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Das Archiv

Im Juni 1996 wurde das Haus in der Fürstenwalder Poststraße durch die 23 Mitarbeiter/innen des Sachgebietes Archivwesen bezogen. Sie brachten etwa 7.700 lfd. M. (80 LKW-Ladungen) Unterlagen der Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit Cottbus und Frankfurt (Oder) aus dem Stasi-Bunker in der heutigen Robert-Havemann-Straße mit. Von diesen Unterlagen stehen inzwischen etwa 7.500 lfd. M. personen- und teilweise sachbezogen für Auswertungszwecke zur Verfügung.

Das Archivgebäude beherbergt neben den Arbeitsräumen der Mitarbeiter vor allem die Akten und Karteien der Staatssicherheit und darüber hinaus eine Vielzahl von Bilddokumenten. Die Unterlagen werden in modernen Regalanlagen aufbewahrt.

Die Archivarbeit wird in drei Arbeitsbereichen erledigt: Magazin, Kartei und Erschließung.

Das Archivgebäude der Außenstelle Frankfurt (Oder)Das Archivgebäude der Außenstelle Frankfurt (Oder) Quelle: BStU, Außenstelle Frankfurt (Oder)

Operative Hauptablage
Die von der Staatssicherheit nicht mehr ständig benötigten und deshalb in der so genannten Operativen Hauptablage archivierten Akten bilden den Kern der personenbezogenen Unterlagen der Bezirksverwaltungen.

In den knapp 100.000 Bänden der Jahrgänge 1952 bis 1989 spiegelt sich die Tätigkeit der DDR-Staatssicherheit. Neben der Operativen Hauptablage gibt es unter anderem rund 13.000 archivierte Personalakten der Mitarbeiter.

Da viele Findkarteien der Bezirksverwaltungen verloren gegangen waren, wurden die registrierten Vorgänge zu Beginn der Arbeit der Außenstelle neu erfasst und für personenbezogene Zwecke zugänglich gemacht.

Sachakten
Die bei der Außenstelle archivierten Teilbestände umfassen ca. 3.000 lfd. M. Sie beinhalten Unterlagen, welche bei der Auflösung der Bezirksverwaltungen noch von den Diensteinheiten "aktiv" genutzt wurden.

Verzeichnung und Ordnung der Teilbestände richten sich nach den allgemeinen archivischen Grundsätzen. Es wurden bisher ca. 2800 lfd. M. erschlossen.

Diese im Gegensatz zu den personenbezogenen Akten, z. B. der Operativen Hauptablage, so genannten Sachakten beinhalten u. a. höchst wichtige Informationen des Leiters der Bezirksverwaltung Cottbus an den 1. Bezirkssekretär der SED aus allen gesellschaftlichen Bereichen.

Sachakten in der Außenstelle Frankfurt (Oder)Sachakten in der Außenstelle Frankfurt (Oder) Quelle: BStU, Außenstelle Frankfurt (Oder)

Kreis- und Objektdienststellen
In den unteren Geschossen des Archivgebäudes werden neben den von der Staatssicherheit archivierten Ablagen auch die Unterlagen der Diensteinheiten der Bezirksverwaltungen verwahrt. Im zweiten Obergeschoß befinden sich die Unterlagen der für die Territorien der Stadt- und Landkreise zuständigen Kreisdienststellen der Staatssicherheit sowie die Unterlagen einer Objektdienststelle (OD).

Gewissermaßen als "Nebenprodukt" für die historische Forschung sind in den Unterlagen viele Informationen über regionales und lokales Geschehen überliefert. In den Unterlagen anderer Registraturbildner (staatliche Einrichtungen, Betriebe usw.) dürften diese aus Geheimhaltungsgründen schwer zu finden sein.

Erschlossen wurden bisher 24 von 25 Bestände der Kreisdienststellen.

Die KD Seelow wird zurzeit bearbeitet.

Kartei
Während die von der Staatssicherheit archivierten Ablagen eines der wichtigsten Teile der Personenaktenüberlieferung darstellen, ist der Karteibereich gewissermaßen die "Steuerzentrale" für das Auffinden von Unterlagen.

Auf ca. 1,68 Millionen überlieferten bzw. von der BStU wegen Vernichtungen ersatzweise gefertigten Karteikarten sind Daten gespeichert, welche dies ermöglichen.

Der Karteibereich ist im 2. Obergeschoß des Archivs untergebracht und unterliegt den gleichen strengen Sicherheitsbestimmungen, wie die Magazine.

Auch wenn die ermittelten Nachweise nicht zu Akten führen, kann bereits die Karteikarte viele weiterführende Informationen enthalten.

Die Kartei der Außenstelle Frankfurt (Oder)Die Kartei der Außenstelle Frankfurt (Oder) Quelle: BStU, Außenstelle Frankfurt (Oder)

Zerstörte Akten
Rund 1500 Behältnisse mit zerrissenem Schriftgut lagern im Keller des Archivs. Diese Unterlagen wurden in den Vernichtungsaktionen des MfS zwar nicht vollständig beseitigt, aber so zerstört, dass sie nur mühevoll wiederhergestellt werden können.

Aus allen Säcken wurden die noch intakten Blätter zur Erschließung entnommen.

ARGUS für MfS-Unterlagen

Neue Online-Recherche für Stasi-Unterlagen: ARGUS - Findmittel auf einen Blick

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