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Das Archiv

Das Archiv der Außenstelle Schwerin verwaltet die Überlieferung der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS) Schwerin sowie der nachgeordneten Kreisdienststellen (KD).

Die Überlieferung hat einen Gesamtumfang von circa 2.470 laufende Meter (lfd. M.). Davon sind etwa:

1.561 lfd. M. vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) archivierte Ablagen
906 lfd. M. Unterlagen der Diensteinheiten.
Das Sachgebiet Archivwesen der Außenstelle Schwerin besteht aus den Bereichen Erschließung, Magazindienst und Kartei.

Das Sachgebiet ist Ausgangspunkt für alle personenbezogenen Recherchen. Hier wird zum einen die von der Bezirksverwaltung (BV) Schwerin überlieferten Karteien beauskunftet. Zum anderen werden auch die durch den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) neu angelegten Findhilfsmittel recherchiert.

Die dort gespeicherten Daten führen in der Regel über Ablage- und Archivsignaturen zu Unterlagen. Diese werden durch die Mitarbeiter im Magazin ausgehoben und archivtechnisch aufbereitet. Ziel ist es, sie dem Nutzer so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Erschließung

Der Erschließungsbereich im Sachgebiet Archivwesen ist für die Ordnung und Verzeichnung der Unterlagen zuständig. Das heißt die Archivare erfassen die wesentlichen Angaben zu Inhalte und Datierungen geordnet in Findhilfsmitteln (Karteikarten bzw. Dateien).Anliegen ist es, dem Nutzer einen gezielten Zugriff auf die entsprechenden Unterlagen zu ermöglichen.

Im Archiv der Außenstelle SchwerinIm Archiv der Außenstelle Schwerin Quelle: BStU

Die Bearbeitung der von der Staatssicherheit angelegten so genannten Operativen Hauptablage nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Sie umfasst u. a. archivierte Vorgänge zu Aktenkategorien wie Inoffiziellen Mitarbeitern (IM), Operative Vorgänge (OV) sowie Untersuchungsvorgänge (UV).Die Operative Hauptablage hat einen Umfang von 1.450 lfd. M. Diese Unterlagen, die bislang nur über personenbezogene Daten nutzbar waren, werden durch Neuverzeichnung zusätzlich der sachthematischen Auswertung zur Verfügung gestellt.

Bisher sind etwa 5500 Akteneinheiten erschlossen worden, die u. a. folgende sachthematische Inhalte berühren:

  1. Fragen der Staatssicherheit im Zusammenhang mit Problemen der Versorgung der Bevölkerung sowie der Landwirtschaft; insbesondere bei der Bildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften;
  2. Bekämpfung von Straftaten, wie Sabotage, Korruptionen und Schiebereien durch die Staatssicherheit;
  3. Aufklärung und Verhinderung von Republikfluchten und Abwanderungen;
  4. Zusammenarbeit mit Parteien und Organisationen (u. a. mit dem Ostbüro der SPD);
  5.  Bekämpfung des Widerstandes durch oppositionelle, u. a. kirchliche Gruppierungen, Sekten und Freimaurer gegen die Politik der DDR;
  6. Sammlung von Informationen über die NS-Zeit und Durchführung von Untersuchungen zu Verstrickungen von Personen der Zeitgeschichte (hauptsächlich zu Politikern der BRD) in NS-Verbrechen bzw. Verbrechen gegen die Menschlichkeit;
  7. Bekämpfung von Desertionen im Bereich Nationalen Volksarmee und Polizei;
  8. Sicherung der Strafvollzugsanstalten;
  9. Durchführung von Verhaftungen durch das MfS.

Kartei

Zugang zu den Unterlagen der Staatssicherheit im Magazin ermöglichen 32 überlieferte Karteien, angelegt durch die Diensteinheiten der ehemaligen BV. Es existieren etwa 200 lfd. M. Karteien mit 787.000 einzelnen Karteikarten. Etwa 24 lfd. M. Karteien wurden durch den BStU neu angelegt, da zu vorhandenen Aktenüberlieferungen keine Karteien mehr nachweisbar waren.

Die Kartei des Archivs Die Kartei des Archivs Quelle: BStU

Die umfangreichste Kartei mit etwa 170.000 Karteikarten ist die so genannte Zentrale Kartei F 16. Zu jeder vom MfS „erfassten“ Person wurde hier eine Karteikarte angelegt. Auf dieser waren neben den Personengrunddaten auch die Anschrift und die berufliche Tätigkeit vermerkt. Eine Registriernummer weist darauf hin, dass eine IM-Akte, ein OV, eine OPK, ein Sicherungsvorgang (SiVO) oder eine Kerblochkartei (KK)-Erfassung vorliegen. Um welchen Vorgang es sich handelt, kann man hier noch nicht erfahren. Das geht erst hervor aus der Vorgangskartei, der so genannten F 22.

In der Außenstelle Schwerin ist auf den 53.000 Karteikarten der F 22 vermerkt, ob zu einer Person Akten angelegt wurden und zu welchem Zweck. Etwa 28.500 Namen enthält die so genannte Decknamenkartei F 77. Sie wurde durch die Mitarbeiter des Archivs teilweise rekonstruiert.

Neben den oben genannten Zentralen Karteien führten die Diensteinheiten der BV und die KD zahlreiche so genannte Dezentralen Karteien. Dazu gehörten u. a. die Vorverdichtungs-, Such- und Hinweiskarteien (VSH). Hier sind auf weiteren etwa 500.000 Karteikarten Personendaten gespeichert, die u. a. zu den so genannten Zentralen Materialablagen (ZMA) der ehemaligen Kreisdienststellen der BV Schwerin führen.

Magazin

Der Magazindienst ist für die sichere Verwahrung der Unterlagen verantwortlich. Durch eine übersichtlich geordnete Lagerung hat er ein schnelles Wiederauffinden der Unterlagen zu gewährleisten. Dafür stehen in der Außenstelle Schwerin zehn Magazinräume zur Verfügung.

Rollfilmablage im Magazin des Archivs der Außenstelle SchwerinRollfilmablage im Magazin des Archivs der Außenstelle Schwerin Quelle: BStU

Monatlich werden im Durchschnitt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Magazindienstes

  • 1.045 Aktenanforderungen bearbeitet,
  • 1.385 Aktenbände ausgehoben und
  • 600 Aktenbände archivtechnisch aufbereitet.

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