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Pressemitteilung

des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)

Erscheinungsdatum 29.05.2017

Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit in Hannover

"Feind ist, wer anders denkt" ab 1. Juni 2017 zu sehen

Wie erging es den Menschen in Ost und West, die ins Visier der Staatssicherheit der DDR gerieten? Mit welchen Methoden arbeitete die Stasi? Und wie präsent war die Geheimpolizei auch in der Bundesrepublik? Antworten auf diese und andere Fragen gibt die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie dokumentiert, wie durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung von Menschenrechten die Macht der Staatspartei SED in der DDR gesichert wurde.
In der Schlussphase der vom Niedersächsischen Landtag eingesetzten Enquete-Kommission zur Stasi im Bundesland präsentiert die Ausstellung auch Informationen zur Stasi-Überwachungstätigkeit in Hannover, darunter eine von der Stasi angemietete Wohnung und ein Hannoveraner Informant der DDR-Geheimpolizei.

Eröffnung:

  • Donnerstag, 1. Juni 2017, 19.00 Uhr
    Podiumsgespräch: Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
    Dr. Silke Lesemann, MdL, Vorsitzende der Enquetekommission des Landtages Niedersachsen „Verrat an der Freiheit –Machenschaften der Stasi in Niedersachsen aufarbeiten“
    Moderation: Lena Gürtler, NDR

Ort:

  • Neues Rathaus, Hodlersaal, Trammplatz 2
    30159 Hannover

Öffnungszeiten:

  • 02.06.–28.06.2017
    montags 10.00 - 18.00 Uhr (auch Pfingstmontag), Dienstag - Freitag 9.30 bis 18.00 Uhr,
    samstags 9.30 - 16.00 Uhr, Eintritt frei
    Führungen nach Voranmeldung, Tel.: 0172 -813 3134 oder ausstellungen@bstu.bund.de

Vortrag:

  • Kampagnen, Spione, geheime Kanäle: Die Stasi und Willy Brandt, Prof. Dr. Daniela Münkel, BStU, Dienstag, 27.06.2017, 18.00 Uhr, Neues Rathaus

Mitveranstalter: Stadtarchiv Hannover

Elmar Kramer, Stv. Pressesprecher

Hintergrundinformationen zu Hannover und Umgebung

Zahlen zur Akteneinsicht im Stasi-Unterlagen-Archiv (1991 bis April 2017)

  • Anträge gesamt aus Niedersachsen: 65.930

    • darunter persönliche Akteneinsicht: 58.630
  • Anträge gesamt aus Hannover: 7.541

    • darunter persönliche Akteneinsicht: 4.810

Hannover im Visier der Stasi

Der IM "Robert Rose" aus Hannover

Von 1966 bis weit in die 1980er Jahre hinein war ein in Hannover wohnender Bundesbürger für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Einsatz. In den Unterlagen ist er als inoffizieller Mitarbeiter (IM) "Robert Rose" dokumentiert. Seine Spionagetätigkeit begann während seines Dienstes für den Zollgrenz-dienst (ZGD) auf westdeutscher Seite an der innerdeutschen Grenze 1966. Nach der Umorganisation des Zolls begann der Mann 1970 seinen Dienst bei der Oberfinanzdirektion (OFD) Hannover. Fortan lieferte er regelmäßig und umfangreich Informationen aus der OFD und kassierte dafür Zuwendungen und Kilometergeld. Seine Spur in den Akten verliert sich in den 1980er Jahren.

Städtepartnerschaft Hannover - Leipzig im Visier der Stasi

Insgesamt 62 innerdeutsche Partnerschaften entstanden von 1986 bis zum Mauerfall. Sie waren durch eine Verfügung des DDR-Ministerrats geregelt und wurden von der Staatspartei SED umgesetzt. Im November 1987 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Leipzig ratifiziert. Jahrespläne zum Austausch von Delegationen beider Städte aus den Bereichen Jugend, Sport, Kultur aber auch Kommunalpolitik bildeten die Basis der Aktivitäten. Für die Stasi ein Arbeitsauftrag: Wer in den Westen reiste, wurde streng nach Parteilinie ausgewählt und überwacht. Besucher aus Hannover in Leipzig wurden vor und bei dem Besuch ebenfalls genauestens „abgesichert“.

Stasi hinter der Fassade

In der Bundesrepublik betrieb die DDR in einem für Friedenszeiten ungewöhnlich hohen Ausmaß Spionage. Nicht zuletzt die vielen verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen Ost und West, aber auch das deutsch-deutsche Konkurrenzverhältnis in Zeiten des Kalten Krieges erklären dies. In Hannover hatte die Stasi als Basis für ihre West-Spione mindestens eine Wohnung angemietet. Im Stadtteil Hainholz bezahlte das MfS von 1971 bis 1986 die Miete für eine 1-Zimmer-Wohnung. Sie diente als Stützpunkt für einen IM und Kuriere sowie Instrukteure. Hier wurden Foto-Ausrüstungen, Radios und Funkgeräte sowie andere Hilfsmittel für die Beobachtung von "Zielpersonen" und die Kommunikation von Informationen gelagert. Immer wieder war die Wohnung auch für den IM eine kurzfristige Unterkunft.

Für weiterführende regionale Recherchen können Journalisten hier Informationen zur Recherche im Stasi-Unterlagen-Archiv finden: www.bstu.bund.de/Antrag-Medien

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: (030) 23 24-71 71
Fax: (030) 23 24-71 79
E-Mail: presse@bstu.bund.de

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