Navigation und Service

Informations- und Dokumentationszentrum

Standort

BStU, Außenstelle Erfurt
Petersberg Haus 19
99084 Erfurt

Eine genaue Anfahrtsbeschreibung finden sie unter "Kontakt und Anfahrtsplan".

Öffnungszeiten
täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt frei

Führungen
bitte vorab vereinbaren unter:
Telefon (03 61) 55 19-0 oder
Fax (03 61) 55 19-47 19

Der Ausstellungsbereich "Sicherungsbereich DDR"

Führung durch das Informations- und Dokumentationszentrum Erfurt - Bei der Führung werden auch die verschiedenen Methoden des Observierens gezeigtBei der Führung werden auch die verschiedenen Methoden des Observierens gezeigt Quelle: BStU, ASt. Erfurt

Im Dezember 1996 wurde das Informations- und Dokumentationszentrum durch den damaligen Bundesbeauftragten, Joachim Gauck, eröffnet. Seitdem informierten sich etwa 55.000 Personen über Struktur und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit.

Die Ausstellung zeichnet die geschichtliche Entwicklung des Staatssicherheitsdienstes nach und dokumentiert einige seiner regionalen Aufgaben im ehemaligen Bezirk Erfurt. Dazu zählten insbesondere die Sicherung der Staatsgrenze zur Bundesrepublik und die Überwachung der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.

Die Schwerpunkte im Einzelnen:

Geschichte des Staatssicherheitsdienstes

Die historischen Wurzeln des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), wie der offizielle Name lautete, reichen bis in die Zeit vor Gründung der DDR. So existierten bereits Vorläufer-Organisationen mit geschulten Mitarbeitern als am 08. Februar 1950 das MfS per Gesetz ins Leben gerufen wurde. Im Laufe der Jahre breitete sich die Stasi flächendeckend im Bezirk Erfurt aus. Das Ministerium unterhielt schließlich in jedem Kreis eine eigene Dienststelle. Die Mitarbeiterzahlen stiegen dabei kontinuierlich.

Zum Zeitpunkt der Auflösung des MfS im Februar 1990 arbeiteten in der Bezirksverwaltung Erfurt 2915 hauptamtliche Mitarbeiter, die 8672 inoffizielle Mitarbeiter steuerten. Diese gesamte Entwicklung wird auf mehreren Schautafeln dargestellt.

Ausstellungstafel über Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDRIn der Mitte dieser Ausstellungstafel ist Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, zu sehen. Der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) treu ergeben leitete er den Geheimdienst von 1957 bis 1989 im Sinne der Partei. Quelle: BStU, Außenstelle Erfurt

Transitüberwachung

1972 trat das deutsch-deutsche Transitabkommen in Kraft, das Reisen von Westdeutschland nach Westberlin erleichtern sollte. Ein Verlassen der vorgegebenen Transitstrecken, meist Autobahnen, war den Reisenden verboten, ebenso das Mitnehmen von Personen, die nicht im Transit reisten. In der Folge wurden die Autobahn-Rastplätze im Bezirk Erfurt schnell zu Orten, an denen sich DDR-Bürger mit ihren Freunden und Verwandten aus dem Westen trafen. Für die Stasi war dies ein gewichtiger Grund, die Transitstrecken besonders intensiv zu überwachen und zu kontrollieren.

In der Ausstellung werden die verschiedenen Überwachungsmethoden der Stasi dargestellt – so zum Beispiel getarnte Beobachtungsstellen an den Rastplätzen sowie "fahrende Beobachtungsstützpunkte".

Karte der früheren Transitstrecke (heute Autobahn A4) von Eisenach bis Gotha Auf der Karte ist ein Teil der früheren Transitstrecke (heute Autobahn A4) von Eisenach bis Gotha abgebildet. Die Autobahn war in Beobachtungsabschnitte eingeteilt, welche die Stasi-Beobachter regelmäßig in Zivil-Fahrzeugen abfuhren. Verdächtige Fahrzeuge und Personen wurden fotografiert und genaue Berichte zu Ihrem Verhalten angefertigt. Quelle: BStU, BV Erfurt, Abt. VIII, S 548, S. 11

Grenzsicherung

Die Überwachung der Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik begann bereits im Hinterland, in der so genannten 5-Kilometer-Sperrzone. In den hier liegenden Grenzorten kontrollierte die Stasi das Leben. Dazu arbeitete sie eng mit Kräften der Transportpolizei, der Volkspolizei und politisch zuverlässigen Personen aus der Zivilbevölkerung, den sogenannten Grenzhelfern, zusammen. Für die Untersuchung von Fluchtversuchen und geglückten Republikfluchten war das MfS jedoch allein zuständig.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Grenzabschnitte, deren Sicherung und Überwachung.

Grenzzaun bei Ifta, Kreis EisenachGrenzzaun bei Ifta, Kreis Eisenach, aus. Er bestand aus einem Streckmetallzaun, zusätzlich gesichert mit Elektroabweisern, Signaldrähten und Stacheldraht. Quelle: BStU, BV Erfurt, AS 1/85, Bd. 155, S. 51

Weitere Ausstellungsstücke

Musterakten veranschaulichen die Arbeitsweise des MfS hinsichtlich der Überwachung von Personen und der Anwerbung inoffizieller Mitarbeiter.

Der beschnüffelte Bürger - Körpergerüche in Einweckgläsern

Ausstellungsexponate: Von der Stasi gesammelte Körpergerüche - aufbewahrt in EinweckgläsernAusstellungsexponate: Von der Stasi gesammelte Körpergerüche - aufbewahrt in Einweckgläsern Quelle: BStU, ASt. Erfurt

Das MfS stellte tausende Geruchskonserven von überwachten Personen zusammen. Die "Geruchsproben" wurden durch Abnahme des Körpergeruchs von persönlichen Gegenständen oder bei Verhören und Befragungen auf Polizeidienststellen angefertigt. Dies geschah ohne Wissen der betroffenen Personen. Diese Proben wurden in Einweckgläsern für den Spurenvergleich durch Spürhunde konserviert und archiviert.

Verletzung der Privatsphäre

Obwohl die Verfassung der DDR die Unverletzbarkeit der Wohnung garantierte, drang das MfS oft heimlich in die Privatsphäre des Bürgers ein. Man suchte nach "belastendem Material" oder baute Abhörtechnik ein. Die Spezialisten des MfS waren ständig bemüht, die Technik zur "gewaltlosen konspirativen Öffnung" von Schlössern aller Art zu vervollkommnen.

Krebs

Ausstellungsexponat: wasserdichter, verschließbarer Spezialcontainer - ein so genannter KrebsAusstellungsexponat: wasserdichter, verschließbarer Spezialcontainer - ein so genannter Krebs Quelle: BStU, ASt. Erfurt

Das MfS kopierte seine Unterlagen in erheblichem Umfang auf Mikrofilme. In Krisensituationen sollten diese Filme in Gewässern versenkt werden. Dafür wurden wasserdichte, verschließbare Spezialcontainer, sogenannte Krebse, angefertigt.