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Besucherrückblick 2015

Schüler, Studenten, Wissenschaftler, Fachbesucher, Diplomaten, Journalisten und interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen auch 2015 sowohl aus Deutschland als auch aus aller Welt ins Stasi-Unterlagen-Archiv. In diesem Jahr kamen internationale Gäste insbesondere aus Südamerika und Nordafrika. Bei den vielfältigen Gesprächen rund um die Archivbesuche steht zunächst die Beschäftigung mit der Wirkweise der Stasi im Vordergrund. Immer wieder geht es aber auch um die Idee die Aufarbeitung von Unrecht über den Zugang zu Stasi-Akten, um politische Bildungsarbeit, aber auch den archivfachlichen Austausch.

Gruppenfoto der tunesischen Wahrheitskommission mit dem Bundesbeauftragten (5. von links)Besuch der tunesischen Wahrheitskommission am 16. September 2015 Quelle: BStU/Rosenthal

Insgesamt besichtigten 3.791 Interessierte in 308 Gruppen das Archiv, darunter 60 internationale Gruppen. Hier folgt eine kleine Auswahl der Besucherinnen und Besucher im BStU-Archiv aus aller Welt.

Aufarbeitung international

Zweimal war die tunesische Wahrheitskommission zu Gast. Nach dem Arabischen Frühling befindet sich vor allem Tunesien in einem Prozess des demokratischen Wandel. Das Land hat sich entschlossen, dabei auch den Umgang mit dem ehemaligen Polizei- und Abhörstaat unter dem Diktator Ben Ali und seinen Vorgängern anzugehen. Die 2014 eingesetzte Wahrheitskommission arbeitet die Menschenrechtsverletzungen aus den Jahren 1955 bis 2013 auf. Hierzu informierte sie sich am 11. Juni und 16. September über die Arbeit der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Am 22. April besuchte eine Delegation aus Peru das Archiv, um sich Anregungen für die Aufarbeitung in ihrem Land zu holen. Sie sind Mitglieder einer Kommission, die ein nationales Denkmal für die Zeit der gewalttätigen Auseinandersetzung von 1980 bis 2000 umsetzen sollen. Das LUM, ein noch leerer neuer Museumsbau in Lima, ist übersetzt "Ort der Erinnerung, Toleranz und sozialen Inklusion".

Aus Kolumbien waren am 24. November Vertreter von Aufarbeitungs- und Erinnerungseinrichtungen im Archiv zu Gast. Die kolumbianischen Fachleute interessierten sich vor allem für die Erfahrungen und Herausforderungen kommunaler Erinnerungsarbeit sowie für gesellschaftliche Prozesse der Vergangenheitsaufarbeitung. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Besuches war die Recherche von Möglichkeiten der pädagogischen Vermittlung des Themas, insbesondere an junge Menschen.

Besucher aus der Politik

Am 6. Februar 2015 empfing der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Roland Jahn, Besuch aus der Republik Korea. Von der Sicherheitskonferenz in München kommend, machte Außenminister Yun Byung-se Station in Berlin. Hier besuchte er auf seinen Wunsch hin die neue Dauerausstellung im Stasi-Museum in "Haus1" sowie das daneben liegende Stasi-Unterlagen-Archiv. Begleitet wurde der Außenminister vom Botschafter der Republik Korea in Berlin, Herrn Kim Jae-shin.

Der albanische Präsident und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen geben sich vor einem Bild mit Aktenregalen die Hand.Präsident Bujar Nishani (links) trifft den Bundesbeauftragten Roland Jahn. Quelle: BStU/Rosenthal

Der Präsident von Albanien, Bujar Nishani, besuchte am 12. Juni die Dauerausstellung im Stasi-Museum in "Haus 1". Danach führte der Bundesbeauftragte den Präsidenten auf einen Rundgang durch das Stasi-Unterlagen-Archiv.

Archivfachliche und weitere Besucher

44 Teilnehmer des internationalen Restauratorenkongresses besuchten am 16. Oktober das Archiv. Die hauseigene Restaurierungswerkstatt war für diese Besucherinnen und Besucher ein besonders Highlight.

Am 29. April informierten sich 29 Archivmitarbeiter des isländischen Nationalarchivs über die Arbeit ihrer Kollegen im Stasi-Unterlagen-Archiv. Und umgekehrt vermittelten sie auch einen kurzen Einblick in ihre Arbeit.

Gäste im Stasi-Unterlagen-Archiv
   
Gruppenfoto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 6. International Diplomats Programme im Foyer des Archivs.

Gruppenfoto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 6. International Diplomats Programme zusammen dem Programmdirektor, Botschafter a.D. Karl Wokalek (1. von links), und BStU-Referatsleiter Dr. Karsten Jedlitschka (8. von links). Quelle: BStU/Brosin

US-Botschafter John B. Emerson (3. von links) zusammen mit seiner Frau sowie dem Bundesbeauftragten Roland Jahn (2. von links) vor einem Regal mit Aktenbündeln.

US-Botschafter John B. Emerson (3. von links) im Archiv. Quelle: BStU/Brosin

Argentinische Aufarbeiter am 10. Juni vor dem Stasi-Unterlagen-Archiv. In der Mitte: Björn Deicke, Direktor der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Argentinische Aufarbeiter am 10. Juni vor dem Stasi-Unterlagen-Archiv. In der Mitte: Björn Deicke, Direktor der Stasi-Unterlagen-Behörde. Quelle: BStU/Rosenthal

Kolumbianische Aufarbeitungsspezialisten am 24. November 2015 im Archiv.

Kolumbianische Aufarbeitungsspezialisten am 24. November 2015 im Archiv. Quelle: BStU/Brosin

Roland Jahn gibt dem südkoreanischen Außenminister die Hand zur Begrüßung. Im Hintergrund schaut der Botschafter der Republik Korea in Deutschland lächelnd auf den Bundesbeuaftragten.

Der Bundesbeauftragte (rechts) und der südkoreanischen Außenminister (links), zusammen mit dem Botschafter der Republik Korea (2. von links) im BStU-Archiv. Quelle: BStU/Rosenthal

Die thailändische Prinzessin mit Delegation, der thailändischen Botschafterin, der Pressesprecherin und dem Direktor der Stasi-Unterlagen-Behörde im Karteisaal.

Pressesprecherin Dagmar Hovestädt erläutert der thailändischen Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn das Karteisystem der Stasi am 4. Juli 2015. Quelle: BStU/Brosin

Zahlreiche Studentinnen und Studenten, etwa von der US-amerikanischen Kent State University, der Reinwardt-Akademie Amsterdam, der Universität Ljubljana und der Universität Lugano setzten sich bei ihrem Archivaufenthalt mit der Stasi-Vergangenheit auseinander. Einzelne Besuchergruppen vertraten so renommierte Institutionen wie das niederländische Institut für Kriegs-, Holocaust und Genozid-Studien, den US Congress oder das Archiv des internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe.

Spurensuche - Bitte helfen Sie uns

In den Archiven des BStU lagern zahlreiche Bild- und Filmaufnahmen, denen der Kontext, die Datierung oder Ortsangaben fehlen. Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe. Hier finden Sie unsere derzeitigen Suchbilder.

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ARGUS für MfS-Unterlagen

Neue Online-Recherche für Stasi-Unterlagen: ARGUS - Findmittel auf einen Blick