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Opus Primum für Susanne Muhle

"Auftrag: Menschenraub" erhält Auszeichnung

Mit ihrer umfassenden Studie "Auftrag: Menschenraub. Entführungen von Westberlinern und Bundesbürgern durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR" hat Autorin Susanne Muhle jetzt den Opus Primum gewonnen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht an die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahres und wird von der Volkswagen Stiftung verliehen.

Cover der Studie "Auftrag: Menschenraub" von Susanne MuhleCover der Studie "Auftrag: Menschenraub" von Susanne Muhle Quelle: Verlag Vandenhoek und Ruprecht

Die Studie zu Methoden und Funktion der Entführungspraxis des MfS ist in der wissenschaftlichen Reihe des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen erschienen und basiert auf vielen, zum Teil bis dato unveröffentlichten Dokumenten des Stasi-Unterlagen-Archivs.

Bis heute ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass die DDR-Staatssicherheit in den 50er und 60er Jahren etwa 400 Menschen aus West-Berlin und der Bundesrepublik entführen ließ. Viele kehrten erst nach Monaten oder Jahren zurück, für manche gab es keine Rückkehr. Die Methoden des MfS reichten dabei von perfiden Täuschungen bis zu brutalen Überfällen auf offener Straße. Auf Grundlage von umfangreichem Archivmaterial beleuchtet die Studie dieses weitgehend unbekannte Kapitel der deutschen Teilung. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Gewalt- und Täterforschung.

In der Beurteilung der Preis-Jury heißt es dabei über die Leistung von Susanne Muhle: "Durch intensive Arbeit an zahllosen Quellen gelingt es ihr, die persönlichen Schicksale von Entführten in sehr anschaulichen Fallstudien zu schildern, diese aber gleichzeitig immer auch im größeren politischen Zusammenhang zu verorten". Mit dem Förderpreis wird eine wissenschaftliche Publikation prämiert, die gut lesbar geschrieben und auch einem breiten Publikum verständlich sein muss.

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