Navigation und Service

BStU-Jahresrückblick 2000

17. Januar – Als erster Bundeskanzler besucht Gerhard Schröder das Archiv der Behörde gemeinsam mit dem Bundesminister des Innern, Otto Schily.

Februar – Der durch Medienberichte bekannte, so genannte "Kupferkessel", ein ehemals abhörsicherer Raum, in dem 6.800 Säcke mit "vorvernichteten" Unterlagen aufbewahrt waren, wird geräumt und innerhalb eines Jahres zu einem über 500 qm großen Magazin mit modernen Gleitregalanlagen für ca. 8.200 lfd. M. Schriftgut umgebaut.

30. März – Eine "Donnerstagsveranstaltung" der Abteilung Bildung und Forschung beschäftigt sich mit dem Thema "Strahlenmissbrauch durch die Stasi? Neue Rechercheergebnisse".

07. Mai – Eröffnung der Sonderausstellung "Über die Ostsee in die Freiheit" in der Dokumentations- und Gedenkstätte in Rostock als gemeinsames Projekt mit dem gleichnamigen Verein.

Juni – Anfrage der Staatsanwaltschaft München I zu einem noch lebenden mutmaßlichen NS-Verbrecher, der im KZ "Kleine Festung Theresienstadt" bei Prag eingesetzt war.

31. August – Veranstaltung zum 10. Jahrestag des Volkskammergesetzes über "Die Öffnung der Stasi-Akten – Intentionen und Erfahrungen" in der St.-Bartholomäus-Kirche in Berlin-Friedrichshain.

09. September – Eröffnung der Ausstellung "Die Schule in der DDR im Blick der Stasi" als Gemeinschaftsarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) in der Außenstelle Erfurt.

29. September – Marianne Birthler wird vom Deutschen Bundestag mit deutlicher Mehrheit zur Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewählt.

07. Oktober – In Plauen wird anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Gerhard Schröder die Wanderausstellung der Außenstelle Chemnitz "Zivilcourage – 40 Jahre SED-Diktatur, 40 Jahre Bürgermut und Widerstand" erneut präsentiert.

10. Oktober – Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Joachim Gauck und den Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung, Thomas Auerbach.

11. Oktober – Verabschiedung von Joachim Gauck zum Ende seiner Amtszeit und Amtseinführung von Marianne Birthler als Bundesbeauftragte.

03. November – Das Buch "Die Staatssicherheit – Schild und Schwert der Partei" von Dr. Jens Gieseke und Doris Hubert, erschienen in der Reihe "Deutsche ZeitBilder" der Bundeszentrale für politische Bildung wird vorgestellt.

07. November – Der estnische Staatspräsident Lennart Meri besucht die Behörde. Eine mit dem Stasi-Unterlagen-Gesetz vergleichbare gesetzliche Regelung zum Umgang mit den Dokumenten der Sicherheitsdienste besteht in Estland seit 1994.

27. November – Altkanzler Dr. Helmut Kohl erhebt Klage beim Verwaltungsgericht Berlin gegen die BStU, um die Herausgabe von Unterlagen zu seiner Person an Forscher und Medien zu verhindern.

05. Dezember – Die Bundesbeauftragte informiert alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über kontaminierte Unterlagen im Teilbestand OTS, nachdem Mitarbeiter der Behörde über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagten. Da nicht ausgeschlossen ist, dass bestimmte Akten kontaminiert sind, werden sie bis zum Abschluss von wissenschaftlichen Analysen versiegelt.

Ende 2000 – Von ca. 900 Medien- und Forschungsanträgen zur NS-Thematik sind ca. 580 abschließend bearbeitet.