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Neue Bücher

Die Stasi-Unterlagen-Behörde hat mehrere neue Bücher veröffentlicht und zum Download bereitgestellt. Ein Überblick.

Vier neue Buchtitel des BStUVier neue Buchtitel des BStU Quelle: BStU/Kulick

  • Martin Stief: Desertionen im geteilten Berlin.
    Bekämpfung von Fahnenfluchten aus den Reihen der Bereitschaftspolizei im Jahr des Mauerbaus

Der "Sprung in die Freiheit", das Foto des fliehenden Conrad Schumann, wurde zu einer "Ikone des Mauerbaus". Der junge Bereitschaftspolizist war der erste Deserteur im geteilten Berlin. Martin Stief nimmt dieses Bild zum Anlass, nach den Hintergründen der Desertionen aus den Reihen der Grenzsicherungseinheiten zu fragen.

Insgesamt flohen im Jahre 1961 aus den bewaffneten Kräften der DDR über 600 junge Männer in den Westen. Während bei der Nationalen Volksarmee oder der Volkspolizei die Fluchtzahlen nach der Grenzabriegelung schlagartig zurückgingen, stiegen sie bei den direkt an der Grenze eingesetzten Einheiten, darunter denen der Bereitschaftspolizei, drastisch an: Hatten sich vor dem 13. August lediglich 18 Bereitschaftspolizisten unerlaubt abgesetzt, flohen danach bis zum Jahresende 165.

Der Autor berichtet von den Versuchen der Staatssicherheit, Fahnenfluchten möglichst schon im Vorfeld zu verhindern. Damit eröffnet er einen Blick auf einen Kernbereich der SED-Herrschaft: die angestrebte totale Überwachung des Grenzregimes.

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  • Feind ist, wer anders denkt.
    Eine Ausstellung über die Staatssicherheit der DDR (Neuauflage des Ausstellungskatalogs)

Wer in der DDR "anders dachte", wer frei leben wollte, wurde in den Augen der SED zur Gefahr und kriminalisiert. Gesetzgebung und Justiz wurden zu Werkzeugen der Machthaber. Die Betroffenen waren von einem Netzwerk aus Bespitzelung und Denunziation umgeben.

Im Mittelpunkt des mit zahlreichen Fotos und Dokumenten versehenen Katalogs stehen Struktur, Methoden und Wirkungsweise des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Er gibt Aufschluss über die Täter auf der einen und die Opfer auf der anderen Seite, und erzählt von den Menschen, die es wagten, Widerstand zu leisten. Das Buch ist Begleitband zur gleichnamigen Wanderausstellung des BStU.

Als Interims-Ausstellung wird "Feind ist, wer anders denkt" ab dem 14. Januar 2012 am historischen Ort "Haus 1", dem ehemaligen Dienstsitz des Ministers für Staatssicherheit, eröffnet. Der Katalog umfasst 88 Seiten und ist für eine Schutzgebühr von 5 Euro im Stasi-Museum in der Normannenstraße oder beim BStU erhältlich.

Mehr zum Katalog. Ergänzend erschien eine Begleitmappe für Schulen.


  • Angela Schmole: Hauptabteilung VIII.
    Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung, Festnahme

Der jüngst erschienene Teil des Handbuchprojekts "Anatomie der Staatssicherheit" über die Stasi-Hauptabteilung VIII erläutert Strukturen, Entwicklungen und Aufgaben dieser Diensteinheit der DDR-Geheimpolizei anhand diverser Fallbeispiele. Zu ihren "politisch-operativen Schwerpunkten" in der DDR zählte beispielsweise die Beschattung von "Polittouristen", das waren Westpolitiker auf DDR-Besuch. Sogenannte "Spezialisten für besondere Überfall- und Hinterhaltmethoden" aus der Hauptabteilung VIII sorgten auch dafür, dass sich DDR-Sportler während ihres Aufenthaltes im Westen nicht absetzen konnten.

Zu dieser MfS-Abteilung zählten ebenso rund 160 inoffizielle Ermittler in der Bundesrepublik – Westdeutsche, die als Autoverkäufer, Taxifahrer, Arbeitslose, Angestellte, Handelsvertreter, Ladenbesitzer oder Hausfrauen ein unauffälliges Leben führten.

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  • Helmut Müller-Enbergs: Hauptverwaltung A (HV A)
    Aufgaben, Strukturen, Quellen

Mit 356 Seiten ein besonders ausführlicher Band in der Handbuch-Reihe "Anatomie der Staatssicherheit". Er beschreibt Aufgaben, Strukturen, Quellen sowie die informationsbeschaffende Tätigkeit der MfS-Hauptverwaltung HV A. Sie war für die Auslandsspionage des MfS zuständig.

Zwar wurden die Akten und Karteien der HV A im Zeitraum von Dezember 1989 bis Juni 1990 weitgehend vernichtet. Dennoch ist zumindest teilweise eine Rekonstruktion möglich. Sie erfolgt wesentlich auf Basis fragmentiert vorliegender Daten, die sich in archivierten Akten, auf elektronischen Datenträgern und verfilmten Karteien auffinden lassen. Dies geschieht mit Blick auf die MfS-Zentrale in Berlin und auf die Bezirksverwaltungen der DDR-Geheimpolizei. Die Darstellung wird ergänzt um Angaben aus der Literatur sowie mit Interviews inoffizieller und hauptamtlicher Mitarbeiter.

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  • Bernd Florath (Hg.): Das Revolutionsjahr 1989.
    Die demokratische Revolution in Osteuropa als transnationale Zäsur, Analysen und Dokumente

Der Sammelband „Das Revolutionsjahr 1989“ analysiert Verlauf und Folgen des Revolutionsgeschehens in Osteuropa 1989 u. a. am Beispiel der ČSSR, Polens, Rumäniens, Ungarns und der DDR. Der Forschungsband geht dabei auch der Frage nach, inwieweit sich aus den Revolutionen ein offener europäischer Prozess ergab. Denn so einheitlich die Sehnsüchte, Wünsche und Ziele auch waren, so vielfältig waren die Prozesse.

Alle Gesellschaften hatten sich auf unterschiedliche Weise ähnlichen Herausforderungen zu stellen. Verdrängte nationale, kulturelle und historische Prägungen und Visionen unterschiedlichster Art gaben den revolutionären Dramen in den einzelnen Ländern ein spezifisches Antlitz. Keine Umwälzung glich der anderen. Doch alle griffen ineinander und regten einander an.

Mehr zum Inhalt & Leseprobe von Prof. Dr. Agnes Heller: "Vor 20 Jahren"


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