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Stasi – Was geht mich das an?

Programm und Informationen zum Schülerprojekttag der Stasi-Unterlagen-Behörde am 15. Januar 2013

23 Jahre nach dem Sturm auf die Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 heißt der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Schülerinnen und Schüler willkommen – an dem authentischen Ort, wo damals Friedliche Revolution und der Spitzelapparat der DDR-Staatssicherheit aufeinandertrafen.

Berlin, gut zwei Monate nach dem Fall der Mauer: Mutige Menschen erstürmen die Zentrale der Geheimpolizei in Lichtenberg. Zuvor haben Bürger bereits die Dienstsitze der Stasi in vielen kleineren Städten der DDR besetzt. So sorgen sie dafür, dass die Akten vor Vernichtung gerettet werden. Heute sind in Berlin 50 Regal-Kilometer Akten, dazu Fotos, Videodokumente und andere von der Stasi oft menschenrechtswidrig zusammengetragene Informationen zugänglich – auf Basis einer speziellen Rechtsgrundlage, des Stasi-Unterlagen-Gesetzes.

Impressionen vom Projekttag.

So wird der Projekttag ablaufen

Schülergruppe im ehemaligen Büro von Erich Mielke im Stasi-Museum in "Haus 1".Schülergruppe im ehemaligen Büro von Erich Mielke im Stasi-Museum in "Haus 1". Quelle: BStU / Dresen

Anreise

Bei Anreise mit der U5 wählen Sie den Ausstieg Magdalenenstraße. Nehmen Sie dort den Bahnhofsausgang, der auch zur Agentur für Arbeit führt

Nach Ankunft auf dem Gelände melden Sie sich bitte mit Ihren Klassen im Foyer von "Haus 22" an (siehe Lageplan). Große Schulklassen teilen sich in Gruppen von maximal 30 Personen auf. Jede Gruppe erhält einen Ansprechpartner der Stasi-Unterlagen-Behörde zugeteilt, der sie den ganzen Tag über begleiten wird. Begrüßung und Auftakt erleben alle Besucherinnen und Besucher gemeinsam in "Haus 22". Danach begibt sich jede Gruppe auf eine Route von vier geplanten Stationen. Ihre Ansprechpartner bringen Sie pünktlich von Ort zu Ort und freuen sich auf Ihre Fragen.

Sollten Sie sich bei der Anreise verspäten, teilen Sie uns dies bitte so schnell wie möglich mit. Nur so können wir unsere Organisation entsprechend anpassen. Sie erreichen das Organisations-Büro an diesem Tag unter (030) 23 24-62 80.

Spielregeln für den Besuch

Bitte achten Sie darauf, dass Sie mit ihrer Gruppe zur vorgesehenen Zeit bei der jeweils nächsten Station eintreffen. So vermeiden Sie Wartezeiten und es entgeht Ihnen keine Station!

Ins Archiv können keine Trinkflaschen und keine großen Rucksäcke oder Taschen mitgebracht werden. Um Wartezeiten an Garderoben kurz zu halten, empfehlen wir, mit möglichst wenig Gepäck anzureisen. Schulen, die mit dem Bus anreisen, sollten ihr Gepäck im Bus lassen.

In einer Pause zwischen 12.45 bis 13.30 Uhr gibt es einen kostenlosen Mittagsimbiss, außerdem stehen Obstsnacks und Getränke bereit.

Anfang

  • 10.00 Uhr: Auftakt und Einführung ins Thema DDR-Staatssicherheit

    Schüler diskutieren mit dem Bundesbeauftragten Roland Jahn und dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über die Erstürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990. Dazu werden historische Filmaufnahmen gezeigt.

Programmpunkte

  • Das Stasi-Zentralarchiv

    Am 15. Januar 1990, gut zwei Monate nach dem Mauerfall, erstürmten Demonstranten den Sitz der DDR-Geheimpolizei in Berlin-Lichtenberg. Sie legten damit die Grundlage dafür, dass 50 Regal-Kilometer Akten, dazu Fotos, Videodokumente und säckeweise schon zerrissene Akten gerettet wurden. Betroffene, Forscher und Medien haben heute Zugang – weltweit einmalig. Sie können 23 Jahre später das Archiv betreten, lernen die Arbeitsweise der Stasi kennen und die Bedeutung, die diese gesammelten Informationen bis heute haben. Dazu ist ein Blick in die Werkstätten möglich, in denen zerstörte oder beschädigte Akten erhalten werden.

  • Zeitzeugen

    Menschen wurden in der DDR von der Stasi bespitzelt, verfolgt und verhaftet. Einige von ihnen berichten an diesem Tag von den Schwierigkeiten, sich gegen das System zur Wehr zu setzen, von den Nachwirkungen bis heute und sind offen für Ihre Fragen.

  • Filmvorführungen und Gespräche

    Am Projekttag werden die Filme "Jeder schweigt von etwas anderem", "Feindbilder", "Stasi-Kinder" und "Stasi auf dem Schulhof" zu sehen sein. Darin geht es unter anderem um die Auswirkungen, die die Arbeit der Stasi auf Kinder und Jugendliche in der DDR hatte. Was, wenn nahe Angehörige plötzlich von der Stasi verhaftet werden? Was, wenn der eigene Vater bei der Stasi arbeitete? Wie erging es Jugendlichen, die die DDR-Geheimpolizei für sich arbeiten und Gleichaltrige aushorchen ließ? Regisseure und Protagonisten der Filme werden am Projekttag dabei sein und freuen sich auf die Diskussion mit den Teilnehmern.

  • Ausstellung "Jugendopposition" der Robert-Havemann-Gesellschaft

    Schüler erklären Ihnen hier gemeinsam mit Zeitzeugen, wie sich Jugendliche gegen die Zwänge des DDR-Systems wehrten.

  • Arbeiten mit den Stasi-Unterlagen

    Experten der Stasi-Unterlagenbehörde beantworten Fragen zu Projektarbeiten, bei Interesse an Akteneinsicht und Recherche im Stasi-Archiv und geben Angebote zur Berufsorientierung.

  • Das war die Stasi

    Wissensquiz und Informationsangebote des Bildungsteams in der Stasi-Unterlagen-Behörde

Ausklang

  • 16.00 bis ca. 17.00 Uhr: Schlusspodium "Stasi - was geht mich das an?"

    Preisträger der Körber-Stiftung stellen ihre Recherchen über einen Sportler vor, dessen Weltkarriere die Stasi verhinderte. Roland Jahn und Ilko-Sascha Kowalczuk diskutieren mit und stellen sich am Ende dieses Tages Ihren Fragen.

Abreise

Bei angeregter Diskussion kann sich das Ende der Veranstaltung über 17 Uhr hinaus verschieben. Bitte planen Sie Ihre Abreise deshalb nicht zu knapp nach dem im Programm vorgesehenen Ende.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit

Kooperationspartner des BStU für den Schülertag am 15. Januar: Die Körber-Stiftung, die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., der ASTAK e.V., die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, und das Bildungsministerium Brandenburg.

So findet man sich auf dem Gelände zurecht

Blick von oben auf das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale.Blick von oben auf das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale. Quelle: Werner Huthmacher

Lageplan

Am Projekttag erhält jede Klasse Informationsmaterial und einen Lageplan für das Gelände. Außerdem werden Ansprechparner jede Schülergruppe den ganzen Tag über begleiten und zu ihren jeweiligen Stationen bringen. Wenn Sie sich vorab orientieren möchten, können Sie sich den Lageplan hier herunterladen.

Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm  Lageplan des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) (PDF, 398KB, Datei ist barrierefrei ⁄ barrierearm)

Meeting Point

Sollte jemand im Verlauf des Tages seine Gruppe verlieren, helfen die Mitarbeiter am Meeting Point im Foyer von "Haus 22" (Ort der Auftaktveranstaltung). Von ihnen werden Sie zurück zu Ihrer Gruppe geleitet.

Hinweise zur Barrierefreiheit

"Haus 1" ist rollstuhlgerecht. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie mit Schülerinnen oder Schülern mit besonderen Bedürfnissen anreisen.

Was geschah am 15. Januar 1990?

DDR-Bürger beim Sturm auf die Stasi am 15. Januar 1990 in Berlin. An einer Wand steht die gepinselte Losung: "Genug gespitzelt. Raus jetzt".DDR-Bürger beim Sturm auf die Stasi am 15. Januar 1990 in Berlin. Quelle: Holger Kulick

Mit der friedlichen Revolution in der DDR läuft Ende 1989 auch die Zeit des Ministeriums für Staatssicherheit ab. Um Spuren zu verwischen, beginnen Stasi-Mitarbeiter, Akten systematisch zu vernichten. Bürgerkomitees besetzen daher die Dienststellen der Stasi und sichern verbliebene Informationen und schon zerrissene Akten. Als Erstes übernehmen die Demonstranten am 4. Dezember 1989 die Stasi-Dienstselle in Erfurt, es folgen Leipzig und Rostock. Höhepunkt ist der 15. Januar 1990, an dem mutige Menschen endlich auch die Zentrale der Geheimpolizei in Berlin-Lichtenberg besetzen. Monate später erreichen Bürgerrechtler, dass das Archiv zugänglich bleibt und Menschen auf Grundlage eines speziellen Gesetzes, dem Stasi-Unterlagengesetz (StUG), Einsicht in die über sie gesammelten Informationen nehmen können. So beginnt die systematische Aufarbeitung des jahrzehntelangen rechtswidrigen Wirkens der Stasi. Weitere Informationen zu dieser Zeit finden Sie auf unseren Seiten im Revolutionskalender zum Januar 1990.

Was war eigentlich die Stasi?

Wo und wie hat die DDR-Staatssicherheit gearbeitet? Welche Bedeutung hatte sie für die SED-Diktatur? Fragen, denen Reporterin Malin Büttner im Gespräch mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker bei der Stasi-Unterlagen-Behörde, im Unterrichtsfilm "Ein Volk unter Verdacht" nachgeht. Dabei geht es vor allem darum, was die Verfolgung durch die Stasi für die Betroffenen bedeutete.

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Ein Volk unter Verdacht - Ausschnitte aus einem 40minütigen Lehrfilm der Stasi-Unterlagen-BehördeQuelle: BStU

Weitere Links zur Beschäftigung mit dem Thema Stasi und Aufarbeitung

Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Gedanken zum Thema Stasi

Was finden Sie interessant an der Geschichte der DDR-Staatssicherheit? Kennen Sie Menschen, die Erfahrungen mit der Stasi haben? Was fällt Ihnen auf, wenn sich Gespräche um DDR-Vergangenheit, Stasi und Aufarbeitung drehen?

Schreiben Sie uns unter projekttag@bstu.bund.de.

Ihre Beiträge wollen wir auf dieser Seite veröffentlichen und am Schülerprojekttag aufgreifen.

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