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Pressemitteilung

des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)

Erscheinungsdatum 13.01.2017

Bundespräsident Gauck zu Gast im Stasi-Unterlagen-Archiv

Plädoyer für die Zukunft des Archivs: "Ein Monument und ein Lernort für die nächsten Generationen"

Bei seinem Besuch im Stasi-Unterlagen-Archiv am heutigen 13. Januar sprach sich Bundespräsident Joachim Gauck für die Notwendigkeit der zukünftigen Nutzung der Stasi-Akten aus. "Es geht jetzt darum, den nachfolgenden Generationen die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe dieses Monumentes, des Stasi-Unterlagen-Archivs, zu lernen und es wie andere Monumente auch zu Lernorten über die Vergangenheit zu machen."

Gauck war auf Einladung des jetzigen Bundesbeauftragten Roland Jahn an seine frühere Wirkungsstätte zurückgekehrt. Joachim Gauck war vom 3. Oktober 1990 bis zum September 2000 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Bundespräsident betonte während seines Besuchs die Bedeutung von 25 Jahren Einsicht in die Stasi-Akten, vor allem auch für die Opfer der SED-Diktatur. "Wir drei, meine Nachfolger Marianne Birthler, Roland Jahn und ich, haben uns dieser Aufgabe gewidmet, die Opfer ernst zu nehmen", sagte Gauck. "Denn was geschehen ist war nicht irgendwas, sondern das Eindringen des Staates in die intimsten Bereiche des Privaten. Es war eine Diktatur."

Zu seinem Rundgang durch das Archiv hatte er den Botschafter von Guatemala, José Francisco Calí Tzay, eingeladen. Auch das lateinamerikanische Land nutzt Polizei-Akten zur Aufarbeitung der Militärdiktatur. Die Öffnung der Stasi-Akten als Mechanismus zum Umgang mit Unrecht der Vergangenheit ist mittlerweile zu einem internationalen Modell geworden.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn würdigte die Leistungen Joachim Gaucks bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur mit Hilfe der Akten. "25 Jahre Einsicht in die Stasi-Akten. Dass das möglich wurde, daran hat der heutige Bundespräsident Joachim Gauck einen entscheidenden Anteil. Wir freuen uns deshalb, dass er uns durch seinen Besuch in unserer Arbeit unterstützt, zu einem Zeitpunkt, an dem es darum geht, die Weichen für die Zukunft zu stellen und die Nutzung der Stasi-Akten dauerhaft zu verankern."

Der Besuch des Bundespräsidenten kurz vor dem Jahrestag der Erstürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 erinnerte so auch an die historische Errungenschaft der Friedlichen Revolution, die Akten der Staatssicherheit zu öffnen. Weniger als zwei Jahre später trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft, auf dessen Grundlage am 2. Januar 1992, vor 25 Jahren, erstmals Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu den Unterlagen erhielten, die die Stasi über sie angelegt hatte. Bis heute sind seitdem insgesamt mehr als sieben Millionen Anträge und Ersuchen von Bürgerinnen und Bürgern, aus Forschung und Medien sowie öffentlichen Stellen beim Bundesbeauftragten eingegangen

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

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