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Staat. Kirche. Opposition.

Buchvorstellung und Diskussion mit Manfred Stolpe und Rainer Eppelmann

Wie weit darf man sich in einer Diktatur mit dem Staat einlassen? Welche Rolle spielte die Kirche im Sozialismus? Über diese und andere Fragen sprachen der Gemeindepfarrer von 1981, Rainer Eppelmann, und der damalige Leiter des Sekretariats des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, Manfred Stolpe. Die Diskussion war eingebettet in die Vorstellung des Bandes 1981 aus der Reihe "Die DDR im Blick der Stasi. Die geheimen Berichte an die SED-Führung".

Die DDR habe den Kirchen ab 1978 eine relative Selbstständigkeit eingeräumt, konstatierte Stolpe, wodurch Spielräume für humanitäres Handeln eröffnet wurden. "Der Staat wollte keinen Kirchenkampf", fügte er hinzu. Der spätere brandenburgische Ministerpräsident Stolpe verteidigte seine dienstlichen Kontakte zur Stasi: "Der Schlüssel zur Freiheit lag bei der Staatssicherheit."

Rainer Eppelmann hielt fest, dass er als Pfarrer an der Samariterkirche Anfang der 80er Jahre Unterstützung aus der Kirchenleitung erfuhr. "Du musst jemanden haben, der notfalls den Regenschirm über dir aufspannt", sagte Eppelmann mit Blick auf die kritische Jugendarbeit und die sogenannten Bluesmessen in der Samariterkirche.

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Video: "Staat. Kirche. Opposition." - Begrüßung und ImpulsvortragQuelle: BStU

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Video: "Staat. Kirche. Opposition." - Podiumsdiskussion (Teil 1)Quelle: BStU

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Video: "Staat. Kirche. Opposition." - Podiumsdiskussion (Teil 2)Quelle: BStU

Im Vorfeld der Diskussion präsentierte Prof. Dr. Daniela Münkel den neuen Band "Die DDR im Blick der Stasi 1981. Die geheimen Berichte an die SED-Führung". In diesem Jahr spielten sich aus Sicht der DDR-Staatssicherheit bedrohliche Entwicklungen ab. Während viele junge Menschen den Friedensruf der evangelischen Kirchen "Schwerter zu Pflugscharen" aufgriffen und gegen die Militarisierung der Gesellschaft protestierten, hielt die SED-Führung unbeirrt an ihrer politischen Linie fest. Dies zeigt sich auch in den Berichten, in denen es etwa um die polnische Opposition und ihre Bedeutung für die DDR geht.

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