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Eingabenkartei

Teilbestand: Büro der Leitung (BdL)

Umfang: ca. 7 lfd. M.

Anzahl der Karteikarten: ca. 27.000

Format: DIN A

Eingabenkartei. - Nachweis: BStUEingabenkartei Quelle: BStU

Beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) wurden zahlreiche Eingaben bearbeitet. Eingaben wurden entweder direkt an das MfS gerichtet oder von anderen Stellen, hauptsächlich vom DDR-Staatsrat und vom ZK der SED, an das MfS zur Bearbeitung abgegeben. Innerhalb des MfS existierte beim Büro der Leitung (BdL) ein eigenes Referat zur Koordinierung der Bearbeitung von Eingaben im MfS.

In der historischen Überlieferung des MfS sind nur relativ wenige Eingaben im Original nachweisbar. In großem Umfang erhalten sind dagegen die vom MfS zu Übersichts- und internen Kontrollzwecken angefertigten Aufzeichnungen über Inhalt und Bearbeitung der Eingaben. Kernstück dieser Aufzeichnungen sind zwei vom BdL geführte Eingabenkarteien, die insgesamt etwa 30.000 Karteikarten zählen. Die beiden Karteien unterscheiden sich inhaltlich nach der Art der Eingabeabsender: Getrennt geführt wurden Karteien zu juristischen Personen und zu natürlichen Personen; in Letzterer enthalten sind auch hauptamtliche MfS-Mitarbeiter (einschließlich Wachregiment) und deren Angehörige.

Das vorgestellte Beispiel betrifft die zentrale und damit größere der beiden BdL-Eingabenkarteien. Sie wurde personenbezogen alphabetisch geführt und weist die Eingaben natürlicher Personen aus den Jahren 1953 bis 1989 nach. Auf jeder Karteikarte finden sich zusammenfassende Angaben zum Sachverhalt (Beschwerde), zur Bearbeitung der Eingabe sowie zur Ablage der eingereichten Unterlagen und Erhebungen im MfS. Inhaltlich betreffen die in der Kartei dokumentierten Eingaben v. a. Reiseangelegenheiten, Anträge auf Übersiedlungen und Beschwernisse durch das MfS, MdI oder andere staatliche Organe der DDR.

Neben den Personendaten sind weitere wichtige Eintragsmerkmale auf den Karteikarten, z. B. Angaben zur sozialen Stellung der betreffenden Person, das Datum der Eingabe und oftmals auch das Ergebnis der Überprüfung in den Speichern der MfS-Abteilung XII (Zentrale Auskunft/Speicher). Das bedeutet, dass das MfS in vielen Fällen die Daten der Bürger, die eine Eingabe verfasst hatten, dazu nutzte, um sie mit seiner eigenen Personendatensammlung abzugleichen. Im vorliegenden Bildbeispiel war die betreffende Person bereits in der Abteilung VI (Passkontrolle) der MfS-Bezirksverwaltung Berlin erfasst.

Bei personenbezogenen Anfragen an die BStU wird die vorgestellte Kartei in die Recherche einbezogen. Bei einem Recherchefund wird dies dem Antragsteller mitgeteilt. Hinweise auf möglicherweise noch vorhandene Akten enthalten die Karteikarten jedoch nicht.

Die beschriebene Kartei ist ein ausgewähltes, aussagekräftiges Beispiel. Es sind viele weitere personenbezogene Karteien vorhanden.

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