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Letzte Änderung, 04.05.2006Doppeltes Spiel

Fußball im Visier der Staatssicherheit

Fußball in der DDR - das ist nicht nur die Geschichte eines beliebten Volkssports. Für die SED-Führung hatte der Fußball zudem eine hohe politische Bedeutung, denn er war Teil der ideologischen Auseinandersetzung mit dem "Klassenfeind". Damit geriet der Fußballsport auch immer wieder ins Visier des Staatssicherheitsdienstes.

Fußballclub Karl-Marx-Stadt gegen den Berliner Fußballclub Dynamo (1986)FC Karl-Marx-Stadt gegen den Berliner FC Dynamo (1986) Quelle: Karl Wagner

In dieser Ausstellung wird die Einflussnahme der Stasi und der SED auf die Fußballszene in den DDR-Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig dargestellt. Des Weiteren werden die Schicksale von Spielern und Mannschaften dokumentiert.

So berichtet die Ausstellung über den so genannten "Rest von Leipzig". Es ist die Geschichte der Betriebsportgemeinschaft (BSG) Chemie Leipzig, die in der Saison 1963/64 eine fußballerische Sensation schaffte und DDR-Meister werden konnte. Dieses sehr zum Missfallen der Leipziger SED-Funktionäre. Spielten bei der BSG doch diejenigen Fußballer, die nach Meinung der Parteioberen für ein Leipziger Fußball-Leistungszentrum zu schlecht waren. Aber der Fußballgott kümmerte sich nicht um politische Vorgaben und der "Rest von Leipzig" schlug den von der SED protegierten SC Leipzig beim ersten Ortsderby 3:0.

Eine andere Geschichte der Ausstellung handelt von der Sportvereinigung (SV) "Dynamo". Als gemeinsame Sportorganisation des Ministeriums des Innern, des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und der Zollverwaltung nahm sie in der DDR eine Sonderstellung im Leistungssport ein. Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, war ihr 1. Vorsitzender und die materiell-technische sowie finanzielle Sicherstellung der SV erfolgte größtenteils durch das MfS.

Aber die Stasi kümmerte sich auch um die "sportlichen Erfolge". 1986 trafen der 1. FC Lok Leipzig und der als "Stasi-Verein" geltende Berliner Fußballclub (BFC) Dynamo aufeinander. Der in diesem Spiel vom Schiedsrichter gegen die Leipziger verhängte Strafstoß war anschließend jedem Fußball-Fan in der DDR als "Schand-Elfmeter von Leipzig" ein Begriff.

Ferner geht die Ausstellung Fragen wie "Gab es Doping im Fußball der DDR?" und "Wie wurden Stadien und Fußballfans überwacht?" nach.

Diese Ausstellung besteht aus 15 Tafeln.

Ansprechpartnerin zum Ausleihen der Ausstellung

Die Leihausstellung stellen wir Ihnen gerne kostenlos zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an Frau Stujke unter:

BStU, Außenstelle Leipzig
Dittrichring 24
04109 Leipzig
Telefon: (03 41) 22 47-32 20
Fax: (03 41) 22 47-32 19
E-Mail: astleipzig@bstu.bund.de