt. Sie wurden verhaftet und wegen "öffentlicher Herabwürdigung der staatlichen Ordnung" verurteilt. Die Akten zeigen, welchen Aufwand die Stasi betrieb, um die Autoren der Losungen zu finden, und ihr Vorgehen gegen Ute, Gunnar und Dörte.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 3.1 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 3.2 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 3.3 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

"Revisor" - Überwachung Verfolgung, Inhaftierung durch das MfS: Ein Fallbeispiel für den Unterricht (Film)

Der Angestellte Paul Bento schrieb Gedichte, Kurzgeschichten und Romane, die das Leben in der DDR kritisch darstellten. Als er Kontakt zu einem westdeutschen Journalisten aufnahm und Möglichkeiten prüfte, seine Werke in der Bundesrepublik zu veröffentlichen, griff die Stasi ein. Zum Aktenauszug gibt es auch einen Schulungsfilm der Stasi, der unter anderem die konspirative Wohnungsdurchsuchung und die Verhaftung Paul Bentos thematisiert.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 4.1 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 4.2 (PDF, 3MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 4.3 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Schülerprotest 1961 - Wie die Stasi gegen eine Abiturklasse der Erweiterten Oberschule in Anklam vorging

Gegen eine Kampagne zur "freiwilligen" Verpflichtung zum Wehrdienst protestierte im Herbst 1961 die Klasse 12b in Anklam: Sie erschien in Trauerkleidung zum Unterricht. Sowohl ihre Lehrer als auch der SED-Parteisekretär werteten ihr Verhalten als Streich, zwei Bezirksschulinspektoren aber meldeten den Vorfall der Stasi. Die Akten belegen, wie massiv die Stasi eingriff, und welche Unterstützung sie bei der Staatsanwaltschaft und im Zentralkomitee der SED fand.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 5.1 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 5.2 (PDF, 1MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 5.3 (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Von der Schule verwiesen - Schülerprotest an der Berliner Carl-von-Ossietzky-Schule 1988

Am 13. September 1988 brachte ein Schüler in der Diskussionsecke seiner Schule in Ost-Berlin einen selbstgemachten Aufruf an, die DDR solle auf Militärparaden verzichten. Die "Rädelsführer" des Aufrufs wurden daraufhin aus der FDJ ausgeschlossen und am 30. September 1988 in der Aula der Carl-von-Ossietzky-Schule öffentlich der Schule verwiesen. Eine ungeahnte Welle der Solidarität mit den Betroffenen folgte. Die Akten zeigen, wie eine Diskussion unter Schülern zu einem politischen Thema auf höchster Ebene wurde und wie empfindlich die Stasi reagierte.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 6.1 (PDF, 971KB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 6.2 (PDF, 1MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Arbeitsblatt 6.3 (PDF, 3MB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Was ist bei der Arbeit mit den Stasi-Unterlagen zu berücksichtigen?


Herkunft der Quellen

  • Bei den Stasi-Unterlagen handelt es sich sowohl um Quellen, die von der Geheimpolizei verfasst wurden, als auch um persönliche Dokumente der Überwachten, beispielsweise um einbehaltene Briefe und Fotos.
  • Im Alltagsgeschäft entschied die Stasi selbständig, wen sie für verdächtig hielt, wie viele und welche Informationen sie über die "Zielperson" sammelte und welche Maßnahmen sie einleitete. Um in das Visier der Stasi zu geraten, genügten mitunter kritische Äußerungen am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit oder im Freundeskreis, wenn dort inoffizielle Mitarbeiter eingeschleust waren.
  • Viele Stasi-Unterlagen wurden unter Verletzung der Menschenrechte gesammelt.

Aussagewert der Quellen

  • Als Geheimpolizei und Geheimdienst war das MfS an überprüfbaren und gesicherten Fakten interessiert.
  • Die Unterlagen waren in der Regel nur für kleinste, geschlossene Kreise gedacht und dienten nicht der propagandistischen Außenwirkung des Ministeriums.
  • Der Sachinhalt der Unterlagen ist weitgehend zuverlässig – politische oder Charaktereinschätzungen sind hingegen stets kritisch zu lesen, da sie ausschließlich die Perspektive der Stasi/der SED wiedergeben.
  • Oberstes Ziel aller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war der Schutz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Die Interpretationen, Wertungen und Schlussfolgerungen, die in den Unterlagen zum Ausdruck kommen, unterlagen diesem Ziel.

Hilfsfragen zur Quelleninterpretation

  • Wer hat die Quelle geschrieben?
  • Weshalb wurde die Quelle geschrieben?
  • Für wen wurde die Quelle geschrieben?
  • Wann wurde die Quelle verfasst?
  • Welchen Sachverhalt schildert die Quelle?

Stasi-Unterlagen bilden in der Regel längerfristige Überwachungen ab, zum Beispiel von oppositionellen Gruppierungen oder Personen. Zur Interpretation von Stasi-Unterlagen als Quelle ist es daher sinnvoll zu fragen:

  • In welchem geheimdienstlichen Zusammenhang steht das Dokument? Werden zum Beispiel weitere Personen oder Vorgänge erwähnt?
  • In welchem politischen Zusammenhang steht das Dokument? Spiegelt sich in ihr zum Beispiel ein besonderes Ereignis oder eine besondere politische Situation wider?
  • In welchem biografischen Zusammenhang steht das Dokument? Werden zum Beispiel berufliche Entscheidungen, persönliche Motive oder Einflussnahmen auf Lebenswege genannt?

Prinzipiell ist immer zu fragen, welches Ziel die Stasi mit ihrem jeweiligen Vorgehen konkret verfolgte, welche Erkenntnis sie beispielsweise gewinnen wollte.

Wie können Sie die Arbeit Ihrer Schülerinnen und Schüler zum Thema Stasi gestalten?

Sie benötigen:

  • Ihre Auswahl von Arbeitsbögen und Dokumenten aus den "Fallbeispiele für Kleingruppen"
  • wir empfehlen zum thematischen Einstieg den Unterrichtsfilm "Ein Volk unter Verdacht. Die Staatssicherheit der DDR" (DVD, 40 Minuten. Schutzgebühr 5 €, ermäßigt für Schulen 2,50 €).
  • Papier und Stifte für Wandzeitungen/Dokumentationen
  • drei Doppelstunden Zeit
  • einen großen Raum mit freier Wandfläche zum Befestigen der Dokumentationen
  • Tische und Stühle für die Kleingruppenarbeit.

1. Doppelstunde: Einstimmung

Zu Projektbeginn schreiben jeder Schüler und jede Schülerin drei Begriffe auf je einen Notizzettel, die ihm bzw. ihr als Antwort auf die folgenden zwei Fragen spontan durch den Kopf gehen. Anschließend tragen sie die drei Zettel in das Antwortfeld tabellarisch oder - bei bereits erfolgter Nennung eines Stichworts - per Strichliste ein. Es geht dabei nicht darum, das Stichwort zu erläutern oder zu begründen, sondern lediglich um das Zusammentragen von Vorwissen, Ahnungen oder Vorstellungen.

1. Welche Aspekte gehören für Sie zum Thema DDR?2. Welche Stichworte fallen Ihnen spontan zum Thema Stasi ein?
AntwortfeldAntwortfeld
  • In einer folgenden kurzen Diskussion stellen die Schülerinnen und Schüler Vermutungen darüber an, weshalb welche Begriffe am häufigsten, weniger oft oder kaum genannt wurden – oder mit welchem Begriff sie Schwierigkeiten haben und der geklärt werden sollte.
    Dauer ca. 20 Minuten
  • Filmvorführung der DVD "Ein Volk unter Verdacht. Die Staatssicherheit der DDR", 40 Minuten. Um Erkenntnisse aus dem Film festzuhalten, füllen die Schülerinnen und Schüler eine Wandzeitung zum Thema: "Was war und wie arbeitete die Stasi". Die Schülerinnen und Schüler verfassen dazu individuell kleine Artikel, Schlaglichter oder Zitate mit den Inhalten, die sie bemerkenswert fanden und die sie aus dem Film erfahren haben. Wahlweise kann statt der Filmvorführung ein vorbereitetes Referat gehalten oder eine Hintergrundinformation gelesen werden.
    Dauer ca. 60 Minuten
  • Anschließend: Einteilung der Schülerinnen und Schüler in möglichst gleich große Arbeitsgruppen. Jede Arbeitsgruppe erhält ein Thema und je drei zugehörige Fragebögen zur Bearbeitung.

2. Doppelstunde: Phase selbstständigen Arbeitens

  • Die Arbeitsgruppen bilden je drei Untergruppen. Jede Untergruppe bearbeitet nur einen Fragebogen. Die Präsentationsform der Antworten wählt jede Gruppe selbst. Sie kann beispielsweise als Gruppenvortrag, Einzelreferat, per Wandzeitung, als "talk show" oder durch ein szenisches Spiel erfolgen.
    Dauer 60-90 Minuten

3. Doppelstunde: Präsentation und Abschlussdiskussion

  • Die Kleingruppen stellen ihre Ergebnisse vor und beantworten eventuelle Rückfragen ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen.
    Dauer ca. 70 Minuten
  • Abschlussdiskussion:
    Was war für die Schülerinnen und Schüler das Bemerkenswerteste an der Beschäftigung mit den Fallbeispielen?
    Was ergibt ein Vergleich der jetzigen Kenntnisse über die DDR und der Stasi mit den Angaben vom Beginn des Projekttages?
    Was wird vom heutigen Tag im Gedächtnis bleiben?

    Dauer ca. 20 Minuten

Lernort Stasi-Zentrale

Die Gebäude der früheren Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg sind bis heute erhalten. Hier bietet das Bildungsteam der Stasi-Unterlagen-Behörde individuell zugeschnittene Schülerprojekttage an. Vielseitige Arbeitsformen zielen dabei auf selbstständiges, entdeckendes Lernen.

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"Ein Volk unter Verdacht"

Was war die Stasi? Welche Bedeutung hatte sie für die Diktatur der SED? Diesen und weiteren Fragen geht der Film "Ein Volk unter Verdacht" nach. Er ist jetzt kostenlos online abrufbar und für Schüler aller Schultypen ab der 9. Klasse geeignet.

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Die Bibliothek der Stasi-Unterlagen-Behörde

Die Bestände der Bibliothek können werktags von allen Interessierten vor Ort genutzt werden.

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