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Das Archiv

10.000 laufende Meter Unterlagen und 3 Millionen Karteikarten

Hinter diesen zwei nüchternen Zahlen verbergen sich nicht nur Akten, sondern auch Biographien und Schicksale, in die das MfS eingegriffen hat.

Das Archiv der Außenstelle hat die Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Dresden und die Unterlagen aus den Kreisen (Kreisdienststellen) des Bezirkes Dresden übernommen. Es teilt sich in drei Bereiche auf:

  • die Kartei,
  • das Magazin und
  • die Erschließung.

Die Kartei

In modernen Schrankanlagen (Paternostern) werden die vom MfS erfassten und die von der BStU neu erstellten Karteikarten gelagert. In diesen Karteikarten werden die Recherchen zu jedem personenbezogenen Antrag durchgeführt. Stellt ein Bürger einen Antrag auf Akteneinsicht, wird entsprechend seiner angegebenen Wohnanschriften in den Außenstellen recherchiert welche die Unterlagen des jeweiligen Bezirkes der ehemaligen DDR verwahren. Monatlich werden etwa 1.500 Recherchen durchgeführt.

Zusätzlich erfolgt immer die Recherche in den Karteien der Zentralstelle Berlin. Es ist durchaus möglich, dass ein Bürger in mehreren Karteien erfasst ist.

Bei etwa 70% der Bürger, die einen Antrag auf Einsicht gestellt haben, konnte in Dresden eine Erfassung auf einer Karteikarte aufgefunden werden.

Die Kartei des Archiv der Außenstelle DresdenIn diesem Paternoster lagern die Karteien des MfS der ehemaligen Bezirksverwaltung Dresden. Quelle: BStU, Außenstelle Dresden

Die etwa 3 Millionen Karteikarten im Archiv der Außenstelle haben einen Umfang von etwa 760 laufende Meter. Davon befinden sich etwa 140 laufende Meter in den Zentralen Karteien, wie zum Beispiel für Operative Bearbeitung. Etwa 620 laufende Meter kommen in den Karteien der 16 Kreisdienststellen und der 36 Abteilungen der Bezirksverwaltung Dresden vor. Die Mehrzahl der Karteikarten bezieht sich auf Personen. Es gibt aber auch sachbezogene Karteikarten, zum Beispiel zu Haftdelikten.

Als Besonderheit ist die Kartei der Abteilung M (Postkontrolle) zu nennen mit etwa 246.600 Karteitaschen. Sie ist zumeist gleichzeitig Archivablage, da kopierte Briefe in Form von Mikrofiches hier eingelegt wurden.

Das Magazin

Im Magazin werden die Akten und andere Informationsträger, wie Mikrofilme gelagert. Auf Grundlage der in den Karteien ermittelten Signaturen von Akten werden diese im Magazin angefordert. Durch den Magazindienst werden die entsprechenden Akten für die Nutzung bereitgestellt. Es werden jeden Monat etwa 2.000 Aktenanforderungen bearbeitet.

Das Magazin des Archiv der Außenstelle DresdenDas Magazin des Archivs der Außenstelle Dresden Quelle: BStU, Außenstelle Dresden

Die Erschließung

Seit der Bildung des Staatssicherheitsdienstes, Beginn der 50er Jahre bis zu seiner Auflösung 1989/1990, wurden in der Bezirksverwaltung Dresden etwa 3.300 laufende Meter Materialien archiviert. Dieses Archivgut wurde von BStU, Außenstelle Dresden übernommen.

Von den Kreisdienststellen und Abteilungen wurden etwa 5.000 laufende Meter Schriften in vorwiegend ungeordnetem Zustand übernommen. Dieses Material wurde von den Archivaren geordnet und auf Karteikarten erfasst. Diese Arbeiten sind derzeit zu 89% abgeschlossen. Außerdem wurden etwa 1.274 laufende Meter zerrissene Unterlagen aus Platzgründen in die Außenstelle Suhl ausgelagert. Dieses Material soll zukünftig elektronisch erfasst und erschlossen werden (virtuelle Rekonstruktion).

Von der Stasi zerissene Unterlagen in PlastiksäckenVon der Stasi zerissene Unterlagen in Plastiksäcken Quelle: BStU, Außenstelle Dresden

Es sind auch spezielle Informationsträger überliefert worden, unter anderem etwa insgesamt 52.000 Fotodokumente, Negative und Mikrofilme.

Zwei Beispiele sollen den teilweise extremen Arbeitseifer des MfS verdeutlichen:

  • Der Operative Vorgang "Molekül" der Abteilung XVIII (Sicherung der Volkswirtschaft) umfasst 47 Akten. Hier wurde ein Wissenschaftler von 1962-1976 wegen des Verdachtes der Spionage zu Unrecht überwacht.
  • Die Akten, in denen die sehr umfangreiche Berichtstätigkeit des Hauptamtlichen Inoffiziellen Mitarbeiters (HIM) "Dietmar Heine" dokumentiert ist, liegen in 30 Bänden vor. Die ersten 15 Bände wurden bereits durch das MfS verfilmt. Der HIM fragte nach Informationen, in dem er sich als Mitarbeiter des Wohnungsbaukombinates ausgab und im ganzen Landkreis Dresden ermittelte. So berichtete er auch über einen Lehrer, der im Ruhestand erstmals in den Westen reisen durfte. 1983 wurde dieser Vorgang angelegt und erst mit Ende des MfS archiviert.

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