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Ausstellungseröffnung in Weil am Rhein

Die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" wurde am 18. Januar 2012 in Weil am Rhein in Anwesenheit des Bürgermeisters, Klaus Eberhardt, und Konrad Felber, Leiter der Außenstelle Dresden der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU), eröffnet.

"Die Ausstellung ist hier, in der südwestlichsten Stadt Deutschlands, genau an der richtigen Stelle", so Felber in seinem Grußwort. Gemeinderatsmitglied Siegfried Stiasny (CDU) hatte die Wanderausstellung in das baden-württembergische Weil am Rhein geholt.

Grußwort von Konrad Felber, Leiter der BStU-Außenstelle Dresden, zur Eröffnung der Wanderausstellung in Weil am Rhein.Grußwort von Konrad Felber, Leiter der BStU-Außenstelle Dresden, zur Eröffnung der Wanderausstellung in Weil am Rhein. Quelle: BStU

Das Interesse am Thema Aufarbeitung der DDR-Diktatur in der rund 30.000 Einwohner zählenden Stadt war groß. Zu Beginn der Ausstellung hatten sich bereits 17 Schulklassen angemeldet. Zur Eröffnung waren zudem Gäste aus den Partnerstädten Trebbin (Brandenburg) und Huningue (Frankreich) angereist. Die französischen Besucher zeigten sich von den konkreten Beispielen für die Stasi-Überwachung beeindruckt, etwa von der mit einer versteckten Kamera präparierten Gießkanne.

In seiner Rede wies Bürgermeister Klaus Eberhardt auf die Perversion und Perfektion hin, mit der das Stasiregime gearbeitet hat. "Ihre Bemerkungen zur Wachsamkeit für die Sicherung von Demokratie und Meinungsfreiheit haben mir aus dem Herzen gesprochen", sagte eine Besucherin aus Ungarn mit Blick auf die Entwicklung in ihrem Land.

Konrad Felber, Leiter der BStU-Außenstelle Dresden, übergibt ein Trümmerstück der Dresdner Frauenkirche an Bürgermeister Klaus Eberhardt.Konrad Felber, Leiter der BStU-Außenstelle Dresden, übergibt ein Trümmerstück der Dresdner Frauenkirche an Bürgermeister Klaus Eberhardt. Quelle: BStU

Dass DDR-Diktatur und Staatssicherheit gesamtdeutsche Themen sind, bewiesen auch die zahlreichen Gespräche im Foyer des Weiler Rathauses. Es wurde über private Rückzugsräume in der DDR, von der Garagengemeinschaft bis zu den Kleingärten, gesprochen. Auch Familienerinnerungen der westdeutschen Gastgeber an Besuche in der DDR kamen zur Sprache. Gäste und Gastgeber waren sich am Ende des Abends einig, dass solche Begegnungen die gemeinsame Verantwortung für die Aufarbeitung der DDR-Diktatur stärken und fördern.

Über 30 Weiler Bürgerinnen und Bürger nahmen die Eröffnung zum Anlass, selbst Einsicht in Ihre Stasi-Akten zu beantragen. Seit 1992 sind bereits rund 50.000 Anträge aus Baden-Württemberg bei der Stasiunterlagenbehörde eingegangen.

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