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Aufklärung über die "Aufklärer"

Neues Findmittel des BStU über die Ausgangsinformationen der DDR-Auslandsspionage HV A in aktualisierter Fassung

Viele Unterlagen der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR gelten als vernichtet. Doch die sogenannten "Ausgangsinformationen" sind als zentraler Bestandteil der HV A-Unterlagen, zumindest teilweise, erhalten geblieben. Ein neues Findmittel (Stand September 2016), zusammengestellt im Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde, vermittelt auf 1.711 Seiten eine Übersicht über diese MfS-Dokumente, die im Zeitraum zwischen 1959 und 1989 entstanden, sowie über Lücken in der Überlieferung.

Durchschnittlich eintausend Informationsberichte der Abteilung VII erreichten jährlich die Führungsriege von Partei und DDR-Regierung. Sie enthalten schwerpunktmäßig Interna der bundesrepublikanischen und West-Berliner Politik, aber auch Informationen über das politische, militärische und wirtschaftliche Geschehen weltweit. Dieses Verzeichnis gibt einen ersten ausführlichen Überblick:

Download: Datei ist nicht barrierefrei  Ausgangsinformationen der HV A des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (PDF, 13MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Zusammengestellt hat die HV A-Liste der BStU-Archivmitarbeiter Stephan Konopatzky, der den Aufbau der Stasi-Unterlagen-Behörde von 1990 an begleitet hat. Die Ausgangsinformationen der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sind die zentrale Überlieferung im Archiv der BStU zu den Ergebnissen der Westspionage der HV A, wie sie sich der Führungsspitze der SED darstellten.

Teil einer zerrissenen HVA-Akte, die ein Informationsangebot des MfS an den ungarischen Geheimdienst über westdeutsche Parteien enthält. Der Schnipsel trägt die Unterschrift von Stasi-Generaloberst Markus Wolf.Auch ein Thema europaweiter Diktaturaufarbeitung - die Kooperation der osteuropäischen Geheimpolizeien. In zerrissenen Akten der DDR-Auslandsspionage HV A wurde 2011 dieses Informationsangebot des MfS an den ungarischen Geheimdienst über westdeutsche Parteien entdeckt. Der undatierte Schnipsel trägt die Unterschrift des bis 1986 im MfS aktiven Stasi-Generaloberst Markus Wolf. Quelle: BStU VReko

Die Zusammenstellung ist durch die langwierige Rekonstruktion spezieller Datenbanken der MfS-Auslandsspionage möglich geworden, wie dem "System der Informationsrecherche der HV A" (SIRA). Damit können die Ausgangsinformationen der HV A in den Kontext hunderttausender Nachweise über Informationseingänge bei der HV A (so genannte Eingangsinformationen) gestellt werden. Dies ermöglicht auch direkte Rückschlüsse auf die informationsbeschaffenden Quellen.

Ausschnitt aus der BStU-Liste aufgefundener HVA-AusgangsnachrichtenAusschnitt aus der BStU-Liste aufgefundener HVA-Ausgangsnachrichten Quelle: BStU

Das hier vorgestellte Verzeichnis ist ein Gesamtinventar der Ausgangsinformationen der HV A des MfS. Es werden sowohl die Fundstellen in den Archiven des BStU als auch die vorhanden Lücken in der Überlieferung dargestellt.

Alle vorhandenen Ausgangsinformationen sind inzwischen digitalisiert.

Bürgerberatung

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