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Transparenz des Geheimen

Die osteuropäischen Geheimpolizeiarchive und demokratischer Wandel

Welchen Wert hat das Modell des Aktenzugangs zu den Geheimpolizeiarchiven der kommunistischen Diktaturen für den Umgang mit vergangenem Unrecht? Dieser Frage gingen vier ausgewiesene Experten im Rahmen des diesjährigen Netzwerktreffens der für die kommunistischen Geheimpolizeiakten zuständigen Behörden in Mittelosteuropa nach. Elisabeth Baumgartner (Swiss Peace), Dr. Łukasz Kamiński (Präsident IPN Polen), Nikita Petrow (Memorial Russland) und Prof. Dr. Horst Möller (LMU München) diskutierten darüber am 19. Oktober 2015 in der Böll-Stiftung Berlin auf Einladung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen.

Die Öffnung der Geheimpolizeiarchive in Osteuropa, so die Podiumsteilnehmer, sei eine wesentliche Stütze für den Demokratisierungsprozess nach dem Ende der kommunistischen Diktaturen gewesen. Elisabeth Baumgartner ergänzte diese Sichtweise durch Beispiele aus den Philippinen, Guatemala und Ex-Jugoslawien. In nahezu allen Post-Konfliktszenarien ist die juristische Aufarbeitung des begangenen Unrechts nicht ausreichend. Daher sei die gesellschaftspolitische Aufarbeitung umso entscheidender. Sie stelle ein dauerhafte Aufgabe dar, die durch den Zugang zu Archiven immer wieder befruchtet werden kann. Professor Möller fasste die Diskussion in einer These zusammen: "Die Intensität der Auseinandersetzung mit Diktatur ist ein Indiz für den demokratischen Charakter gegenwärtiger Gesellschaften."

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Video: "Transparenz des Geheimen" - PodiumsdiskussionQuelle: Heinrich-Böll-Stiftung

Im Vorfeld der Diskussion präsentierten Mária Palasik (ABTL), Tomasz Ginter, Grzegorz Wołk (beide IPN) und Dr. Gabriele Camphausen (BStU) die gemeinsam erarbeitete Ausstellung "By Any Means. Communist Secret Police and People's Everyday Life". Die Ausstellung zeigt, wie die Geheimpolizeien in kommunistisch regierten Ländern Mittel- und Osteuropas gearbeitet haben und portraitiert die Schicksale von Menschen, die in Konflikt mit den Machthabern geraten sind. Die Schau ist noch bis zum 22. November in der Böll-Stiftung zu sehen. Im Anschluss wird sie in verschiedenen Städten Europas gezeigt.

Bildergalerie der Abendveranstaltung
   
Die Kuratoren Mária Palasik, Grzegorz Wołk, Tomasz Ginter und Dr. Gabriele Camphausen (v.l.n.r.) bei der Eröffnung der Ausstellung "By Any Means" im Foyer der Heinrich-Böll-Stiftung

Die Kuratoren Mária Palasik, Grzegorz Wołk, Tomasz Ginter und Dr. Gabriele Camphausen (v.l.n.r.) bei der Eröffnung der Ausstellung "By Any Means" im Foyer der Heinrich-Böll-Stiftung Quelle: Foto: BStU/Griebe

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn (r.) bei seiner Begrüßungsansprache

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn (r.) bei seiner Begrüßungsansprache Quelle: Foto: BStU/Griebe

Prof. Dr. Horst Möller (2.v.r.): "Transparenz ist der Tod der Geheimdienste, ohne diese Transparenz wirken sie fort"

Prof. Dr. Horst Möller (2.v.r.): "Transparenz ist der Tod der Geheimdienste, ohne diese Transparenz wirken sie fort" Quelle: Foto: BStU/Griebe

Nikita Petrow von Memorial Russland

Nikita Petrow von Memorial Russland Quelle: Foto: BStU/Griebe

Das Podium (v.l.n.r.): Elisabeth Baumgartner, Dr. Łukasz Kamiński, Dagmar Hovestädt, Prof. Dr. Horst Möller, Nikita Petrow

Das Podium (v.l.n.r.): Elisabeth Baumgartner, Dr. Łukasz Kamiński, Dagmar Hovestädt, Prof. Dr. Horst Möller, Nikita Petrow Quelle: Foto: BStU/Griebe

Elisabeth Baumgartner (links) von Swiss Peace

Elisabeth Baumgartner (links) von Swiss Peace Quelle: Foto: BStU/Griebe

Dr. Łukasz Kamiński, Präsident des IPN Polen, im Dialog mit Dagmar Hovestädt

Dr. Łukasz Kamiński, Präsident des IPN Polen, im Dialog mit Dagmar Hovestädt Quelle: Foto: BStU/Griebe

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