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Ausländerkartei der Abteilung 3

Teilbestand:
Hauptabteilung VII (Abwehrarbeit in MdI und DVP)

Umfang: ca. 0,7 lfd. M.

Anzahl der Karteikarten: ca. 2.800

Format: DIN A 6

Ausländerkartei: Vorderseite der Karteikarte. - Nachweis: BStUAusländerkartei: Vorderseite der Karteikarte Quelle: BStU

Ausländerkartei: Rückseite der Karteikarte. - Nachweis: BStUAusländerkartei: Rückseite der Karteikarte Quelle: BStU

Die Hauptabteilung VII des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war zuständig für die Überwachung des DDR-Innenministeriums und seiner nachgeordneten Organe und Dienstzweige. Dazu zählte auch das Zentrale Aufnahmeheim in Röntgental bei Berlin. Hierher wurden Zuwanderer und vor allem Umsiedler und Rückkehrer aus der (alten) Bundesrepublik zur Überprüfung eingewiesen. Für die Überprüfung der Aufnahme- bzw. Wiederaufnahmeverfahren war die Abteilung 3 der MfS-Hauptabteilung VII zuständig.

Aus der Tätigkeit der Hauptabteilung VII/3 ist eine so genannte Ausländerkartei erhalten, welche den Zeitraum von 1975 bis 1989 abdeckt. In ihr sind diejenigen ausländischen Bürger erfasst, welche einen Antrag auf ständige Wohnsitznahme in der DDR bzw. einen Asylantrag gestellt hatten. Zur Erstellung der Kartei wurden die MfS-internen Formblätter F 401 und F 402 verwendet. Teilweise sind auf den Karteikarten auch Passfotos vorhanden.

Das Beispiel zeigt eine Karteikarte zu einem algerischen Bürger, welcher einen Antrag auf ständige Wohnsitznahme in der DDR gestellt hatte, um mit einer DDR-Bürgerin zusammenleben zu können (als Bezugsperson -BZ- auf der Karteikarte aufgeführt). Aus der Karteikarte ist ersichtlich, dass der algerische Bürger später seinen Antrag zurückgezogen hat, weil die DDR-Bürgerin einen Antrag auf Übersiedlung nach Algerien gestellt hatte. Einige Monate später zog sie diesen jedoch wieder zurück, da nun eine Eheschließung in der DDR geplant wurde. Nach Genehmigung durch das Zentrale Aufnahmeheim und Zustimmung der Kreisdienststelle Dessau sowie der Arbeitsgruppe Ausländer der Hauptabteilung II (für Spionageabwehr zuständig) konnte der algerische Bürger schließlich bei der DDR-Bürgerin in Dessau wohnhaft werden.

Bei personenbezogenen Anfragen an den BStU wird die vorgestellte Kartei in die Recherche einbezogen. Bei einem Recherchefund wird dies dem Antragsteller mitgeteilt.

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