Navigation und Service

"...anarcho-terroristische Kräfte"

Die Rote Armee Fraktion und die Stasi

Die Rote Armee Fraktion und die Stasi verbanden eine gewisse ideologische Nähe und derselbe Gegner. Zaghaft loteten beide Seiten Möglichkeiten einer Zusammenarbeit aus. Die RAF musste einsehen, dass die DDR zu offener Unterstützung nicht bereit war. Die Stasi hingegen erkannte, dass die RAF sich kaum instrumentalisieren ließ.

Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut", die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers sowie die Selbstmorde der inhaftierten führenden Mitglieder der ersten Generation der RAF markierten den "Deutschen Herbst" 1977. Anlässlich des 40. Jahrestages zeigt unser Themenschwerpunkt, wie Stasi und RAF in Beziehung standen. Eine Geschichte in der Stasi-Mediathek und ein BStU-Dokumentenheft geben Einblicke in das ungewöhnliche Verhältnis von Geheimpolizei und Terrorgruppe.


Die Staatssicherheit billigte bereits in den frühen siebziger Jahren Ein- und Ausreisen der Linksterroristen über den Ost-Berliner Flughafen Schönefeld oder auch die tschechische Grenze. Gelegentlich hielt die Staatssicherheit ein Mitglied der RAF oder ihres Umfeldes an der Grenze fest – etwa wenn diese verbotenerweise Waffen mit sich führten oder die Fälschung eines Personaldokuments aufflog.

Berliner Mauer an der Waldemarstraße / Leuschnerdamm am 26. Juni 1985 mit aufgesprühtem rotem Stern und dem Schriftzug "RAF".Berliner Mauer an der Waldemarstraße / Leuschnerdamm am 26. Juni 1985 mit aufgesprühtem rotem Stern und dem Schriftzug "RAF". Quelle: Bundesarchiv: Bild 210-0720, Foto: Maus, Burkhard; Bösel, Philipp J.

Zwischen 1980 und 1983 tauchten insgesamt zehn ehemalige RAF-Mitglieder in der DDR unter. Die Stasi verschaffte ihnen neue Identitäten, Wohnungen und Arbeitsstellen. Sie kümmerte sich sporadisch um die Aussteiger, ließ sie jedoch zugleich auch streng überwachen. Bis zu 20 Inoffizielle Mitarbeiter wurden auf die Ex-Terroristen angesetzt, ihre Briefe geöffnet, die Telefone abgehört und ihre Wohnungen verwanzt. Einige Aussteiger wurden später sogar selbst IM. Die Stasi nutze die Gelegenheit für eine intensive Befragung der Täter, die ihr Wissen oftmals auch Preis gaben. Die Aussicht auf Haft in der DDR wirkte sicherlich abschreckend und förderte die Bereitschaft zu reden. Die ehemaligen Terroristen führten ein unauffälliges, fast normales Leben in der DDR.

Unsere Angebote zum Thema

Bürgerberatung

In der Zentralstelle des BStU in der Karl-Liebknecht-Straße in Berlin beraten Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerberatung telefonisch oder persönlich zu Fragen der Akteneinsicht.

weiterlesen: Bürgerberatung …

Stasi Mediathek

Stasi-Akten online lesen: www.stasi-mediathek.de