Letzte Änderung, 03.02.2012Von Bagdad nach Leipzig
Antrittsbesuch des neuen Generalkonsuls der Vereinigten Staaten von Amerika in der Außenstelle Leipzig des BStU
Am 3. Februar stattete der neue Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika der Leipziger Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen seinen Antrittsbesuch ab.
Mark J. Powell, der seit August 2011 vom Generalkonsulat Leipzig aus die Vereinigten Staaten gegenüber den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertritt, kann bereits jetzt auf eine abwechslungsreiche Karriere im diplomatischen Dienst der USA zurückblicken. Bevor er als Generalkonsul nach Leipzig kam, war er von 2009 bis 2010 Leiter des Wiederaufbauteams für die Provinz Bagdad West. Powells Aufgaben bestanden dabei in der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, dem Wiederaufbau der irakischen Zivilgesellschaft und in der Unterstützung der Versöhnungsbemühungen zwischen den Volksstämmen in der Region westlich der irakischen Hauptstadt.
Außenstellenleiterin Regina Schild neben dem Leipziger US-Generalkonsul Mark J. Powell vor Karteikästen der Stasi in der Außenstelle Leipzig des BStU
Quelle: BStU Leipzig
Nicht zuletzt aufgrund dieser Aufgabenfelder war Mark J. Powell äußerst interessiert daran von der Leipziger Außenstellenleiterin Regina Schild zu erfahren, wie auf Grundlage des Stasi-Unterlagengesetzes (StUG) die SED-Diktatur und die Geschichte des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR aufgearbeitet wird.
Beim Rundgang durch die Außenstelle Leipzig des BStU konnte sich der Generalkonsul ein Bild vom Ausmaß der Tätigkeit der Stasi machen. Dabei erstaunte Mark J. Powell nicht nur der Umfang der in der Leipziger Außenstelle lagernden Stasi-Unterlagen, die rund 8.600 laufende Meter umfassen, sondern insbesondere auch das von der Stasi genutzte Karteikartensystem welches er durch die Außenstellenleiterin Schild erläutert bekam.
Regina Schild und Mark J. Powell im Archiv der Außenstelle Leipzig des BStU
Quelle: BStU Leipzig
Eine weitere Station des Rundgangs bildete ein Archivraum mit zum Teil bislang noch unerschlossenen Stasi-Unterlagen. Dort wurden dem amerikanischen Generalkonsul anonymisierte Stasi-Unterlagen gezeigt, die unter anderem die Überwachung von amerikanischen Bürgern und Diplomaten seitens der Stasi verdeutlichten.
Im Anschluss daran wurde der Generalkonsul in einen Raum der Leipziger Außenstelle geführt, in dem Säcke mit zerrissenen Stasi-Unterlagen lagern. Angesichts der vielen Säcke mit den von Stasi-Mitarbeitern vorvernichteten Unterlagen erläuterte Regina Schild ihrem Gast sowohl das derzeit durchgeführte manuelle Verfahren zur Wiederherstellung der Unterlagen, als auch das in der Endphase der Entwicklung befindliche Verfahren der virtuellen Rekonstruktion. Dabei zeigte sich Powell begeistert über die Akribie und die Ernsthaftigkeit des Willens zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Geschichte des Staatssicherheitsdienstes. Insbesondere am neuen technischen Verfahren der virtuellen Rekonstruktion war Mark J. Powell außerordentlich interessiert.
Nach dem Rundgang durch die Außenstelle Leipzig des BStU war der amerikanische Generalkonsul nicht nur von der Arbeit der Behörde, sondern auch von der wechselvollen Geschichte des historischen Gebäudes beeindruckt.Beim abschließenden Gespräch trug sich Mark J. Powell im Gästebuch der Leipziger Außenstelle ein. Dabei bekundete der neue amerikanische Generalkonsul in Leipzig gegenüber Außenstellenleiterin Schild sein großes Interesse an der Fortführung der traditionell guten Zusammenarbeit mit der Außenstelle Leipzig des BStU.
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