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Pressemitteilung

des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)

Erscheinungsdatum 04.01.2017

48.634 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht

Jahresstatistik 2016 des BStU im 25. Jahr der Aktenöffnung

Im Jahr 2016 wurden 48.634 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) gestellt.

(In 2015: 62.544). Insgesamt sind damit seit Beginn der Möglichkeit, Einsicht in die eigenen Stasi-Akten zu nehmen, mehr als 3,1 Millionen Anträge von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen. Das Stasi-Unterlagen-Gesetz trat am 29. Dezember 1991 in Kraft. Am 2. Januar 1992, vor 25 Jahren, konnten die ersten persönlichen Akteneinsichten beginnen.

Aus diesem Anlass sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn:

"25 Jahre Einsicht in die Akten bedeuten eine millionenfache Auseinandersetzung mit Unrecht und staatlichen Eingriffen in das Leben von Bürgerinnen und Bürgern.
Der Einblick in die Stasi-Akten hat vielen Menschen ermöglicht, ihr Schicksal aufzuklären, rehabilitiert zu werden und Verantwortung für Unrecht zu erkennen.

Die Stasi-Unterlagen haben Debatten ausgelöst und einen langfristigen Prozess eingeleitet, in dem die Gesellschaft sich konkret anhand der Dokumente mit dem Geschehenen auseinandersetzt. Weltweit erstmalig wurden mit dem Zugang zu den Stasi-Unterlagen die
Dokumente einer Geheimpolizei auf rechtsstaatlicher Basis genutzt. Dabei wurde Transparenz staatlichen Handelns geschaffen, Datenschutz für die Bürger sichergestellt und ein Umgang mit dem Unrecht der Vergangenheit ermöglicht. Die Nutzung der Stasi-Unterlagen in Deutschland ist zu einem international viel beachteten Modell geworden.

Das Stasi-Unterlagen-Archiv ist auch für die Zukunft eine enorme Ressource, den Wert von Demokratie und Menschenrechten, Zivilcourage und Transparenz zu erkennen."

Seit 1992 sind insgesamt 7.107.919 Anträge beim BStU eingegangen.

Die Antragszahlen für das Jahr 2016 nach Kategorien aufgeschlüsselt:

48.634 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht (inkl. Wiederholungsanträgen, Anträgen auf Decknamenentschlüsselung und Kopienanträgen); Gesamt: 3.161.512

Nach Bundesländern:

Jahr2016Gesamt
Berlin13.198769.202
Brandenburg2.506303.366
Mecklenburg-Vorpommern5.832345.921
Sachsen12.523826.834
Sachsen-Anhalt6.672398.195
Thüringen7.903517.994

1.299 Anträge auf Akteneinsicht für Forschung und Medien; Gesamt: 33.106

11.088 Ersuchen zu Überprüfungszwecken (Regierungsmitglieder, Abgeordnete, öffentlicher Dienst u. a.), Sicherheitsüberprüfungen und Rentenangelegenheiten; Gesamt: 3.408.490

3.150 Ersuchen zu Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung; Gesamt: 504.811

Zahlen zum Stasi-Unterlagen-Archiv

Von den knapp 61 Kilometern Akten, die in den Dienstzimmern des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Winter 1990 gesichert wurden, sind mittlerweile 56 Kilometer erschlossen. Die vom MfS archivierten Unterlagen im Umfang von 51 Kilometern werden mit Hilfe der MfS-Findmittel recherchiert. Von den vom BStU erstellten Recherchehilfen sind nun 230 Findmittel im Online-Portal ARGUS beim Bundesarchiv (www.argus.bstu.bundesarchiv.de) nutzbar. Sie enthalten 70.643 Titelangaben und 18.000 Digitalisate von Schriftgut sowie 8.750 Minuten Tonaufzeichnungen. Auch die seit Januar 2015 online gestellte Stasi-Mediathek (www.stasi-mediathek.de) ermöglicht einen Einblick in Stasi-Unterlagen, mit 480 Dokumenten auf 3.360 Einzelseiten , 535 Fotos, 31 Videos und 16 Audio-Sequenzen.

Für weitere Zahlen und Details finden Sie unter BStU in Zahlen.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherint

Pressesprecherin

Dagmar Hovestädt

Telefon: (030) 23 24-71 71
Fax: (030) 23 24-71 79
E-Mail: presse@bstu.bund.de

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