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SIRA

- System der Informationsrecherche der HV A -

Seit August 1999 besteht für die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, auf der Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes (StUG) Auskünfte aus elektronischen Datenbanken der Spionageabteilung des MfS, der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A), zu erhalten. Diese Datenbanken sind unter dem Namen SIRA bekannt geworden. SIRA steht für "System der Informationsrecherche der HV A".1

In den SIRA-Teildatenbanken 11 bis 14 verzeichnete die HV A im wesentlichen alle Informationen, die sie im Rahmen ihrer Spionagetätigkeit weltweit beschaffte. So lässt sich heute mit Hilfe dieser Datenbanken recht einfach feststellen, welches geheime NATO-Dokument oder welche politische Insiderinformation aus Bonn zu welchem Zeitpunkt der HV A vorlag. Da die Informationen, wie in der Schule, mit Noten von 1 bis 5 bewertet wurden, kann man außerdem erkennen, welchen Wert die HV A einer Information beigemessen hatte.

Bei jeder Information sind die Registriernummer und der Deckname des Agenten (IM) angegeben, der sie beschafft hat. Deshalb kann man feststellen, welcher Spion der HV A besonders viele oder besonders wertvolle Informationen lieferte.

Die Angaben in der SIRA-Teildatenbank 21 ermöglichen Aussagen über die Anzahl der Agenten, die die HV A zu einem bestimmten Zeitpunkt führte. Es fehlen allerdings Angaben darüber, bei welchem Agenten es sich um einen West-IM handelte und bei welchem um einen DDR-IM.

Anmerkung

  • 1 Das Kürzel SIRA wird nur in wenigen Dokumenten des MfS aufgelöst. Diese Auflösung ist allerdings nicht immer einheitlich. In einigen Dokumenten ist vom "System zur Informationsrecherche ..." die Rede, auch wurde teilweise Getrenntschreibung verwendet: "System der Informations-Recherche ...".