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Diktaturen im 20. Jahrhundert

Workshops zum deutschlandweiten Projekttag am 09.11.2017

Das Stasi-Unterlagenarchiv in Neubrandenburg beteiligt sich gemeinsam mit dem Regionalzentrum für demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte und dem Neubrandenburger Stadtarchiv am bundesweiten Projekttag zum 9. November. Im Fokus stehen die Diktaturen des 20. Jahrhunderts.

In fächerübergreifenden Workshops können sich die Schülerinnen und Schüler anhand von Stasi-Unterlagen den Unterlagen aus dem Neubrandenburger Stadtarchiv über Machtmechanismen der Diktaturen informieren. Auch können sie sich mit Zeitzeugen austauschen und gemeinsam den Wert der Demokratie diskutieren.

Die Workshops sind für alle Schultypen ab Klasse 9 geeignet und dauern ca. 90 - 120 min.

Das Bild wurde 2008 von dem Künstler Martin Fontenova im Zuge der Eröffnung des Lernpfades des BStU und der Stadt Neubrandenburg gemalt.Das Bild wurde 2008 von dem Künstler Martin Fontenova im Zuge der Eröffnung des Lernpfades des BStU und der Stadt Neubrandenburg gemalt. Quelle: BStU

Angebote im Stasi-Unterlagen-Archiv

Workshop 1

Kratzspuren durch Menschenhand – Flucht über die Berliner Mauer
Jugendlichen aus dem ehemaligen Bezirk Neubrandenburg gelang 1988 die Flucht über die Berliner Mauer. Es gibt einen Wechsel von Gruppenarbeit, Kurzfilm und Zeitzeugengespräch.

Workshop 2

Kunst trifft Stasi
Eine Alternative zum Lernen aus dem Geschichtsbuch. In Gruppenarbeit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die geheimdienstlichen Methoden der Stasi und erfahren die Auswirkungen und Folgen der Überwachung eines Keramikzirkels. Im Gespräch und unter Anleitung von Franz Poppe wird das Gehörte kreativ mit Ton verarbeitet.

Schülerinnen und Schüler beim Arbeiten mit TonSchülerinnen und Schüler beim Arbeiten mit Ton Quelle: BStU

Workshop 3

Aktenfunde - Deckname "Egon Schiefmaler"
Im Focus des Workshops stehen historische Quellen - die Hinterlassenschaften des Geheimdienstes der DDR. Mit einem Forschungsantrag rekonstruieren Jugendliche aus vorvernichteten Stasi-Unterlagen einen Fall aus der Region und setzen sich mit der Geschichte eines jugendlichen inoffiziellen Mitarbeiters auseinander. Das Archiv ist nicht nur Aufbewahrungsort von Informationen, sondern ist auch für die historische Aufarbeitung bedeutsam.

Workshop 4

Anpassen oder Aufbegehren – Schülerprotest in Anklam 1961
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen mit Auszügen aus Stasi-Unterlagen. Dabei lernen sie kennen, welche Konsequenzen es für die damalige Abiturklasse gab, die in ihrer Schule ein Zeichen gegen die Einführung der Wehrpflicht setzten. So setzen sich die Jugendlichen mit den Mechanismen in einer Diktatur als auch mit den Folgen fehlender Demokratie auseinander und können im Zeitzeugengespräch Geschichte lebendig werden lassen.

Workshop 5

Doping im Sport
Hauptaufgabe der Stasi im Bereich des Sports war es u. a. die Dopingpraxis zu verschleiern, umfassende Informationen über die Sportler zu sammeln und Republikfluchten zu verhindern. Über die Bearbeitung von Aufträgen werden die Schüler an das Thema herangeführt. Im Mittelpunkt des Workshops stehen Erfahrungen junger erfolgreicher Athleten mit der Überwachung durch den Geheimdienst der DDR, die Gewinnung jugendlicher Sportler zur inoffiziellen Zusammenarbeit und die Dopingpraxis im DDR-Leistungssport. Im Gespräch schildert die ehemalige Schülerin der Kinder- und Jugendsportschule und international erfolgreiche Kugelstoßerin des SC Neubrandenburg, Brigitte Werner, ihre Erlebnisse und stellt sich den Fragen der Jugendlichen.

Veranstaltungsort:
BStU-Außenstelle Neubrandenburg
Neustrelitzer Straße 120
17033 Neubrandenburg

Angebote im Regionalzentrum für Demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte

Workshop 6

Demokratie vs. Diktatur - Chancen und Risiken
Ein Experiment als Ausgangspunkt einer kontroversen Betrachtung und die Gegenüberstellung der Ergebnisse über Vor- und Nachteile demokratischer und diktatorischer Systeme.

Veranstaltungsort:
Regionalzentrum für demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte
Friedrich-Engels-Ring 48, 17033 Neubrandenburg

Angebote im Neubrandenburg Stadtarchiv

Workshop 7

Stolpersteine
Recherche in alten Adressbüchern und das anschließende Aufsuchen der Stolpersteine erinnern an das Schicksal jüdischer Einwohner.

Workshop 8

Lehrpfad zur jüdischen Geschichte Neubrandenburg
Stelen, Plätze, Straßen und Geschichten auch mit Auszügen aus der lokalen Presse von 1938 stehen im Mittelpunkt.

Die 1877 erbaute Neubrandenburger Synagoge wurde in der "'Reichskristallnacht" am 9. November 1938 von SA- und SS-Leuten niedergebrannt.Die 1877 erbaute Neubrandenburger Synagoge wurde in der "'Reichskristallnacht" am 9. November 1938 von SA- und SS-Leuten niedergebrannt. Quelle: Neubrandenburger Stadtarchiv

Workshop 9

Vorbereitung der Gedenkveranstaltung
Zur Gedenkveranstaltung der Stadt Neubrandenburg zur Pogromnacht am 9. November werden Ergebnisse aus den Workshops vorbereitet und von Schülerinnen und Schülern präsentiert.

Veranstaltungsort:
Neubrandenburger Stadtarchiv
Marktplatz 1 / Eingang Darrenstraße
17033 Neubrandenburg

Anmeldung zu den Workshops bis spätestens 26.09.2017 mit der Angabe des verfügbaren Zeitrahmen. Sie erhalten zeitnah eine Bestätigung.

Anmeldung bei Angela Schwiede, Telefon: (03 95) 77 74-16 08 oder per Mail an Angela.Schwiede@bstu.bund.de .

Zusatzprogramm:

  • Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht am 9. November, 16.00 Uhr, Neubrandenburg, Poststraße, Stele Synagoge
  • Konzert mit Stephan Krawczyk, am 9. November, 19.30 Uhr, Neubrandenburger Stadtarchiv, Marktplatz 1, Eingang Darrenstraße, Eintritt frei.

Unterstützt wird der Projekttag für Schülerinnen und Schüler durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Mecklenburg-Vorpommern, Institut für Qualitätsentwicklung, Regionalbereich Neubrandenburg.

Stasi Mediathek

Stasi-Akten online lesen: www.stasi-mediathek.de

Antragsformular

Hier können Sie sich den Antrag auf persönliche Akteneinsicht herunterladen.

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