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BStU-Jahresrückblick 2012

03. Januar – Die Publikation "Hauptabteilung VIII" aus der Reihe "Anatomie der Staatssicherheit" erscheint und erläutert Strukturen, Entwicklungen und Aufgaben dieser Diensteinheit anhand diverser Fallbeispiele.

11. Januar – Kulturstaatsminister Bernd Neumann übergibt das sanierte "Haus 1", den ehemaligen Dienstsitz von Stasi-Minister Mielke an die zukünftigen Betreiber. Der Bürgerverein ASTAK ("Antistalinistische Aktion Berlin Normannenstraße" e.V.) und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen werden zukünftig gemeinsam im Hause arbeiten. Dazu gehört, dass sie zusammen eine Dauerausstellung entwickeln.

14. Januar – Unter dem Motto "Wissen wie es war – 20 Jahre Akteneinsicht" startet der BStU eine Reihe von Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Stasi-Unterlagen-Gesetzes. Den Auftakt bildet ein Bürgertag in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Rund 6.000 Besucher folgten der Einladung, die auch an die Erstürmung des Stasi-Geländes am 15. Januar 1990 erinnert. Das an diesem Tag wiedereröffnete "Haus 1" entwickelt sich dabei zu einem Besuchermagneten. Großen Andrang findet auch eine Podiumsdiskussion zwischen den ehemaligen Bundesbeauftragten Joachim Gauck und Marianne Birthler sowie dem amtierenden Bundesbeauftragten Roland Jahn.

09. Februar – Unter der Leitung des Europaparlamentariers Emanuelis Zingeris und gemeinsam mit dem Botschafter Litauens in Deutschland Mindaugas Butkus besucht eine Delegation litauischer Parlamentarier die Stasi-Unterlagen-Behörde. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Austausch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Aufarbeitung der Geheimpolizeiaktivitäten im ehemaligen Ostblock.

03. und 04. März – Zum Tag der Archive unter dem Motto "Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen" öffnet die Stasi-Unterlagen-Behörde ihre Archive in Berlin und in sechs Außenstellen.

08. bis 10. März – Beteiligung des BStU an der 5. Geschichtsmesse der Bundesstiftung Aufarbeitung unter dem Motto "Die Zukunft der Aufarbeitung – Demokratie und Diktatur in Deutschland und Europa nach 1945".

29. März – Im Berliner Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde findet das 5. Forum zur Nutzung der Stasi-Unterlagen statt. Archivare sowie Mitarbeiter der Bereiche Auskunft und Forschung stellen sich dem Dialog mit Nutzern des Archivs. Zentrales Thema ist eine verbesserte Recherche beim Zugang zu den Akten sowie der Wunsch nach digitalisierten Angeboten. Eine Online-Recherche analog zum Bundesarchiv ist in Arbeit.

19. April – Der Bundesbeauftragte eröffnet in Stockholm die Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt". Die Wanderausstellung der Stasi-Unterlagen-Behörde gastiert auf Einladung der Deutschen Botschaft im Europahaus.

16. Mai – Der schwedische Botschafter in Deutschland Staffan Carlsson besucht das Archiv der Zentralstelle in Berlin. Gesprächsthemen sind u.a. IKEA und die Frage des Einsatzes politischer Häftlinge in der DDR für die Möbelproduktion sowie die Aktivitäten der Stasi in Skandinavien.

04. Juni – Der BStU veranstaltet mit der Beauftragten des Landes Brandenburg für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und der Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert einen Bürgertag in der Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße.

ab 7. Juni – Vor dem Hintergrund der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine thematisiert die Stasi-Unterlagen-Behörde den Einfluss der Staatssicherheit auf den DDR-Fußball mit einer Ausstellung zum Berliner Fußball-Club Dynamo und einem Zeitzeugenabend im Bildungszentrum.

20. Juni – Der Vorstand des Beirats der Stasi-Unterlagen-Behörde wird wiedergewählt. Prof. Dr. Richard Schröder ist erneut Beiratsvorsitzender, Ulrike Poppe und Rainer Eppelmann sind seine Vertreter. Der Bundesbeauftragte stellt dem Beirat seine Idee vor, auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale einen "Campus der Demokratie" zu entwickeln. Auch in der Öffentlichkeit findet die Idee Widerhall, verschiedene Kooperationspartner wie die Robert-Havemann-Gesellschaft, bekunden Interesse. Ziel des Campus ist es, den authentischen Ort des Stasi-Repessionsapparates zu einem Lernort für Demokratie zu machen

13. Juli – Eine Delegation der verfassungsgebenden Versammlung Tunesiens besucht im Rahmen eines dreitätigen Deutschland-Aufenthalts auch das Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde.

29. August – Der vorletzte Band der BStU-Reihe "Anatomie der Staatssicherheit" erscheint. "Die Diensteinheiten des MfS 1950-1989" ist ein rund 500 Seiten starkes Kompendium, das eine Übersicht über die ca. 200 Diensteinheiten des MfS gibt, von den Hauptverwaltungen über die Hauptabteilungen und Abteilungen bis hin zu zentralen Arbeitsgruppen und Sekretariaten.

20. und 21. September – Die slowakische Behörde UPN lädt im Rahmen der Arbeit des europäische Netzwerkes der für die Geheimpolizeiakten zuständigen Behörden zu einer satzungsmäßigen Klausurtagung und einer Konferenz nach Bratislava ein. Der BStU wird durch Direktor Hans Altendorf vertreten.

02. und 03. Oktober – Der Bundesbeauftragte nimmt an der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in München teil und berichtet über die Tätigkeit des BStU und das Wirken der Stasi, u.a. in einer Podiumsdiskussion mit Schülern und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Besonderes Interesse finden Beispiele für Stasi-Aktivitäten in Richtung Bayern.

27. Oktober – Mit einer Klang- und Foto-Installation von 260 Fotos und 30 Tondokumenten auf dem ehemaligen Stasi-Gelände in Berlin-Lichtenberg sowie Archivführungen und Vorträgen begeht das Archiv der Zentralstelle den UNESCO-Welttag des audiovisuellen Kulturerbes.

08. November – Eine Auswahl besonderer Zeitdokumente, Fotografien der Ostseite der Mauer, zeigt die Foto-Ausstellung "Berliner Mauer: Fotos verboten!". Seine von der Stasi beschlagnahmten Bilder fand der Fotograf Detlef Matthes 1995 unerwartet in seiner Stasi-Akte wieder.

16. November – Im Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde findet ein Informationsgespräch zwischen Vertretern des schwedischen Möbelhauses IKEA und Opferverbänden über eine Untersuchung zum Einsatz von politischen Häftlingen bei der Produktion von Möbeln in der DDR statt. Die Untersuchung hat ein großes Medienecho, das der Bundesbeauftragte mit einer Forderung nach mehr Transparenz in Bezug auch auf das Verhalten anderer westdeutscher Unternehmen bei ihrer Produktion in der DDR begleitet.

24. November – Vor 25 Jahren, in der Nacht vom 24. auf den 25. November 1987, drang die Staatssicherheit zum ersten Mal seit den 50er Jahren offiziell in Kirchenräume ein. Sie durchsuchte die Umwelt-Bibliothek, die in Räumen der Zionskirche in Berlin ansässig war und verhaftete sieben Oppositionelle. Im Rahmen einer Veranstaltung in der Zionskirche werfen Zeitzeugen erstmals einen Blick zurück auf die Ereignisse der Razzia.

26. November – Der Band 1977 aus der Reihe "Die DDR im Blick der Stasi. Die geheimen Berichte an die SED-Führung" wird im "Grünen Salon" in der Volksbühne in Berlin vorgestellt.

30. November – Die BStU-Studie "Die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Rostock", die eine erste wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Rostocker U-Haft der Stasi vornimmt, erscheint. Sie untermauert, dass die Stasi in ihren Untersuchungshaftanstalten systematisch die Menschenrechte der Inhaftierten missachtete.