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BStU-Jahresrückblick 1998

1998 - Der Ausbau der Flughäfen Halle/Leipzig und Dresden führt zu einem starken Anstieg der Ersuchen zu Sicherheitsüberprüfungen.

Februar - Anfrage des Bundesministeriums der Finanzen zur Aufklärung der "Aktion Licht" (Aufbrechen zahlreicher Banktresore der DDR in den 70er Jahren zur "Verwertung" der Vorkriegs-Vermögenswerte wie Aktien, Wertgegenstände, die sich dort befinden könnten).

April - Forschungsantrag zu "Biographien von Inhaftierten des sowjetischen Speziallagers Buchenwald".

April - Im Archiv der Zentralstelle wird eine zentrale Papierrestaurierungswerkstatt eingerichtet, in der mit modernen Gerätschaften mechanisch oder durch Schimmelpilzbefall bzw. Wasserschäden beschädigte sowie anderweitig in ihrem Bestand gefährdete Akten und Karteikarten restauriert werden.

08. Mai - Der Immunitätsausschuss des Deutschen Bundestages legt den Bericht zum erneuten Überprüfungsverfahren des Abgeordneten Dr. Gysi vor. Darin wird als Überprüfungsergebnis mit einer Mehrheit von zwei Drittel der Ausschussmitglieder "eine inoffizielle Tätigkeit des Abgeordneten Dr. Gregor Gysi für das MfS als erwiesen festgestellt.".

Mai - "Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Teil 2: Anleitungen für die Arbeit mit Agenten, Kundschaftern und Spionen in der Bundesrepublik Deutschland", (Hrsg.--Herausgeber Helmut Müller-Enbergs) erscheint in der wissenschaftlichen Reihe "Analysen und Dokumente" des BStU.

01. August - Die mit dem 3. Stasi-Unterlagen-Änderungsgesetz beschlossene Stichtagregelung tritt in Kraft. Danach unterbleibt bei Überprüfungen die Mitteilung einer IM-Tätigkeit für den Staatssicherheitsdienst, wenn kein Hinweis auf eine solche Tätigkeit nach dem 31.12.1975 vorliegt.

August - Über vier Millionen Anträge und Ersuchen sind beim BStU eingegangen.

August - Der Band "Das NS - Archiv" des Ministeriums für Staatssicherheit (Hrsg. Dr. Dagmar Unverhau) erscheint im LIT-Verlag.

September - Eröffnung der Wanderausstellung der Außenstelle Erfurt "Terror der frühen Jahre" in Eisenach.

06. Oktober - Im Filmarchiv des Bundesarchivs werden 280 Kinofilme des MfS hinterlegt, restauriert und gesichert.

09. November - Eröffnung des Informations- und Dokumentationszentrums in Berlin in Anwesenheit von Bundespräsident Roman Herzog und Bundesinnenminister Otto Schily. Bis Ende des Jahres 2001 werden über 80.000 Besucher gezählt.




17. Dezember - Einem Archiv-Mitarbeiter der Zentralstelle gelingt die Entschlüsselung des EDV-Projektes "SIRA" (System Information Recherche Auskunft) der für Auslandsspionage zuständigen HVA des MfS. 3 Datenbanken mit über 200.000 Ein- und Ausgangsinformationen können rekonstruiert werden. Die Generalbundesanwaltschaft leitete zahlreiche Ermittlungsverfahren ein.

19. Dezember - Das 4. Stasi-Unterlagen-Änderungsgesetz bestimmt, dass Anträge auf "Anonymisierung und Löschung personenbezogener Informationen" nach § 14 StUG nicht schon 1999, sondern erst ab dem 1.1.2003 gestellt werden können.

22. Dezember - Besuch des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, im Archiv. Er appelliert an die USA und Russland, in ihrem Besitz befindliche Stasi-Unterlagen an die Behörde herauszugeben.



Dezember - Abschluss der Duplizierung der vom MfS überlieferten Mikrofiches.

1998 - Unter den abschließend bearbeiteten Überprüfungsersuchen zur Erteilung von Jagd- und Waffenscheinen wurde ein hoher Prozentsatz hauptamtlicher und inoffizieller Mitarbeiter des MfS festgestellt.