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Was war die Stasi?

Der Begriff "Stasi" ist eine Verkürzung von "Staatssicherheit". So nannten die DDR-Bürger das Ministerium für Staatssicherheit, dessen offizielle Abkürzung "MfS" lautete. Die Stasi hatte zwei Aufgaben: Die eines Geheimdienstes und die einer Geheimpolizei. Geheimdienste gibt es in vielen Staaten. Sie haben die Aufgabe, Gefahren für das eigene Land im Ausland aufzuspüren. Eine Geheimpolizei gibt es fast ausschließlich in Diktaturen. Sie hat die Aufgabe, die eigenen Bürger zu kontrollieren und Gefahren für das herrschende Regime auszumachen. Dabei ist sie nur den Machthabern Rechenschaft schuldig und umgeht Gesetze, an die sich die normale Polizei halten muss.

Besucher in "Haus 1" betrachten ein Modell des Geländes der ehemaligen Stasi-Zentrale.Besucher in "Haus 1" betrachten ein Modell des Geländes der ehemaligen Stasi-Zentrale.

Wer war die Stasi?

Um das eigene Volk zu kontrollieren, betrieb die Stasi einen riesigen Verwaltungsapparat aus bis zu 91.015 hauptamtlichen Mitarbeitern. Das waren Menschen, die offiziell bei der Stasi arbeiteten. Die Stasi steuerte außerdem ein weitreichendes Netzwerk aus zuletzt ca. 180.000 inoffiziellen Mitarbeitern, abgekürzt IM. Das waren Spitzel und Zuträger aus allen Bereichen der Gesellschaft, die die Stasi über Vorkommnisse in ihrem Umfeld informierten. Arbeiter schrieben Berichte über ihre Kollegen, Jugendliche über ihre Mitschüler, Soldaten über ihre Kameraden. Doch die Stasi drängte sich so auch in engste Beziehungen. Freunde verrieten Freunde, manchmal bespitzelten sogar Familienmitglieder einander.

Wie arbeitete die Stasi?

Um in das Visier der Stasi zu geraten, musste ein Bürger nicht einmal offen Widerstand gegen den Staat leisten. Es genügte, nicht dem gesellschaftlichen Durchschnitt zu entsprechen. Lange Haare, Musik aus dem Westen hören, das galt als verdächtig. Jeder nicht staatliche Zusammenschluss von Menschen wurde mit Argwohn betrachtet – egal ob Sportclub oder Jugendangebote der Kirchen. Wenn die Stasi gegen einen Bürger vorging, bediente sie sich einer Reihe von Maßnahmen. Die Stasi durchsuchte heimlich Wohnungen und hörte sie ab, auch im Bad und im Schlafzimmer. Sie schüchterte ihre Opfer durch ständige Beschattung ein. Die Stasi konnte einen ihr verdächtigen Bürger auch einfach verhaften und nach eigenem Ermessen in einem ihrer Untersuchungsgefängnisse verhören und unter Druck setzen.

Wo finde ich weitere Informationen?

Das Bildungsteam informiert die Öffentlichkeit über Struktur, Tätigkeit und Wirkungsweise der DDR-Staatssicherheit. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, die Grundlagen der Stasi besser zu verstehen.
Jungen Menschen, Lehrerinnen und Lehrern bieten wir dafür Materialien für den Unterricht und helfen bei Projekten und Referaten. Unsere Angebote für Schülerinnen und Schüler finden Sie auf diesen Seiten. Beachten Sie auch unsere Angebote für Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem entwerfen wir Ausstellungen. Ausgehend von Recherchen in unseren Archiven machen wir so die Rolle der Geheimpolizei in der DDR erlebbar, genauso die Geschichten der Menschen, die von der Stasi verfolgt wurden. Dazu bieten wir Ihnen eine Übersicht aller aktuellen Ausstellungen.

"Ein Volk unter Verdacht"

Was war die Stasi? Welche Bedeutung hatte sie für die Diktatur der SED? Diesen und weiteren Fragen geht der Film "Ein Volk unter Verdacht" nach. Er ist jetzt kostenlos online abrufbar und für Schüler aller Schultypen ab der 9. Klasse geeignet.

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Die Bibliothek der Stasi-Unterlagen-Behörde

Die Bestände der Bibliothek können werktags von allen Interessierten vor Ort genutzt werden.

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