Navigation und Service

Aufarbeitung international

Die Einrichtung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen hat weltweit erstmalig den Zugang zu den Akten einer Geheimpolizei für die Gesellschaft in einer Institution etabliert. Möglich wurde dieses Experiment, weil die politisch Verantwortlichen damit zunächst eine Forderung der Friedlichen Revolution respektierten: "Freiheit für meine Akte!"

Akten im Stasi-Unterlagen-ArchivAkten im Stasi-Unterlagen-Archiv Quelle: BStU

Die von der Stasi gesammelten Daten sollten den Betroffenen zur Aufklärung ihres Schicksals zugänglich gemacht werden. Aber die Einrichtung der Stasi-Unterlagen-Behörde war auch dem Wunsch geschuldet, das Unrecht der kommunistischen Diktatur in der DDR ohne Zeitverzug aufzuarbeiten.

Während der BStU 1990 noch relativ allein seine spezifische Aufgabe begann, hat sich seither international und vor allem in den anderen Ländern Osteuropas einiges getan. Seit Ende 2008 koordinieren die Geheimpolizeiarchive Osteuropas in einem Netzwerk ihre Arbeit und tauschen sich aus. Aber auch eine Vielzahl an weiteren Archiven und Initiativen hat sich der Aufarbeitung der kommunistischen Diktaturen gewidmet.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bemühungen, die Militärdiktaturen und Unrechtsregime Lateinamerikas, Asiens und Afrikas aufzuarbeiten. Dazu zählen auch die UN-Tribunale Ruandas und Ex-Jugoslawiens wie die Bemühungen, das Ende der Apartheid in Südafrika aufzuarbeiten. Immer wieder wird in diesen Kontexten, sei es durch Besuche im Stasi-Unterlagen-Archiv oder durch Einladung des BStU auf Konferenzen, Bezug auf das deutsche Modell des Zugangs zu Geheimpolizei-Akten genommen.

Weiterlesen

Europäisches Netzwerk

Plattform der Europäischen Erinnerung und des Gewissen

Europäische Initiativen und Archive

Außereuropäische Initiativen